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Blick hinter die Bücher

Im vordergrund eine Reihe Bücher und im Hintergrund der verschwommene Umriss einer Frau.
Rund um Buch und Verlagswirtschaft gibt es zahlreiche Studiengänge.
Foto: Schubert Fotografie

Buchhandel und Verlagswirtschaft

Blick hinter die Bücher

Sie weiß, was sie will: Laura Hümbs möchte in Marketing und Vertrieb eines erfolgreichen Publikums-Verlags arbeiten. Auf dem Weg dorthin studiert die 24-Jährige gerade Buchhandel und Verlagswirtschaft an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig.

„Dass ich in die Medienbranche will, weiß ich seit einem Praktikum, das ich in der neunten Klasse in einer Buchhandlung gemacht habe“, erzählt Laura Hümbs. 2006 machte sie in ihrer Heimatstadt Oberhausen Abitur. Doch gleich im Anschluss studieren? Sie entschied sich für eine Ausbildung als Medienkauffrau Digital und Print bei der WAZ-Mediengruppe. Nach ihrer Ausbildung kündigte sie – um zu studieren.

„Für mich war diese Entscheidung sehr klug“, sagt Laura Hümbs. Angesichts vieler Studiengänge rund um Buch und Verlagswirtschaft war sie unsicher, in welche Richtung es gehen sollte. „Erst in der Ausbildung habe ich erkannt, dass mich der betriebswirtschaftliche Aspekt am meisten interessiert.“ Von ihren Lehrjahren profitierte sie in den ersten beiden Semestern mit Seminaren in BWL, Wirtschaftsmathematik und Statistik, VWL und Handelsbetriebslehre. Dazu kommen speziell auf die Branche zugeschnittene Module wie Buchhandels- und Verlagswirtschaft, Medienmarketing oder Elektronisches Publizieren. Über diese Veranstaltungen hinaus gehört Englisch in jedem der sechs Bachelor-Semester zum Pflichtprogramm. Im zweiten Semester müssen sich die Studierenden außerdem für einen von vier Projekt-Schwerpunkten entscheiden.

Laura Huembs

Foto: Privat

Laura Hümbs wählte Kommuni­kations­­management. Gemeinsam mit Kommilitonen plant sie Veranstaltungen und bedient Social-Media-Anwendungen, die Studierenden halten Vorträge in Berufsschulen und organisieren gerade einen Kleinverlegertag an der Hochschule, der die Krimi-Szene beleuchten soll. Die Kontakte hat Laura Hümbs bei der Buchmesse in Frankfurt geknüpft. „Ich war zum vierten Mal dort. Ich mag die Atmosphäre, lasse mich gern treiben und besuche auch Verlagsstände“, schwärmt sie. „Es war einfach toll, dort Mitarbeiter kennenzulernen und die neuen Bücher anzuschauen.“

„Jeder kennt jeden“

Mit ihrer Entscheidung fürs Studium ist Laura Hümbs rundum zufrieden. Leipzig sei eine schöne Stadt mit Parks und Badeseen, einer lebendigen Kneipen- und Kulturszene. „Es ist alles nahe und gut zu erreichen.“ Noch mehr begeistert ist sie von ihrem Studiengang. Mit etwa 40 Studierenden pro Jahrgang sind die Kurse in der Buchhandels- und Verlagswirtschaft überschaubar. „Da kennt jeder jeden und die Profs begrüßen einen auf dem Gang, das ist eine ganz familiäre Atmosphäre.“ Zudem seien alle strebsam und diszipliniert. Was auch daran liegen mag, dass der Numerus Clausus hoch angesetzt ist – derzeit bei 1,7. Laura ist überzeugt, dass sie es nur geschafft hat, weil sie bereits eine Ausbildung vorweisen konnte.

Noch gut erinnert sie sich an den Schritt vom Berufs- ins Studentenleben – plötzlich hatte sie viel weniger Geld und keinen geregelten Tagesablauf mehr. „Aber ich hab’s ganz gut hingekriegt“, findet Laura Hümbs. Nun studiert sie im dritten von sechs Semestern. Das Ende ist schon absehbar. Im fünften Semester absolviert sie ein Praxissemester in einem Verlag, einer Buchhandlung oder einer Agentur und im sechsten wird sie die Bachelorarbeit schreiben. „Nach dem Abschluss arbeiten gehen oder den Master machen, ist die Frage, die den meisten gerade im Kopf rumspukt.“ Sie selbst überlegt, den Master berufsbegleitend zu machen.

abi>> 25.11.2011