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Informatik im gesellschaftlichen Kontext

Frau navigiert in einer Sport-App.
Mit Sport-Apps wird das Smartphone zum Fitnesstrainer.
Foto: Martin Rehm

Sozioinformatik

Informatik im gesellschaftlichen Kontext

Seit dem Wintersemester 2013/14 gibt es den interdisziplinär aufgestellten Studiengang Sozioinformatik an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Sarah Dossinger (25) wird zu den ersten Bachelor-Absolventinnen gehören.

Schon die Einführungsveranstaltung „Informatik und Gesellschaft“ hat Sarah Dossinger sehr beeindruckt. „Im Teil Roboterethik ging es beispielsweise darum, was man Robotern mitgeben muss, damit sie sich dem Menschen gegenüber richtig verhalten. Roboter werden schließlich künftig vermehrt eingesetzt, etwa in der Altenpflege“, berichtet die 25-Jährige. Aber auch das Seminar zur Datensicherheit, in dem die Studierenden Sicherheitslücken aufspüren mussten, fand sie spannend. Lehrreich und unterhaltsam zugleich waren zudem die Rechtsvorlesungen eines amtierenden Richters.

Sarah Dossinger hat zunächst Informatik studiert, ist dann aber zur Sozioinformatik gewechselt. Der neue Studiengang hat sie gleich angesprochen, denn sie ist ein Mensch, der sich auch für gesellschaftliche Themen interessiert und engagiert: Sie ist Sprecherin der Fachschaft Informatik und außerdem ehrenamtlich tätig in der Schnell-Einsatz-Gruppe der Malteser in Kaiserslautern.

Informatik und Sozialwissenschaften

Ein Porträt-Foto von Sarah Dossinger

Sarah Dossinger

Foto: Privat

Rund 75 Studierende sind derzeit in dem zulassungsfreien Studiengang eingeschrieben, der im Schnittbereich zwischen Informatik und den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften liegt. Die meisten Veranstaltungen im Studium sind auf Deutsch, manche auf Englisch. Die Studierenden lernen Software zu beurteilen und selbst zu entwickeln – immer mit Blick auf den gesellschaftlichen Kontext. Sarah Dossinger hat zum Beispiel in einem Seminar verschiedene Gesundheits-Apps inklusive den allgemeinen Geschäftsbedingungen analysiert und in einem Projekt eine Reiseführer-App programmiert. In den Praxiseinheiten werden auch moderne Methoden der Software-Entwicklung angewandt, bei der der Nutzer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Verzichtet wurde bei dem Studiengang dagegen auf Veranstaltungen zur höheren Mathematik, zur Theorie der Informatik oder zu technischen Grundlagen des Computers.

Was Sarah Dossinger generell am Fachbereich Informatik gefällt, ist die familiäre Atmosphäre: „Wenn man Fragen zum Studium hat, kann man einfach bei den Profs an die Tür klopfen und Probleme besprechen.“ Und auch die für die Informatik typischen Übungsgruppen von zwei bis vier Leuten sind ihr Ding. Die Gruppe findet sich im ersten Semester in der Regel selbst zusammen und bearbeitet in den vier Semestern, in denen alle dieselben Pflichtvorlesungen hören und die dazugehörigen Übungen besuchen, gemeinsam die Arbeitsblätter. „Meist sind das nur wenige Aufgaben. Alleine schafft man die allerdings nicht in einer Woche, denn es dauert, bis man den Lösungsansatz hat“, erklärt Sarah Dossinger. „Es ist toll, in der Gruppe zu diskutieren. Vor allem, wenn man eingespielt ist, sich kennt und gut miteinander kann.”

Sich in den Nutzer hineinversetzen

Da ihr einige Studienleistungen aus dem Informatikstudium anerkannt worden sind, kann sie den Bachelor bereits nach fünf, nicht nach sechs Semestern abschließen. In ihrer Abschlussarbeit geht es um die Entwicklung einer grafischen Oberfläche. Ihre Aufgabe: Das Programm, das dreidimensionale Computertomografie-Bilder verarbeitet, so zu gestalten, dass Ärzte leichter damit umgehen können. „Das Thema Graphical User Interface, kurz GUI, fasziniert mich. Es gilt, sich bestmöglich in die Nutzer hineinzuversetzen. Mein Wissen dazu will ich im kommenden Sommersemester im Masterstudium ausbauen.“

abi>> 27.04.2016