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Zeitreise durch Europa

Auf dem Foto ist ein Stapel Bücher zu sehen.
Lateinische Originalquellen, Sekundärtexte auf Französisch oder Englisch – wer Geschichte studiert, sollte gute Fremdsprachenkenntnisse mitbringen.
Foto: Martin Rehm

Europäische Geschichte

Zeitreise durch Europa

Wie weit reichen die historischen Wurzeln Europas zurück? Welche Rolle spielte Europa im Mittelalter? Wie steht es um die kulturelle und wirtschaftliche Integration des Erdteils? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Jasmin Hain (23) in ihrem Bachelorstudium „Europäische Geschichte“ an der Technischen Universität (TU) Chemnitz.

Schon als Kind besuchte Jasmin Hain mit ihren Eltern Burgen, Schlösser und Museen und steckte ihre Nase mit Vorliebe in Geschichtsbücher. „Meine Eltern haben beide ein großes Faible für Geschichte. Mein Vater beschäftigt sich intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg und meine Mutter mit der mittelalterlichen Geschichte“, erzählt die 23-Jährige. Das habe sie geprägt und die Studienwahl erleichtert.

Nichts geht ohne Sprachkenntnisse

Ein Porträt-Foto von Jasmin Hain

Jasmin Hain

Foto: Mario Heiko Müller

Entschieden hat sie sich für den Bachelorstudiengang „Europäische Geschichte“ an der TU Chemnitz. An vielen Hochschulen sind Lateinkenntnisse eine Voraussetzung für die Zulassung – hier nicht. „Allerdings wird die Sprache spätestens für das Masterstudium Pflicht“, erzählt sie. „Man sollte daher schon während des Bachelors die beiden Lateinkurse belegen, die die Uni anbietet.“ Die schließen zwar nicht mit dem Latinum ab, die erworbenen Kenntnisse sind aber Voraussetzung für ein anschließendes Masterstudium.

Gerade in den Veranstaltungen der Alten Geschichte sollten die Studierenden lateinische Originalquellen lesen und interpretieren können, dazu kommt viel Sekundärliteratur auf Französisch und Englisch. Apropos Literatur: „Man muss gerne und gerne viel lesen. Sonst ist man, meiner Meinung nach, trotz Interesse an der Materie mit diesem Studium falsch beraten“, sagt Jasmin Hein.

Von der Antike bis zur Industrialisierung

Der Bachelorstudiengang umfasst sechs Semester und behandelt die Geschichte Europas – unter anderem die antiken Wurzeln des Kontinents, sein Verhältnis zur islamischen Welt im Mittelalter, die Wirtschaft und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, die Europäische Expansion und die Industrialisierung. „Man kann das moderne Europa eben nur verstehen, wenn man auch etwas über die Alte Geschichte und die Geschichte des Mittelalters weiß“, erklärt Jasmin Hein.

Im vierten Semester entschied sie sich für den Schwerpunkt „Britische Geschichte“ und absolvierte ihr achtwöchiges Pflichtpraktikum beim Landesamt für Archäologie in Dresden. Dort hat sie eine Abhandlung über die Geschichte des Schlosses der Vögte in Plauen verfasst.

Vernetzung mit anderen Studiengängen

Das Studium an der TU Chemnitz ist ein interdisziplinärer Studiengang. In Ergänzungsmodulen lernen die Studierenden auch benachbarte Wissenschaften und Fächer kennen – wie etwa Politikwissenschaften, Britische Kultur- und Länderstudien oder Romanische Kulturwissenschaft. Jasmin Hein belegte auch Module in Psychologie: „Richtig Präsentieren, Zeitmanagement und Gesprächsführung standen hier auf dem Stundenplan.“

Was sie danach machen will, hat sie schon in die Tat umgesetzt: Gerade befindet sie sich im zweiten Semester des Masterstudiums, mit dem sie ihr Wissen vertiefen und ihre beruflichen Chancen noch verbessern will. Jasmin Hein strebt eine wissenschaftliche Karriere an. „Ich würde am liebsten als Dozentin an der Uni arbeiten“, sagt sie. „Wobei es nicht so einfach ist, eine Stelle zu bekommen. Viele Jobs sind außerdem befristet.“ Trotzdem ist sie zuversichtlich, dass alles so klappt, wie sie sich das vorgestellt hat.

abi>> 09.05.2016