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Ein interessanter Mittelweg

Eine junge Frau stellt die Ergebnisse eines Experiments mit Zahlen am Computer dar.
Im Studiengang Technomathematik bilden Mathe, Technik und auch Informatik inhaltliche Schwerpunkte.
Foto: Schwab

Technomathematik

Ein interessanter Mittelweg

Auf einer Bildungsmesse entdeckte Annika Witt (21) den Studiengang Technomathematik an der Universität Bayreuth. Ein Glücksfall, denn so musste sie sich nicht zwischen Mathematik und Ingenieurwissenschaften entscheiden.

Auf die Frage, ob sie sich eher als Mathematikerin oder Ingenieurin sieht, sagt Annika Witt: „Das Studium ist ein interessanter Mittelweg, aber ich sehe mich als Mathematikerin.“ Kein Wunder, denn wer in Bayreuth Technomathematik studiert, belegt in Mathe fünf Basis-, sechs Aufbau- und zwei Vertiefungsmodule. Hinzu kommen fünf Module in den Ingenieurwissenschaften und drei in Informatik.

Im ersten Semester besuchte die 21-Jährige dieselben Veranstaltungen wie die Mathematikstudierenden: „Generell konzentriert sich Technomathematik auf die angewandte Mathematik, also zum Beispiel auf Optimierung oder Numerik.“ Um die kniffeligen Übungen zu lösen, arbeiten viele der Studierenden in Gruppen zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Das Bachelorstudium ist auf sechs Semester angelegt und endet mit dem Bachelor of Science. Insgesamt müssen 180 ECTS-Punkte gesammelt werden. Auch zwei Praktika sind im Studienplan vorgesehen. Annika Witt studiert bereits im sechsten Semester.

Breites ingenieurwissenschaftliches Grundlagenwissen

Ein Porträtbild von Annika Witt

Annika Witt

Foto: Christina Witt

Während an den meisten Hochschulen Studierende der Technomathematik einen ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt wählen, etwa Produktionstechnik, Medizintechnik oder Elektrotechnik, setzen die Bayreuther auf eine „integrierte Ausbildung in Ingenieurwissenschaften“. Im Vergleich zu den großen Hochschulen verfügt die Uni Bayreuth nicht über ein breites Spektrum an ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. Das schränkt die Wahlmöglichkeiten zwar ein, auf der anderen Seite wird aber gezielt ein breites ingenieurwissenschaftliches Grundlagenwissen vermittelt. Auch in den mathematischen Vertiefungsmodulen können Schwerpunkte mit technischem Bezug gewählt werden.

„In den Ingenieurwissenschaften stehen Themen wie Technische Mechanik, Elektrotechnik sowie Regelungstechnik auf dem Stundenplan, wobei man eines oder mehrere dieser Gebiete auch später im Masterstudiengang vertiefen kann“, erzählt Annika Witt. Dort kann sie zudem Vertiefungen in den Bereichen Materialwissenschaften sowie Umwelt- und Bioingenieurwissenschaften wählen – Fächer, die an anderen Universitäten nicht möglich sind.

Hoher Anteil an Programmieren

Womit sie vor ihrem Studium nicht rechnete, war der hohe Programmier-Anteil: „Wir programmieren sehr viel, sowohl in Informatik als auch in mathematischen Fächern. Das habe ich ehrlich gesagt nicht so erwartet. Es macht mir aber viel Spaß.“ In der Informatik, die rund zehn Prozent der Studienleistung ausmacht, geht es um Grundlagen sowie um Algorithmen und Datenstrukturen.

In der überschaubaren Größe der Universität sieht Annika Witt Vorteile: „Die Fachbereiche liegen auf einem Campus, das bedeutet kurze Wege. Auch hat man immer einen Ansprechpartner. Der Kontakt zu den Professoren ist überhaupt kein Problem“, erzählt sie.

Im Master vertiefen

Inzwischen schreibt die 21-Jährige ihre Bachelorarbeit und befasst sich dafür mit der Frage, wie man Bild- und Videodaten so zerlegen kann, dass sie möglichst wenig Speicherplatz in Anspruch nehmen. Für die Studentin steht schon fest, dass sie einen Master anschließen möchte: „Die eigentliche Vertiefung kann ich mir dann aussuchen!“

abi>> 09.05.2018