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Vom Elementarteilchen bis zur Galaxis

Ein Student testet eine elektrische Leitung und eine Glühbirne.
Energie, Optik, Thermodynamik - nur einige Beispiele von Prinzipien der Natur, die die Physik in der Theorie und experimentell untersucht. Das Physikstudium qualifiziert Absolventen für vielseitige berufliche Tätigkeiten.
Foto: Hildenbrand

Physik studieren

Vom Elementarteilchen bis zur Galaxis

Die Physik ist ein weites Feld. Fast unendlich erscheinen einem auch die beruflichen Möglichkeiten rund um Naturphänomene, Materie, Energie sowie Raum und Zeit. Sowohl grundlegende als auch spezialisierte Studiengänge können in dieses Berufsfeld führen.

Das generalistische Bachelorstudium der Physik wird an rund 60 deutschen Hochschulen angeboten. „Die inhaltlichen Unterschiede sind dabei minimal“, erläutert Professor Dr. Gert Ingold, Vorstand „Bildung und wissenschaftlicher Nachwuchs“ bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). „In der Regel werden dabei alle grundlegenden Bereiche der Experimentalphysik und der theoretischen Physik vermittelt. Auch Mathematik spielt eine große Rolle. Nebenfächer sind häufig Chemie und Informatik.“ (Von seinem Bachelorstudium Physik berichtet Maximilian Wolf in „Naturphänomenen auf die Schliche kommen“.)

Anders sieht es im Masterstudium aus: „Hier setzt eine stärkere Spezialisierung ein“, betont Gert Ingold: „Während viele Studienanfänger zunächst eher auf Themen schauen, die in der Schule spannend erscheinen – etwa den Bereich Astrophysik oder Elementarteilchenphysik –, entscheiden sich im Master einige für Bereiche, die beruflich mehr Perspektiven eröffnen. Dazu gehört zum Beispiel die Festkörperphysik, die unter anderem bei der Entwicklung von Festplatten relevant ist, aber auch bei der Entwicklung neuartiger Computer wie dem sogenannten Quantencomputer.“

Klassische Physik und interdisziplinäre Studiengänge

Prof. Dr. Gert Ingold

Foto: Klaus Satzinger-Viel

Interessierte können in Deutschland unter mehr als 500 Studiengängen im Bereich Physik wählen, listet studienwahl.de auf (Stand: April 2018). Neben dem klassischen Physikstudium gibt es interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge, in denen die Physik mit anderen Fachbereichen verknüpft wird. „Dazu gehören etwa die Materialwissenschaften oder anwendungsorientierte Studiengänge wie Nanostrukturtechnik“, sagt der Verbandsexperte, der zudem an der Uni Augsburg lehrt. Weitere Beispiele sind die Astrophysik (Mehr über diesen Bereich erfährst du in „Ein Super-Teleskop entwickeln“.), die Biophysik, die Medizinische Physik oder die Geophysik.

Für alle, die stark anwendungsorientiert studieren möchten, kann das Studium an einer Fachhochschule beziehungsweise Hochschule für angewandte Wissenschaften interessant sein. „Sie decken mit Studiengängen wie ‚Optische Physik‘ oder ‚Laserphysik‘ den Bereich der physikalischen Technologien ab“, sagt er.

„Master wird erwartet“

Die Studienabschlüsse Bachelor und Master sind auch in der Physik inzwischen Standard. „Die Arbeitgeber in diesem Berufsbereich erwarten einen Masterabschluss“, weiß der Professor. „Die Promotion ist allerdings kein Muss, es sei denn, man möchte in der Forschung und Lehre tätig sein. Sie kann sich aber durchaus auch in der freien Wirtschaft als Plus erweisen, da sie die Fähigkeit unterstreicht, sich bei anspruchsvollen Themen durchbeißen zu können.“

Außerdem kann man Physik in Kombination mit anderen Fächern auf Lehramt studieren – entweder mit dem Abschluss Staatsexamen oder als Bachelor-/Masterstudium.

Als Problemlöser in vielen Bereichen gefragt

Welche Fähigkeiten sollten interessierte Abiturienten grundsätzlich für ein Physikstudium mitbringen? „Auf jeden Fall Freude am Knobeln und ein gewisses Durchhaltevermögen“, fasst der Experte zusammen. Auch mathematische Fähigkeiten und Englisch als Sprache der Wissenschaft sind unverzichtbar. Die ausgeprägte Fähigkeit, Probleme zu lösen, zeichne Physiker besonders aus. Sie wird im Studium weiterentwickelt.

„Absolventen eröffnen sich unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Gefragt sind sie nicht nur in naheliegenden Bereichen wie der Informationstechnologie oder der Forschung im Allgemeinen, sondern beispielsweise auch in Unternehmensberatungen oder in der Politik“, erläutert Gert Ingold.

Die Fachkenntnisse von Physikern sind auch gefragt, wenn etwa physikalische Modelle bei Risikobewertungen im Finanzbereich benötigt werden. „Ich kenne einen Physikabsolventen, der sich zum Glockensachverständigen weitergebildet hat, er begutachtet nun also Kirchenglocken. Das ist natürlich ein Einzelfall, doch er verdeutlicht das Spektrum der Möglichkeiten im Bereich Physik“, sagt der Experte.

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte: Physik, Physiker/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Physik)

www.studienwahl.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Informationen zu passenden Studiengängen und -berufen findest du im Teilberufsfeld „Physik“.

www.berufsfeld-info.de/abi

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

www.berufe.tv

Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

www.dpg-physik.de

„Welt der Physik“

Infoportal der DPG und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

www.weltderphysik.de

Max-Planck-Institut für Physik (MPI)

www.mpp.mpg.de

abi>> 21.06.2018