Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Den Patienten die Angst vor dem Zahnarzt nehmen“

Ein Modell eines menschlichen Kiefers wird anhand eines technischen Geräts überprüft.
Die Praxis gehört zum Zahnmedizinstudium von Anfang an dazu.
Foto: Katharina Kemme

Zahnmedizin

„Den Patienten die Angst vor dem Zahnarzt nehmen“

Vormittags behandeln in der Zahnklinik, am Nachmittag Theorie an der Uni – so sieht Marie-Therese Heberers Alltag zurzeit aus. Sie studiert im siebten Semester Zahnmedizin an der Philipps-Universität in Marburg. Die 22-Jährige hat sich mit der Wahl ihres Studiengangs einen Kindheitstraum erfüllt.

Marie-Therese Heberers berufliche Laufbahn begann bereits, bevor sie überhaupt den ersten Schultag hinter sich gebracht hatte. „Schon als Kindergartenkind habe ich es geliebt, in naturwissenschaftlichen Büchern herumzublättern“, erzählt sie lachend. Eine Leidenschaft, die die heute 22-Jährige nie mehr losgelassen hat. Seit drei Jahren studiert sie an der Philipps-Universität in Marburg Zahnmedizin – und ist sehr zufrieden mit ihrer Wahl.

„Ich schätze vor allem, dass ich mir nicht ausschließlich theoretisches Wissen aneigne, sondern auch praxisnah arbeiten kann. Das erleichtert sicher den Berufseinstieg“, sagt sie. Denn von Beginn an besuchen die Studierenden nicht nur Vorlesungen und Seminare in Fächern wie Anatomie, Physiologie, Chemie, Biochemie, Physik und Zahnheilkunde, sondern lernen auch, wie man Teilprothesen, Kronen und Frontzahnprovisorien herstellt. Ein praktisches Können, das Marie-Therese Heberer und ihre Kommilitonen im Physikum, der Zwischenprüfung im Zahnmedizinstudium, unter Beweis stellen musste. „Außerdem wurde in vier mündlichen Prüfungen unser theoretisches Wissen abgeprüft“, erklärt sie.

Lernintensives Studium

Porträt von Marie-Therese Heberer

Marie-Therese Heberer

Foto: privat

Mittlerweile ist die Wahl-Marburgerin im siebten Semester – und damit in einem aus ihrer Sicht besonders spannenden Abschnitt ihres Studiums angekommen: Jeden Vormittag verbringt sie nun in der Zahnklinik, um dort zum ersten Mal in ihrem Leben selbst Patienten zu behandeln. Am Nachmittag geht es mit Vorlesungen weiter – ein langer Tag für die Studentin. „Das Studium ist wirklich manchmal anstrengend, aber wenn man ein gewisses Organisationstalent und Durchhaltevermögen mitbringt und den Stoff regelmäßig nachholt, ist es gut zu bewältigen. Ich selbst habe mich auch im Vorfeld von wichtigen Prüfungen immer wieder mit einigen Freunden zu seiner Lerngruppe getroffen, was mir sehr geholfen hat.“

Auf den Kontakt zu den Menschen freut sich Marie-Therese Heberer besonders: „Nach meinem Abitur habe ich in einem Praktikum beim Zahnarzt festgestellt, dass mir das Zusammentreffen mit den Patienten viel Spaß macht. Das ist meiner Meinung nach auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf, schließlich hat man jeden Tag mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und sollte mit allen zurechtkommen – vom Kind bis zum Senioren.“

„Eine gute Zahnärztin werden“

Wie es nach dem Studium für sie weitergeht, weiß Marie-Therese Heberer noch nicht genau. Die Zeit in der Zahnklinik soll sie nicht nur fachlich weiter bringen, sondern ihr auch dabei helfen, sich über ihre berufliche Zukunft klar zu werden. „Vielleicht werde ich eines Tages eine eigene Praxis aufmachen, vielleicht in einer Gemeinschaftspraxis einsteigen. Das wird sich zeigen. Mein momentanes Ziel ist es, eine gute Zahnärztin zu werden. Es gibt ja viele Menschen, auch in meinem Umfeld, die Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt haben – ich würde mir wünschen, dass die Leute eines Tages gerne zu mir kommen.“ Ihre Freunde und Verwandten jedenfalls stehen schon alle auf ihrer zukünftigen Patientenliste – einen größeren Vertrauensbeweis kann es wohl nicht geben.

abi>> 27.10.2016