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„Nicht so theoretisch wie reine Physik“

Ein junger Mann führt ein Experiment durch.
In unterschiedlichen Experimenten lernen angehende Technophysiker, ihr Wissen in Physik und den Ingenieurwissenschaften anzuwenden.
Foto: Lohnes

Technophysik

„Nicht so theoretisch wie reine Physik“

Durch Experimente und den Bau von Maschinen lernt Stefan Dix (24) in seinem Bachelorstudiengang „Technophysik“ die physikalischen Grundlagen kennen. Die Kombination von Physik und Ingenieurwissenschaften war seine Motivation für das Studium.

Angefangen hat Stefan Dix mit einem Physikstudium an der Technischen Universität Kaiserslautern. „Als ich hörte, dass es einen neuen Studiengang geben wird, der wesentlich angewandter ist als klassische Physik, war ich sofort interessiert. Zum Ende des Physik-Vordiploms habe ich innerhalb der Uni gewechselt“, erzählt der 24-Jährige – und ist begeistert: „Genau das hatte ich gesucht: Einen Studiengang, der neben fundierter theoretischer Physik auch solide Praxiskenntnisse vermittelt und trotzdem mehr physikalische Grundlagen bietet als ein reines Maschinenbaustudium.“

Hoher Praxisanteil

Sein Bachelorstudium hat sechs Semester und vermittelt theoretisches Basiswissen in Fächern wie Mathematik, Ingenieurwissenschaften und Experimentalphysik. „Hinzu kommen Wahlpflichtfächer, mit denen man den Schwerpunkt entweder auf den Bereich Technik oder Physik setzt“, erklärt er.

Stefan Dix tippt auf einem Laptop.

Stefan Dix

Foto: privat

Der Praxisanteil ist hoch: „Es gibt viele Praktika, schon ab den ersten Semestern. Eines davon ist das dreimonatige Anfängerpraktikum in experimenteller Physik“, sagt Stefan Dix. „Und jetzt im zweiten Semester haben wir in einem Seminar ein Projekt bearbeitet, nämlich den Bau eines Radios oder Mikroskops. In den höheren Semestern werden die Projekte dann anspruchsvoller.“ Zum Ende des Studiums, als letzte Etappe vor der Bachelorarbeit, gibt es die Möglichkeit, in der Industrie oder einer universitären Arbeitsgruppe eine Projektarbeit umzusetzen.

Im Master Richtung Physik oder Maschinenbau?

Im Anschluss an sein Bachelorstudium kann sich Stefan Dix vorstellen, auch den Master in Technophysik zu machen. „Das Masterstudium dient der Vertiefung und Spezialisierung auf Schwerpunkte“, sagt der 24-Jährige. So ist es möglich, den Fokus stärker auf einen der beiden Teilbereiche Physik oder Maschinenbau zu legen. „Wenn jemand später beruflich in der Physik forschen möchte, kann zum Beispiel Nanotechnologie sinnvoll sein“, sagt Stefan Dix. „Wer sich mehr in der Anwendung spezialisieren will, für den sind eher typische Maschinenbauvorlesungen wichtig, zum Beispiel Motorentechnik oder Kontinuumsmechanik.“

Er selbst interessiert sich für beide Bereiche. „Für mich wäre es auch im Masterstudium wichtig, die Theorie als Grundlage für praktische Anwendungen und Innovationen zu vertiefen. Dafür sind Module geeignet, die spezifisch auf bestimmte Industriesegmente ausgerichtet sind, zum Beispiel Energieverfahrenstechnik, bei der chemische und thermische Prozesse zur Energiegewinnung genutzt werden“, erläutert er. Das Masterstudium dauert vier Semester und endet mit der Masterarbeit.

Bezug zum späteren Berufsalltag

Stefan Dix ist sich sicher, dass der Wechsel zum kombinierten Studiengang genau das Richtige für ihn war: „Ich finde vor allem die Wechselwirkung von Theorie und Anwendung gut, die einen hohen Praxisbezug schafft. Vorlesungen und Seminare sind speziell darauf ausgerichtet“, sagt der Student.

„Ich stelle mir vor, dass diese Kombination für die spätere Berufspraxis sehr gut geeignet ist, beispielsweise für den Bau von Maschinen oder die Entwicklung neuer Technologien. Es ist sicher vorteilhaft, das Wissen eines Physikers und die Anwendungsexpertise eines Maschinenbauers in einem eigenen Studiengang zu vereinen“, zieht er sein Fazit. Nach seinem Masterabschluss würde Stefan Dix gerne in der industriellen Forschung arbeiten.

abi>> 01.11.2017