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Ein Studium, drei Sprachen

Eine junge Frau sitzt auf einer Steintreppe und liest in einem italienischen Buch.
Im Studium befasst sich Sarah Unholzer mit drei Fremdsprachen. Nach dem Abschluss kann sie etwa als Übersetzerin arbeiten.
Foto: Martin Hirschmann

Anwendungsorientierte Interkulturelle Sprachwissenschaft

Ein Studium, drei Sprachen

Wegen ihrer Liebe zu Sprachen entschied sich Sarah Unholzer (22) für den interdisziplinären Bachelorstudiengang „Anwendungsorientierte Interkulturelle Sprachwissenschaft“ der Universität Augsburg. Englisch, Italienisch und Portugiesisch sind die Fremdsprachen, mit denen sie sich befasst.

Schon zur Schulzeit hat Sarah Unholzer sich besonders für die Fächer interessiert, die mit Sprachen zu tun haben: „Ich lernte Englisch, Französisch und Italienisch“, erinnert sie sich. „Nach dem Abitur war ich mir aber nicht sicher, was ich studieren möchte. Um mir genug Zeit für diese Entscheidung zu lassen, ging ich erst einmal für ein Work-&-Travel-Jahr nach Australien.“ Noch vor ihrer Rückkehr nach Deutschland informierte sie sich im Internet über die Studienangebote verschiedener Hochschulen. „Irgendwann stieß ich auf den interdisziplinären Studiengang ‚Anwendungsorientierte Interkulturelle Sprachwissenschaft‘ der Universität Augsburg, in dem Studierende sich intensiv mit drei Fremdsprachen auseinandersetzen“, schildert die heute 22-Jährige.

Zurück in Deutschland bewarb sie sich – mit Erfolg; kurz darauf nahm sie ihr Studium auf. „Wir befassen uns auf hohem Niveau mit der englischen und einer uns bereits bekannten romanischen Sprache – ich wählte Italienisch. Außerdem erlernen wir eine für uns neue Drittsprache, hier entschied ich mich für Portugiesisch.“

Inhaltlich ist das Studium in sprachpraktische und sprachwissenschaftliche Module aufgeteilt: „Ich besuchte Sprachpraxiskurse in Englisch, Italienisch und Portugiesisch. Unter anderem gab es mündliche Module, in denen wir die richtige Aussprache lernten“, erläutert die Studentin. „Im Modul ‚Effective Pronunciation‘ zum Beispiel machten wir Aufnahmen in einem Sprachlabor, um besser zu erkennen, woran wir noch arbeiten sollten.“

Sprachtest vor dem Studium

Ein Porträt-Foto von Sarah Unholzer

Sarah Unholzer

Foto: privat

In den schriftlichen Modulen konzentrierten die Studierenden sich unter anderem auf Übersetzungen. „Bei Englisch übersetzten wir in beide Richtungen, aber bei unserer Zweitsprache übertrugen wir Texte nur ins Deutsche“, sagt Sarah Unholzer. Der Grund: Bei Englisch setzt die Uni Augsburg ein höheres Sprachniveau voraus als bei der Zweitsprache. „Vor dem Studium mussten wir in einem Test unsere Sprachkenntnisse nachweisen. Gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen ist für Englisch das C1-Level nötig. Bei der Zweitsprache reicht B2“, schildert die Studentin. „Falls die Kenntnisse in der Zweitsprache nicht ausreichen, bietet die Hochschule auch Vorkurse an.“

Am Anfang des Studiums erhielten Sarah Unholzer und ihre Kommilitonen zur Orientierung eine Einführung in verschiedene sprachwissenschaftliche Kurse, in denen sie sich beispielsweise mit interkulturellen Eigenheiten der jeweiligen Fremdsprachen befassten. Aus diesen Angeboten konnten die Studierenden sich dann selber einen Teil ihres Stundenplans zusammenstellen. Landeskunde stand ebenfalls auf dem Lehrplan. „In Anglistik gehören oft auch Literaturwissenschaften zum Studium, aber bei uns ist das kein Schwerpunkt. Wir befassen uns zwar auch etwas mit Literatur, aber nur um anhand dessen sprachpraktische oder -wissenschaftliche Aspekte zu analysieren“, erklärt die Studentin. „Dieses Semester habe ich auch Module wie ‚Übersetzung als interkultureller Vorgang‘ oder ‚Übersetzungstheorie und -Praxis in Italien in Geschichte und Gegenwart‘ belegt.“

Master im Anschluss

Im Wahlpflichtbereich belegte sie mit Spanisch einen weiteren Sprachkurs, den sie zweimal pro Woche besucht. Mittlerweile ist sie im sechsten Semester. „Die Regelstudienzeit liegt bei sechs Semestern, aber da ich ein Auslandssemester in den USA an einer Universität in Mississippi verbracht habe, bin ich nach sieben Semestern fertig“, berichtet Sarah Unholzer.

Nach ihrem Abschluss möchte sie ein Masterstudium anschließen. „Gerne würde ich den Studiengang ‚Interkulturelle Kommunikation‘ belegen, der zum Beispiel an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München und an der Ludwig-Maximilian-Universität München angeboten wird“, sagt sie. „Ich könnte mir vorstellen, später als Übersetzerin oder Konferenzdolmetscherin für Firmen zu arbeiten, die international tätig sind. Möglich wäre auch eine Beratungstätigkeit im interkulturellen Bereich.“

abi>> 06.11.2017