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Das Internet sicherer machen

Ein Mann präsentiert ein Konzept vor seinen Kollegen.
Gerade durch den digitalen Wandel sind IT-Sicherheitsexperten bei Unternehmen sehr gefragt.
Foto: Axel Jusseit

Cybersicherheit

Das Internet sicherer machen

Jens Heyens (23) studiert Cybersicherheit an der Universität des Saarlandes und entdeckte zusammen mit zwei Kommilitonen im vergangenen Jahr eine große Sicherheitslücke bei Online-Shops.

Nach seinem Abitur entschied sich Jens Heyens zunächst für ein Physikstudium an der Universität Kaiserslautern und arbeitete dort nebenbei als Wissenschaftliche Hilfskraft in der Systemadministration. „Ich habe die Computer des Fachbereichs Mathematik der Universität gewartet. Dabei habe ich festgestellt, dass dort Angriffe stattgefunden haben und dass IT-Sicherheit ein wichtiges Thema ist, das mich sehr interessiert“, erzählt er. Also wechselte er zur Universität des Saarlandes zum gerade neu gegründeten Bachelor-Studiengang Cybersicherheit.

Grundlagen: Mathe und Programmierung

Den einen Teil des Studiums verbringt Jens Heyens zusammen mit Kommilitonen aus dem Fachbereich Informatik, der andere Teil konzentriert sich auf das Thema Sicherheit. Dabei gibt es eine Besonderheit: „Die Vorlesungen für uns Cybersicherheits-Studierende finden alle auf Englisch statt“, erklärt er.

Ein Porträt-Foto von Jens Heyens

Jens Heyens

Foto: Privat

„In den ersten Semestern haben wir in den IT-Vorlesungen die Grundlagen der Mathematik und der Programmierung kennengelernt“, berichtet der 23-Jährige, der sich derzeit im dritten Semester befindet. „Und in der Cybersicherheit ging es zunächst um Grundlagenthemen wie Nutzerkontrolle, Netzwerksicherheit und Verschlüsselungstechniken.“ Weitere Themen zu Beginn waren beispielsweise sichere Softwareentwicklung, Entwicklung von Algorithmen und die Vertiefung in Kryptografie, also Verschlüsselungstechnik. Im vierten Semester wird Jens Heyens eine Spezialisierung wählen: „Ich werde mich wahrscheinlich mit Advanced Cryptography und Malware Analysis, also der Analyse von Schadsoftware, beschäftigen.“

Ungesicherte Datenbanken im Internet

Seine bisherigen Kenntnisse aus dem Studium kann Jens Heyens auch gut in seinem Nebenjob einbringen: Er arbeitet als studentische Hilfskraft im zur Uni gehörenden Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA). Hier hat er 2015 zusammen mit zwei Kommilitonen knapp 40.000 ungesicherte Datenbanken im Internet aufgespürt. Mehrere Millionen Kundendaten konnten mit Namen, Adressen, E-Mails und Kreditkartennummern im Internet abgerufen oder sogar verändert werden. Von der Lücke waren zahlreiche Unternehmen betroffen.

Praktikumsangebote auf der CeBIT-Messe

Das fünfte Semester wird für Jens Heyens im Zeichen eines sicherheitsbezogenen Praktikums, weiteren Vertiefungsvorlesungen sowie Seminaren stehen, in denen die Studierenden aktuelle IT-Forschungen analysieren. „Ich denke, es wird kein Problem sein, einen Praktikumsplatz zu finden“, so der Student. Beim Besuch der Technikmesse CeBIT im Jahr 2015 hat er schon viele Angebote erhalten. Als Letztes steht dann im sechsten Semester die Bachelorarbeit an.

„Insgesamt ist das Studium der Cybersicherheit, wie alle Fächer aus dem Bereich Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, nicht ohne“, so Jens Heyens. „Gerade die Mathematikvorlesungen haben es in sich.“ Er kann sich vorstellen, nach dem Bachelorabschluss noch ein Masterstudium aufzunehmen und anschließend in der Forschung zu arbeiten. Da aber auch Unternehmen händeringend nach Sicherheitsexperten suchen, erwartet er, dass auch ein Wechsel in die Wirtschaft kein Problem sein sollte.

abi>> 21.03.2016