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Nah am Wasser

Junge Frau sitzt im Büro und arbeitet am PC.
Im Studiengang Shipping & Chartering bekommen die Studierenden schon früh einen praktischen Einblick. So ist zum Beispiel eine Aufgabe, selbstständig eine Schiffsreise zu planen.
Foto: André Braun

Shipping & Chartering

Nah am Wasser

Ina Volkmer (23) wollte sich mit ihrer Studienwahl bewusst von Mitbewerbern abheben. Daher wählte sie den spezialisierten internationalen Studiengang Shipping & Chartering an der Hochschule Bremen.

Ina Volkmer zog es in Richtung Wirtschaftswissenschaften. Das Fach BWL empfand sie aber als zu überrannt, weshalb sie nach Alternativen suchte – und den Studiengang „Shipping & Chartering“ an der Hochschule Bremen fand. „In erster Linie ging es mir um die beruflichen Perspektiven eines spezialisierten, internationalen Studiengangs“, sagt sie. Die Bremerin findet ihr Studium spannend, „weil es breit gefächert ist und mit vielen reellen Prozessen zu tun hat.“ Besonders gut gefällt ihr, dass alle Vorlesungen auf Englisch sind. „In der Schifffahrt kommt man ohne Englisch auch nicht weit“, betont die 23-Jährige.

In den ersten zwei Semestern kamen zunächst die Grundlagen dran. So lernten die Studierenden die wichtigsten englischen Fachvokabeln in der Schifffahrt und erhielten eine Einführung in die Fächer Management und Recht. „Recht spielt insgesamt eine große Rolle – in jedem Semester gibt es ein Fach dazu“, erklärt die Studentin. Ab dem dritten Semester sei es praktischer geworden: Im Fach „Maritime Transport & Geography“ etwa ging es um Warenverkehr. Zum Beispiel sollte sie mithilfe von Daten analysieren, aus welchen politischen oder historischen Gründen zu bestimmten Zeiten Schwankungen in der Anzahl der Obstlieferungen von Amerika nach Russland entstanden sind.

Wie plant man eine gesamte Schiffsreise?

Ein Porträt-Foto von Ina Volkmer

Ina Volkmer

Foto: Marius Butt

Ina Volkmers Lieblingsfach „Economics & Ship Operations“ kam im vierten Semester dran. Hier erhielt sie die Aufgabe, eine gesamte Schiffsreise zu planen. Dabei musste sie etwa errechnen, wie viel Treibstoff gebraucht wird, wie hoch die Kosten sind und wie lange die Reise dauern wird. „Durch den Praxisbezug war das Fach sehr kurzweilig. Ich habe mich riesig gefreut, die Aufgabe am Ende bewältigt zu haben“, berichtet sie.

Besonderer Höhepunkt des Studiums war für sie ein Auslandssemester, in dem die Studierenden ein Praktikum in einem Logistikunternehmen absolvieren. Ina Volkmer ging in die USA nach Seattle und machte ihr Praktikum bei einer Reederei von Hapag-Lloyd. „Richtig viel Glück“ habe sie gehabt, denn sie wurde sehr umfangreich eingesetzt. Sie habe zum Beispiel Kostenvoranschläge für Container erstellt und sogar an einer größeren Kalkulation mitgearbeitet. Über das Praktikum hatte sie einen Fuß in der Tür und arbeitet inzwischen als Werkstudentin in einer Bremer Reederei von Hapag-Lloyd.

Dispute, Schiedsgerichte und „Ship Arrest“

Jetzt, im sechsten Semester, beginnt die Bremerin, sich Gedanken über ihre Bachelorarbeit zu machen. Das Thema wisse sie noch nicht, aber es sollte einen Bezug zum Management haben. Ansonsten beschäftigt sie sich mit maritimen Schiedsgerichtsverfahren – also mit Fällen, in denen die Parteien bei einem Disput eine außergerichtliche Einigung wählen. „Maritime Dispute gibt es viele – wegen des komplexen Seerechts“, erklärt sie. Im schlimmsten Fall könne es zum „Ship Arrest“ kommen: „Wenn der Schuldner nicht zahlt, kann der Gläubiger vor Gericht gehen und das Schiff wird im Hafen festgehalten.“

Um ihre Zukunft macht sich die Studentin keine Sorgen: Jedes große Unternehmen habe schließlich eine Logistikabteilung – auch kämen als Arbeitgeber Reedereien, Hafenagenturen oder Speditionen in Frage. Ina Volkmer selbst kann sich vorstellen, im Bereich der Preissteuerung zu arbeiten oder Verhandlungen zwischen Reedereien zu führen. Vielleicht soll es sogar ins Ausland gehen – am liebsten nach Großbritannien.

abi>> 14.09.2016

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