Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Wann man sich wie ernähren sollte

Blick in das Bücherregal mit Fachliteratur zu Ernährung
Nicht nur die Eigenschaften von Lebensmitteln spielen im Studium der Ernährungswissenschaften eine Rolle, sondern auch ihre Herstellung, Verarbeitung und Wirkung.
Foto: Frank Pieth

Ernährungswissenschaften

Wann man sich wie ernähren sollte

Ihr Interesse an Biologie und Medizin führte Lisa Schelenz (23) zum Bachelorstudium der Ernährungswissenschaften. Spaß an naturwissenschaftlichen Themen setzt der Studiengang voraus, aber auch wirtschaftliche und soziale Fragen spielen eine Rolle.

Lisa Schelenz studiert Ernährungswissenschaften auf Bachelor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Jetzt, im sechsten Semester, steht das obligatorische Studienpraktikum an – Lisa Schelenz absolviert es bei einer Brauerei in Wernigerode. Hier lernt sie zum Beispiel, Getränkeschädlinge im Bier zu identifizieren oder die Schaumqualität zu bestimmen. Acht Wochen dauert das Praktikum, organisiert hat sie es selbst: „Ich wollte gerne im Labor arbeiten, aber man kann natürlich auch in Krankenhäusern oder Rehakliniken nachfragen“, erklärt die 23-Jährige.

Einige Laborerfahrungen hat sie vorher schon in Modulen wie Chemie und Warenkunde sammeln können – dort hat sie zum Beispiel pH-Werte oder den Zuckergehalt von Säften bestimmt. „Im Studium lernen wir aber nicht nur die Eigenschaften von Lebensmitteln kennen, sondern auch, wie sie hergestellt und verarbeitet werden, wie sie im Körper wirken und wie man sich bei verschiedenen Krankheiten ernähren sollte“, erzählt Lisa Schelenz.

Individuelle Empfehlungen

Ein Porträt-Foto von Lisa Schelenz

Lisa Schelenz

Foto: Privat

Sie kennt nun die Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen, Kindern oder Sportlern ebenso wie die Ursachen für ernährungsabhängige Erkrankungen, etwa für Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen. „Früher hat man Ernährungspläne auswendig gelernt, heute geht es um individuelle Empfehlungen“, erklärt sie. „Die berücksichtigen auch das Lebensumfeld und die Essgewohnheiten eines Menschen.“

Zu Beginn des Studiums hat sie erst einmal ihr Grundlagenwissen in Chemie, Biologie, Physik und Mathematik vertieft. Später kamen auch wirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte dazu: Die Studierenden beschäftigen sich mit den Märkten der Ernährungswirtschaft oder diskutieren in Seminaren darüber, welche Folgen das Wirtschaftswachstum für die Ernährungssicherung hat. Lisa Schelenz nennt ein Beispiel: „Immer mehr fruchtbare Böden, auf denen Getreide angebaut wurde, werden heute versiegelt, um Straßen und Gebäude zu bauen.“

Modulpläne der Hochschulen vergleichen

Für ihre Hochschule hat sie sich entschieden, weil ihr die medizinische Ausrichtung des Studiengangs sehr wichtig war: „Ich habe mir vorher die Modulkataloge der Hochschulen genau angesehen“, erzählt sie. „Manche Bachelorstudiengänge sind stärker wirtschaftlich ausgerichtet.“ Nach dem Praktikum will die Studentin mit ihrer Bachelorarbeit beginnen – und sie hat sich ein interdisziplinäres Thema ausgesucht: „Ich möchte herausfinden, ob die Flugimporte von Lebensmitteln zugenommen haben und welche Lebensmittel hauptsächlich mit dem Flugzeug transportiert werden. Gerade Transporte mit dem Flugzeug können sich negativ auf die Umwelt auswirken“, sagt sie. „Da finde ich Verbraucheraufklärung sehr wichtig.“

Sich für den Verbraucherschutz zu engagieren, kann sie sich auch für ihre berufliche Zukunft gut vorstellen. Erst mal will sie aber ein Masterstudium anschließen und noch mehr Fachkenntnisse und Erfahrungen sammeln.

abi>> 12.10.2015

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts