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„Die ideale Kombination aus Mathe und Wirtschaft“

Eine junge Frau löst eine Rechenaufgabe an der Tafel.
Mathematik im Studium geht weit über das Mathe-Wissen aus der Schule hinaus. In spezialisierten Mathe-Studiengängen wie Wirtschaftsmathematik werden zudem gleich zwei Themen praxisnah miteinander verknüpft.
Foto: Mischke

Wirtschaftsmathematik

„Die ideale Kombination aus Mathe und Wirtschaft“

Vielfältige Berufsaussichten und ein hoher Bezug zur Praxis reizten Josefine Maier* (22), Wirtschaftsmathematik an der Universität Mannheim zu studieren. Nach harten ersten Semestern mit hohem Lernaufwand ist sie nun sicher, ihr Traumfach gefunden zu haben.

Noch vor einigen Jahren hätte in Josefine Maiers Umfeld keiner für möglich gehalten, dass sie eines Tages Wirtschaftsmathematik studieren würde – am allerwenigsten wohl sie selbst: „In der Schule war ich nie gut in Mathe“, sagt die 22-Jährige: „Mein Notendurchschnitt lag bei fünf Punkten.“ Doch dann bekam sie Nachhilfe von einer Freundin ihrer Mutter, einer studierten Mathematikerin, und lag plötzlich nicht nur bei 13 Punkten, sondern hatte auch ihre Leidenschaft für Mathe entdeckt. „Der Funke ist damals übergesprungen und ich konnte mir auf einmal sogar vorstellen, etwas in diesem Bereich zu studieren“, erinnert sich die Pforzheimerin.

Für ihren Bachelor wählte sie eine Spezialisierung: „Wirtschaftsmathematik hat mich gereizt, weil mir die reine Mathematik zu theoretisch gewesen wäre“, erklärt sie. Durch den wirtschaftlichen Anteil im Studium ergeben sich zudem viele Berufsmöglichkeiten: „Als Wirtschaftsmathematikerin kann ich in unterschiedlichen Bereichen arbeiten – von der Versicherung über Banken bis hin zu Statistikbüros. Für mich ist es eine ideale Kombination aus Mathe und Wirtschaft.“

Aller Anfang ist schwer

Ein Porträtbild von Josefine Maier

Josefine Maier*

Foto: privat

Doch das erste Semester an der Uni Mannheim war viel anspruchsvoller, als Josefine Maier dachte: „Der Stoff war keinesfalls vergleichbar mit dem, was wir in der Schule gelernt hatten. Ich war auf einmal nicht mehr die Einserschülerin, sondern musste dafür kämpfen, überhaupt zu bestehen.“ Sie quälte sich durch Vorlesungen zur Linearen Algebra und Analysis und zweifelte immer wieder. Doch sie gab nicht auf. „Ich habe viele meiner Kommilitonen gehen sehen, aber ich wollte mir und dem Fach noch eine Chance geben“, erzählt die Studentin – zu Recht, wie sich herausstellte.
Schon das zweite Semester lief viel besser: „Es wurde praxisnaher und wir konnten Wahlfächer belegen. Themen wie Spieltheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik haben mir dann wieder gelegen.“ Hinzu kamen Kurse im Bereich Wirtschaft, wie Rechnungswesen, Marketing und Produktion.

Heute, in ihrem siebten Semester, engagiert sich Josefine Maier in der Fachschaft und macht den Erstsemestern Mut: „Es ist ganz normal, dass man nicht alles sofort versteht und anfänglich keine gute Noten schreibt. Aber das heißt noch lange nicht, dass man es nicht schaffen kann.“

Studieren im Ausland

Auch wenn die ersten Semester hart waren, die 22-Jährige ist froh, dass sie durchgehalten hat. Viel Lernen steht bei ihr weiterhin auf dem Programm, jede Woche müssen sie und ihre Kommilitonen Übungsblätter abgeben. Nur wer diese erfolgreich abschließt, wird zur Klausur zugelassen. „Doch der Spaß am Fach ist nach wie vor da“, versichert sie – ganz so wie zu Schulzeiten.
Sie konnte sogar ein Auslandssemester in Irland einlegen. „Es war spannend zu sehen, welche anderen Lehrmethoden dort angewendet wurden“, berichtet sie. Verständigungsprobleme gab es keine: „Die Sprache der Mathematik ist schließlich international.“

In ihrem achten und letzten Semester schreibt sie ihre Bachelorarbeit zur Spieltheorie. Hierbei geht es darum, den wahrscheinlichen Ausgang einer Entscheidungssituation zu berechnen, an der mehrere Menschen oder Gruppen beteiligt sind. Die Spieltheorie findet damit zum Beispiel Anwendung in den Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften. Anschließend möchte sie ein Masterstudium in ihrem Fach absolvieren, am liebsten an der Uni Würzburg.

* Name von der Redaktion geändert.

abi>> 13.12.2017