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Infos global verständlich machen

Eine Studentin gestaltet am Computer eine Internetseite.
Wo und in welcher Farbe müssen Informationen auf einer Homepage angeordnet sein - und wie ändert sich die Antwort je nachdem, aus welchem Land die Zielgruppe stammt? Mit derartigen Fragen beschäftigen sich Studierende des „Internationalen Informationsmanagement“.
Foto: Heusel

Internationales Informationsmanagement

Infos global verständlich machen

Von Informations- bis Sprachwissenschaften und von BWL bis Psychologie: Marisa Bruhin (22) verbindet in ihrem Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement“ unterschiedliche Disziplinen miteinander. Das übergeordnete Ziel ist es, die Kommunikation zwischen verschiedenen Sprachräumen und Kulturen zu gestalten und zu verbessern.

Seit Marisa Bruhin zu Schulzeiten Kontakt zu Austauschschülern aus Nicaragua hatte, interessiert sie sich für interkulturelle Begegnungen. Kein Wunder also, dass sie nach dem Abitur und einem Au-pair-Aufenthalt der Bachelor „Internationales Informationsmanagement (Informationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation)“ an der Universität Hildesheim direkt ansprach. In diesem geht es zum einen darum, wie mehrsprachige und interkulturelle Kommunikation funktioniert, andererseits darum, wie dementsprechend Informationen in sozialen Medien, auf Benutzeroberflächen wie Websites oder im Bereich Marketing eingesetzt werden können.

Beim Informationstag der Uni hakte sie persönlich bei einem Dozenten nach, dann war für sie klar, dass sie diesen Weg wählen wollte: „Im Berufsleben wird es immer wichtiger, interkulturell aufgestellt zu sein. Der Studiengang bietet die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern und sich dann je nach persönlichen Interessen zu spezialisieren“, erklärt sie ihre Entscheidung. Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt, weshalb sich die heute 22-Jährige einfach einschreiben konnte.

Wie wirken Sprache und Farbe?

Ein Porträtbild von Marisa Bruhin

Marisa Bruhin

Foto: privat

Los ging das Studium mit einigen Einführungsveranstaltungen, etwa in ihren Nebenfächern BWL und Psychologie. Im Fach Informationswissenschaft erlernte sie unter anderem die Programmiersprache Java und beschäftigte sich mit der Benutzerfreundlichkeit von Oberflächen. „Wir haben fachfremde Studierende verschiedene Internetseiten nutzen lassen und getestet, welche Schwierigkeiten sich ergeben und wie sich die Websites besser gestalten lassen“, berichtet sie. Hier spielte auch das Thema der kulturellen Unterschiede hinein: „Bei der Gestaltung von Internetseiten spielt etwa die Farbwahl eine wichtige Rolle, denn eine Farbe wie Rot kann je nach kultureller Prägung ganz unterschiedlich wahrgenommen werden“, erklärt die Studentin.

Im Bereich Informationsmanagement setzte sie sich intensiv mit Informationssystemen auseinander, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Daten verwalten: Welche Funktionen erfüllen sie? Wie sind sie aufgebaut? Welche Schwierigkeiten können bei ihrer Nutzung auftreten? Und wie lassen sich Probleme beseitigen?

Ab dem zweiten und dritten Semester wählte Marisa Bruhin verstärkt Lehrveranstaltungen in ihrem Vertiefungsbereich „Angewandte Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. In einem Seminar diskutierte sie etwa mit ihren Kommilitonen und einer Gruppe Geflüchteter über Themen wie die Kopftuchdebatte in Deutschland oder Integration durch Musik. In einer anderen Veranstaltung beschäftigte sie sich damit, wie in mehrsprachigen Ländern wie Haiti oder der Dominikanischen Republik Machtunterschiede durch unterschiedliche Sprachkenntnisse entstehen. Und in einem Forschungsprojekt, das als eine Art Testlauf für die Bachelorarbeit fungierte, führte sie eine sprachwissenschaftliche Untersuchung eines authentischen Gespräches durch, um die Funktionen der Wörter „also“ und „weil“ zu analysieren.

Umgang mit kulturellen Unterschieden

Einige der Lehrveranstaltungen finden auf Deutsch, andere auf Englisch oder Spanisch statt. Die beiden Fremdsprachen hatte die 22-Jährige gewählt, weil sie sie schon in der Schule als Leistungskurse belegt hatte. Um noch besser zu werden, besucht sie an der Uni weiterhin Sprachkurse. Auf eine bestimmte Region oder Nationalkultur will sich die Studentin aber bewusst nicht fokussieren, ihr geht es vielmehr um den komplexen Kulturbegriff: „Kulturen sind vernetzt und innerhalb einer Nation sind viele Kulturen vertreten. Deshalb geht es vor allem darum, sensibel dafür zu sein, dass das Gegenüber bestimmte Dinge vielleicht anders sieht oder versteht als man selbst“.

Im Studiengang „Internationales Informationsmanagement“ ist ein Auslandssemester Pflicht. So verbrachte Marisa Bruhin ihr fünftes Semester an der nordspanischen Universidad de Valladolid. „Ich habe dort Menschen aus aller Welt kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet. Neben Spanisch habe ich also gelernt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kulturen zu erkennen, bestimmte Handlungen zu verstehen und andere Sichtweisen zu akzeptieren – das hat mich persönlich wie wissenschaftlich weitergebracht“, resümiert sie. Diese Gedanken wird sie auch in ihrer anstehenden Bachelorarbeit aufarbeiten, in der sie aufzeigen möchte, wie Missverständnisse im mehrsprachigen Kontext entstehen und wie sie vermieden werden können.

Bevor sie den weiterführenden, gleichnamigen Master an der Uni Hildesheim beginnt, möchte Marisa Bruhin ein Praktikum in einem Unternehmen absolvieren – am liebsten im internationalen Projektmanagement, denn in diesem Bereich sieht die 22-Jährige ihre berufliche Zukunft: „Hier könnte ich meine Kenntnisse aus den verschiedenen Fächern sowie mein Talent fürs Planen und Organisieren einbringen“.

abi>> 10.08.2018