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Die Physik des Ozeans verstehen lernen

Geophysiker arbeitet mit Grafiken am PC
Studierende im Fachbereich Geophysik/Ozeanographie erlernen beispielweise das Programmieren und Arbeiten mit meteorologischen Modellen.
Foto: Axel Jusseit

Geophysik/Ozeanographie

Die Physik des Ozeans verstehen lernen

Peter Dennert spezialisiert sich im Bachelorstudiengang „Physik des Erdsystems“ an der Universität Kiel auf die Ozeanographie und Meteorologie. Mit diesem Wissen möchte der 22-Jährige in die Umwelt- und Klimaforschung einsteigen.

Bereits vor dem Abitur wusste Peter Dennert, dass er sich später mit den Themen Umwelt und Klima auseinandersetzen möchte. Er recherchierte nach einem passenden Studium und wurde an der Uni Kiel fündig: „Climate Physics: Meteorology and Physical Oceanography“. Um diesen Masterstudiengang absolvieren zu können, wählte er den Bachelorstudiengang „Physik des Erdsystems“ als Grundlage, der ebenfalls an der Uni Kiel gelehrt wird.

Naturwissenschaften im Fokus

Ein Porträt-Foto von Peter Dennert

Peter Dennert

Foto: Friederike Zadow

„Vor allem die ersten drei Semester dieses Bachelorprogramms sind anspruchsvoll. Dann steht vor allem Physik auf dem Lehrplan, darunter ‚Mechanik und Wärmelehre‘ sowie ‚Mathematik für die Physik‘. Die mathematisch-physikalischen Grundlagen bilden insgesamt den Schwerpunkt des Studiums“, erzählt der Student, der mittlerweile im fünften Semester ist. Und obwohl er in der Schule Physik als Schwerpunkt und sehr gute Noten hatte, sei die harte Anfangszeit auch für ihn eine Herausforderung gewesen.

Außerdem lernte er an der Uni das Programmieren: „Man verbringt viel Zeit am Computer, da man in der Ozeanografie und der Meteorologie oft mit Grafiken und Modellen arbeitet, die man auch selbst erstellen muss.“ In den Bereichen Geophysik, Ozeanografie und Meteorologie, aus denen man im dritten Semester zwei Vertiefungsfächer wählt, steht zunächst Grundlagenwissen auf dem Programm. In der Ozeanographie beschäftigen sich die Studierenden beispielsweise mit großen Meeresströmungen wie dem Golfstrom.

Feldpraktikum auf der Ostsee

„Ab dem vierten Semester geht es thematisch und praktisch immer mehr in die Tiefe“, sagt Peter Dennert. Was er zum Beispiel besonders schätzt: Bei Übungen arbeiten die Studierenden mit Daten, die in aktuellen Studien erhoben wurden. „So hat man einen Einblick in den derzeitigen Stand der Forschung“, freut er sich.

Bei Feldpraktika lernen die Studierenden zudem Messgeräte und -techniken sowie das Arbeiten im Labor kennen. Vier Tage lang war Peter Dennert mit einem Forschungsschiff auf der Ostsee unterwegs, hat Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen genommen und sie beispielsweise auf Salz- und Sauerstoffgehalt hin analysiert. Im Fach Meteorologie führte ihn das Praktikum nach Sylt, wo er sich mit Wind und Sonneneinstrahlung beschäftigte. Auch beim Physikalischen Praktikum im fünften Semester geht es um Messgeräte und -methoden. Beim Berufspraktikum im sechsten Semester besteht die Möglichkeit, an vier- bis zwölfwöchigen Fahrten mit den institutseigenen Forschungsschiffen teilzunehmen. Er plant dagegen, an eine meereskundlich forschende Uni in Neuseeland oder Australien zu gehen.

Einblick ins Berufsleben

Während die Physikveranstaltungen an der Uni stattfinden, fährt Peter Dennert für seine Schwerpunktfächer Ozeanografie und Meteorologie ans Geomar Helmhotz-Zentrum für Ozeanforschung. „Das hat den Nebeneffekt, dass man bereits während des Studiums Einblick ins Berufsleben erhält, zumal die meisten Studierenden als Hilfswissenschaftler am Geomar arbeiten“, erzählt der 22-Jährige. Er selbst hilft Professoren beim Korrigieren von Klausuren der jüngeren Semester. „Das Verhältnis zwischen Dozenten und Studierenden ist sehr gut, was sicher an der geringen Studentenzahl liegt“, sagt er.

Seine Bachelorarbeit wird Peter Dennert wahrscheinlich im Fach Ozeanografie schreiben. Anschließend will er den Masterstudiengang „Climate Physics“ belegen und danach promovieren, da er auf jeden Fall in die Forschung möchte. Ein Wunschthema hierfür hat er bereits: „Ich will verstehen, wie die globale Zirkulation von Wasser und Luft zusammenhängt und welche Auswirkungen sie auf unser Klima hat, um später selbst dabei helfen zu können, noch mehr über diese Phänomene herauszufinden.“

abi>> 08.01.2018