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In den Klinikalltag eintauchen

Ein Arzt hält ein Stethoskop.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Auch wer vermeintlich schlechte Chancen auf einen Studienplatz in Medizin hat, kann am Ende Glück haben.
Foto: Ria Kipfmüller

Humanmedizin

In den Klinikalltag eintauchen

David Cetaj (23) wusste schon früh, dass er Arzt werden will. Obwohl er seine Chancen auf einen Studienplatz nach dem Abi eher schlecht einschätzte, studiert er heute Humanmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „iMED“ nennt sich der praxisnahe Studiengang.

„Bestimmt kommst du aus einer Arztfamilie“ – diesen Satz bekommen Studierende der Medizin oft zu hören. Was bei vielen zutreffen mag, gilt nicht für David Cetaj. Bei ihm war es ein Schlüsselerlebnis im Alter von sechs Jahren. Damals erlitt sein Vater einen schweren Autounfall. „Ich habe das Krankenhaus gehasst, schließlich war der Ort für mich sehr negativ behaftet. Doch die Ärzte, die ganz klar in ihren Aussagen waren, haben mich irgendwie fasziniert“, erinnert sich der 23-Jährige. Hinzu kam das große Interesse an den Fächern Biologie, Chemie und Physik. Am Entschluss Medizin zu studieren kamen nie Zweifel, obwohl das Studium „phasenweise echt anstrengend ist und einem kaum Freizeit lässt“.

Studienplatz nicht allein durch Abi-Note

Für den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang musste David Cetaj sich über hochschulstart.de bewerben. „Ich war eher pessimistisch, was eine Zulassung anbelangt, da ich eine Abi-Note von 1,9 hatte. Die Chancen, über die Abiturbestenquote reinzukommen, waren gleich null, die für das Auswahlverfahren der Unis schätzte ich auch nicht gut ein.“ Umso überraschter war David Cetaj, als er die Einladung nach Hamburg zu einem Test erhielt: Beim „Hamburger Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge – Naturwissenschaftsteil“ (HAM-Nat) müssen vier Stunden lang Multiple-Choice-Fragen zu medizinisch relevanten Aspekten der Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie beantwortet werden.

Neben Hamburg nutzen auch die Uni Magdeburg und die Charité in Berlin dieses Auswahlverfahren. Gut zu wissen: Es werden nur Kandidaten eingeladen, die den jeweiligen Studienort als erste Ortspräferenz angegeben haben – so wie David Cetaj Hamburg. Er beschreibt die weiteren Schritte: „Ich hatte so gut abgeschnitten, dass ich nicht mehr ins Auswahlgespräch musste, sondern direkt eine Zulassung bekommen habe.“ Seit der erfreulichen Nachricht ist er nun Student im integrierten Modellstudiengang „iMED“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), mittlerweile im neunten Semester.

Von der Pike auf: Theorie & Praxis

Ein Porträt-Foto von David Cetaj

David Cetaj

Foto: privat

Das iMED gliedert sind in drei Abschnitte. In den ersten drei Semestern geht es um das Verständnis für grundlegende Körperfunktionen, die Erstversorgung medizinscher Notfälle und den Erwerb psychosozialer Kompetenzen. Auch Pflicht: eine Erste-Hilfe-Ausbildung und mindestens zwei Monate Krankenpflegedienst. Nur dann wird man zur mündlichen Prüfung am Ende des ersten Studienabschnitts zugelassen. Im vierten bis sechsten Semester stehen die häufigsten Krankheitsbilder, Untersuchungstechniken, Diagnostik sowie Anamnese – die medizinische Befragung des Patienten – auf dem Lehrplan. Das siebte bis zwölfte Semester steht unter dem Motto „Krankheit: Differentialdiagnostik und -therapie, Prävention, Rehabilitation und Versorgungssysteme“. Darüber hinaus gibt es verschiedene Module im Wahlpflichtbereich, etwa Transplantationsmedizin oder Genetik in der Pränatal-, Kinder- und Jugendmedizin.

„Ab dem vierten Semester wird es spannend, denn ab da beginnt der Unterricht am Krankenbett und im Rahmen von Famulaturen lernt man den klinischen Alltag kennen“, erzählt David Cetaj. Dass im iMED von Anfang an die theoretischen Grundlagenfächer mit der klinischen Praxis vernetzt sind, empfindet er als großen Vorteil. Dies sei nicht nur im Sinne eines wissenschaftlich fundierten ärztlichen Handelns wichtig, sondern auch für die Ausbildung praktischer und psychosozialer Kompetenzen, die man für den Beruf des Arztes braucht. Er selbst möchte später – nach dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem Praktischem Jahr und dem dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung – als Unfallchirurg oder Rechtsmediziner in Hamburg arbeiten.

abi>> 03.10.2016