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Bereits im Studium auf den Wunschberuf hinarbeiten

Ein junger Mann liest in einer Bibliothek in einem Buch.
Wer sich für die Kulturwissenschaften interessiert, sollte viel Spaß an Sprache und am Lesen haben. Denn im Studium setzen sich Kulturwissenschaftler ausführlich mit vielerlei Texten auseinander.
Foto: Zenkert

Kulturwissenschaften

Bereits im Studium auf den Wunschberuf hinarbeiten

Je nach Schwerpunkt beschäftigen sich die Kulturwissenschaften mit einzelnen Aspekten aus dem weiten Feld Kultur. Das Studium ist theorielastig; wer sich dafür entscheidet, sollte ein Faible für Sprache und Texte haben – und früh darüber nachdenken, was er später beruflich machen will.

Lieber Ethnologie oder Medien, historisch oder gegenwartsbezogen? Wer Kulturwissenschaften studieren will, kann aus einer Vielzahl von Ausrichtungen wählen. 309 Angebote sind es laut studienwahl.de derzeit, fast alle werden von Unis angeboten und sind interdisziplinär ausgerichtet. Die Bezeichnungen sind vielfältig und reichen beispielsweise von Kulturwissenschaften über Slawistik und American Studies bis hin zu Medienkulturwissenschaft.

Ein Porträtfoto von Michael Hümmer.

Michael Hümmer

Foto: privat

Michael Hümmer, Berufsberater der Agentur für Arbeit Fürth, gibt Tipps zur Orientierung: „Wer sich für internationale Themen interessiert, offen für andere Kulturen ist und gerne reist, kann nach den Schwerpunkten Ethnologie, Volkskunde und Anthropologie suchen. Liegt der inhaltliche Fokus auf Kommunikation und Medien, sollte man auch Spaß an neuen Medien haben und bereit sein, sich mit IT-Anwendungen zu beschäftigen. Für historisch ausgerichtete Studiengänge wird meist ein Latinum verlangt, zudem sind Französischkenntnisse von Vorteil. Das Fach Digital Humanities (deutsch: „digitale Geisteswissenschaften“, siehe auch „Die Digitalisierung der Wissenschaft“) umfasst die Anwendung von computergestützten Verfahren und die systematische Verwendung von digitalen Ressourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Reflexion über deren Anwendung.“

Vier Kernkompetenzen

Was alle Angebote eint: Es wird jede Menge gelesen. „Man muss ein Faible für Sprache, Text und Kommunikation haben“, betont Michael Hümmer. Studierende sollten theoretisch und analytisch denken, Quellen bewerten, Sachverhalte hinterfragen, forschen, recherchieren und Theorien auf die Gegenwart übertragen können – und natürlich Spaß daran haben (siehe auch „Über den Tellerrand hinausschauen“).

Dabei vermittelt ein kulturwissenschaftliches Studium laut dem Berufsberater vier Kernkompetenzen: analysieren, strukturieren, kommunizieren und präsentieren. Sie qualifizieren für Tätigkeiten in verschiedenen Branchen – also nicht nur im Kultursektor. „Diese Fähigkeiten suchen viele Arbeitgeber“, erklärt er. Sie sind unter anderem in der Informationsaufbereitung und -vermittlung und dem Projektmanagement gefragt. Im Feld Bildungsmedien und bei Kommunikationsagenturen etwa gebe es viele Volontariate und Trainee-Programme, um ins Berufsleben einzusteigen.

Früh Praxiserfahrungen sammeln

„Jedoch muss man stets im Kopf haben: Es handelt sich um ein wissenschaftliches Studium, das nicht berufsqualifizierend ist“, macht Michael Hümmer deutlich. Anders als ein Lehramt- oder Medizinstudium ist es nicht auf eine konkrete Tätigkeit ausgerichtet. „Es ist daher wichtig, sich früh die Frage zu stellen: Was will ich später machen? Interessiert mich beispielsweise eher der Bereich Eventmanagement oder soll es in Richtung Journalismus gehen?“, zählt der Experte auf. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass bei vielen Stellen Fähigkeiten und Kenntnisse benötigt werden, die das Studium eventuell nicht vermittelt: „Die Leiterin eines kleineren Heimatmuseums etwa ist für Eventmanagement, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Personalverwaltung, Sponsoring, den Internetauftritt und vieles mehr verantwortlich.“

Um sich den Berufseinstieg zu erleichtern, sollte man zweigleisig fahren, so der Tipp des Berufsberaters: Ein Thema studieren, das einen interessiert, und gleichzeitig über Praktika, Nebenjobs oder bereits durch ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur vor Studienbeginn herausfinden, in welchem Bereich man später arbeiten will. Das befähigt einen dazu, möglichst noch während des Studiums sein Profil mit Praxiserfahrungen und der Aneignung entsprechender Tools zu schärfen (siehe auch „Kulturgeschichte erlebbar machen“).

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchwort: Kulturwissenschaftler/in).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in

Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Kulturwissenschaften).
www.studienwahl.de

Zeitschrift für Kulturwissenschaften

Die Zeitschrift für Kulturwissenschaften wurde 2007 gegründet und erscheint zweimal jährlich im transcript Verlag (Bielefeld). Sie ist seit Beginn der Diskussion und Kontroverse über „Kultur“ und die Kulturwissenschaften gewidmet.
www.zeitschrift-kulturwissenschaften.de

Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler (BfK)

Der BfK ist ein Zusammenschluss freiberuflich tätiger Kulturwissenschaftler, der die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder vertritt und in der Öffentlichkeit um mehr Akzeptanz der Freiberufler in den Bereichen Kulturwissenschaft und Kulturvermittlung wirbt.
www.b-f-k.de

Kulturmanagement Network

Einer der führenden Informationsdienste und Serviceanbieter für Fach- und Führungskräfte im europäischen Kulturbetrieb
www.kulturmanagement.net

Freiwilliges Soziales Jahre (FSJ) Kultur

Beim FSJ Kultur arbeiten junge Menschen in einer kulturellen Einrichtung mit. Der Freiwilligendienst dauert meistens zwölf Monate und beginnt in jedem Jahr etwa um den 1. September.
www.fsjkultur.de

abi>> 12.10.2017