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Gut formulieren – aber logisch!

Studierende beim Lernen
Auch wenn es nicht darum geht, Gesetzte auswendig zu lernen - Fleiß und Disziplin sind für ein Jurastudium Grundvoraussetzungen.
Foto: Axel Jusseit

Jura

Gut formulieren – aber logisch!

„Man braucht schon Disziplin für dieses Studienfach“: Nina Seydel (22) studiert im siebten Semester Rechtswissenschaften. Zurzeit bereitet sie sich auf ihr Erstes Staatsexamen vor.

Die Rechtskunde-AG in der Schule hatte es Nina Seydel angetan: „Wir haben dort einfache Rechtsfälle besprochen. Das hat mein Interesse für Jura geweckt“, erinnert sich die 22-Jährige. Deshalb hat sie sich nach dem Abitur für ein Jurastudium an der Ruhr-Universität Bochum entschieden. Sie bewarb sich online an der Hochschule und erhielt zusammen mit rund 350 Kommilitonen die Zusage für einen Studienplatz. „Mittlerweile sind wir nur noch etwa 200 Studierende, denn die Abbrecher- und Durchfallquoten in diesem Studienfach sind hoch.“

Im viersemestrigen Grundstudium ging es zunächst um die Grundlagen der einzelnen Rechtsgebiete: Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht. Hinter diesen drei Oberbegriffen verbergen sich speziellere Rechtsbereiche wie Familienrecht, Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht oder Staatsrecht. Nach dem Grundstudium folgten die ersten Klausuren, die Nina Seydel auf Anhieb bestand. „Wer durchfällt, hat jedoch die Möglichkeit, die Prüfungen zu wiederholen“, sagt sie.

Spezialisierung im Hauptstudium

Ein Porträt-Foto von Nina Seydel

Nina Seydel

Foto: Brigitte Borchers

Im zweisemestrigen Hauptstudium spezialisieren sich die Studierenden dann in der Regel auf bestimmte Bereiche, zum Beispiel auf Arbeits- und Sozialrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Öffentliches Recht oder Europarecht. Nina Seydel interessiert sich vor allem für Öffentliches Recht. Mittlerweile ist sie mitten in der Examensvorbereitung: „Dabei besuche ich die sogenannten Repetitorien, in denen alle Fächer aus dem Grundstudium noch einmal wiederholt werden“, berichtet die Jura-Studentin. Damit wird sie das Erste Staatsexamen hoffentlich erfolgreich bestehen und ins Referendariat gehen können.

Teil des Studiums der Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum sind auch zwei jeweils sechswöchige Praktika: eines davon in der Rechtspflege, das andere in einer Verwaltung. „Ich habe als Praktikantin in einer mittelständischen Kanzlei und im Technischen Rathaus in Bochum unter anderem in der Gefahrenabwehr gearbeitet“, erzählt Nina Seydel. In welchem Bereich sie später nach ihrem Zweiten Staatsexamen einsteigen wird, hat sie noch nicht entschieden. „Das werde ich hoffentlich nach meinem zweijährigen Referendariat wissen, in dem ich verschiedene Stationen durchlaufe und somit alle Bereiche kennenlerne: ein Amts- oder Landgericht, die Staatsanwaltschaft, eine Behörde und eine Anwaltskanzlei.“

„Spaß nicht verlieren und durchhalten“

Was Abiturienten mitbringen müssen, wenn sie sich für ein Jurastudium interessieren? „Auf jeden Fall sollte man gern Texte formulieren; Juristen drücken sich auf eine ganz besondere Weise aus“, rät die Studentin. Außerdem sollten angehende Juristen logisch denken können. „Ich habe mal gehört, dass Juristen gute Deutsch- und Mathenoten haben sollten, weil sie dann die beiden wichtigsten Fähigkeiten für eine juristische Tätigkeit schon mal mitbringen“, sagt Nina Seydel.

Neben ihrem Studium arbeitet sie in der Fachschaft, beim Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und im Studienbeirat mit. Dort erhält sie unter anderem auch Einblicke in juristische Themen. Ihr Tipp für angehende Studierende der Rechtswissenschaften: „Man braucht schon Disziplin für dieses Studienfach. Aber auch wenn es manchmal schwer ist, sollte man den Spaß daran nicht verlieren und durchhalten.“

abi>> 19.01.2016