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Gefragte Erfinder neuer Materialien

Computerbildschirme mit Kuchendiagramm, Tastatur und ein eine Hand, die eine PC-Maus führt
Absolventen des Fachs Materialwissenschaften sind breit aufgestellte Experten, die in vielen unterschiedlichen Branchen gefragt sind.
Foto: Angelika Klein

Materialwissenschaft - Hintergrund

Gefragte Erfinder neuer Materialien

Sie erforschen die Eigenschaften und Strukturen von Materialien wie Glas, Metall, Kunststoff oder Keramik und entwickeln neue Werkstoffe. Ihr interdisziplinäres Wissen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften macht Materialwissenschaftler zu gefragten Spezialisten in vielen Branchen.

Ob man den Wechsel von der Glühbirne zur LED-Beleuchtung betrachtet, die Verwendung von Carbonfasern in Fahrradrahmen oder die Entwicklung von witterungsbeständigen Textilien für Outdoor-Jacken – in nahezu allen industriell gefertigten Materialien steckt das Know-How von Materialwissenschaftlern. „Wir schauen tief in den inneren Aufbau der Materialien, im Extremfall bis auf einzelne Atome“, sagt Prof. Sandra Korte-Kerzel, Leiterin des Instituts für Metallkunde und Metallphysik an der RWTH Aachen. Wer an der Entwicklung von winzigen Halbleitern in LEDs, Alternativen für Kunststoffverpackungen, neuen Karosserien für Autos oder Flugzeuge oder polarisierenden Sonnenbrillen arbeiten möchte, der ist in den Materialwissenschaften genau richtig.

Sucht man im Portal studienwahl.de nach dem Begriff „Materialwissenschaft“, werden 64 Treffer ausgegeben (Stand: Mai 2019). Darunter befinden sich Bachelor- wie Masterstudiengänge an Hochschulen, Technischen und allgemeinen Universitäten. Die Studierenden dieses interdisziplinären Studiengangs befassen sich vor allem mit den Fächern Physik, Chemie und Mathematik. Daneben beinhaltet die breite Fächerpalette Inhalte aus Bereichen wie Elektrotechnik, Materialkunde, Grundlagen elektronischer Materialien, Kristallografie, Mechanik und Werkstoffkunde.

Abgrenzung zur Werkstofftechnik

Im Gegensatz zum Studiengang Werkstofftechnik ist das Studium der Materialwissenschaft breiter und eher naturwissenschaftlich ausgerichtet. Beschäftigen sich Werkstofftechniker ingenieurwissenschaftlich und eher anwendungsorientiert mit der Entwicklung und Verarbeitung neuer Bau- und Werkstoffe, liegt der Schwerpunkt von Materialwissenschaftlern auf grundlegenden Fragestellungen. Mittels analytischer Methoden erforschen sie neue Materialien und versuchen diese zu charakterisieren.

Während bei den Werkstoffwissenschaftlern komplette Fertigungsprozesse mit den zugrundeliegenden Werkstoffen im Vordergrund stehen, beispielsweise ein Auto sicher und leicht zu bauen oder ein Stahlwerk effizient und damit umweltschonend zu machen, erforschen die Materialwissenschaftler völlig neue Arten von Stahl oder entwickeln transparente Head-up-Displays, bei denen Informationen in die Windschutzscheibe eingeblendet werden.

Sehr gute Berufsaussichten

Wie bei den meisten MINT-Studiengängen sind die Berufsaussichten für Materialwissenschaftler sehr gut und sie sind außerordentlich gefragt – vor allem als Fachleute für die Herstellung, Anwendung und Optimierung leistungsfähiger Materialien. Sie arbeiten zum Beispiel in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, aber auch im Produkt- oder Qualitätsmanagement. Anstellung finden Absolventen dieses Fachs etwa in der Luft- und Raumfahrttechnik, in der Halbleitertechnik, im Bereich Photovoltaik, der Keramik und Feuerfest-Industrie, der Baustoffbranche, der Chemischen Industrie, der Glas-, Computer- und Mikrochipindustrie oder der Eisen- und Stahlindustrie. Aber auch in den Bereichen Medizintechnik, Biomaterialien, Oberflächenveredelung, Unternehmensberatung, Gutachten und Schadensanalyse, im Fachjournalismus oder in der Qualitätssicherung bieten sich beste Einstellungschancen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Materialwissenschaften).

www.berufenet.arbeitsagentur.de


studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Materialwissenschaft).
studienwahl.de


Hochschulkompass
Das Hochschul- und Studiengangsinformationssystem der Hochschulrektorenkonferenz bietet Informationen über deutsche Hochschulen und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de


Berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du beispielsweise im Teilberufsfeld "Nano- und Werkstofftechnologie".
www.berufsfeld-info.de


Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V. (DGM)
Setzt sich für die inhaltliche, strukturelle und personelle Weiterentwicklung des Fachgebiets der Materialwissenschaft und der Werkstofftechnik ein. Der Verein hat ein Studienhandbuch herausgegeben, in dem alle deutschen Studiengänge im Bereich Materialwissenschaften aufgeführt werden.
www.dgm.de


Bundesvereinigung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik e. V. (BV MatWerk)
Zusammenschluss verschiedener Vereine, Verbände und Netzwerke im Bereich der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, der die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert. Fungiert als Kontaktstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
bvmatwerk.de

 

Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA)
Initiative der EU zur Förderung der internationalen und sektorübergreifenden Karriere von Wissenschaftlern.
www.nks-msc.de


Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Wissenschaftlich-technische Bundesbehörde, die sich um die Weiterentwicklung von Sicherheit in Technik und Chemie einsetzt.
www.bam.de

 

 

abi>> 06.06.2019