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Auf den Spuren Che Guevaras

Kubas Hauptstadt Havanna von oben
Wer sich sprachlich und kulturell für Lateinamerika interessiert, etwa für Kuba, für den kann das Studium der Hispanistik das richtige sein. Diese ist eine Teildisziplin der Romanistik.
Foto: Franziska Loos

Romanistik

Auf den Spuren Che Guevaras

Für Felix Bielefeld (29) war Lateinamerika schon immer ein mit spannenden Mythen und faszinierenden Persönlichkeiten aufgeladener Ort – von Simón Bolívar bis Che Guevara. Für sein Bachelorstudium der Romanistik betrachtet er ein gewisses Vorwissen von Kultur, Politik und Sprache als essenziell.

Kuba zum Greifen nah und das in Deutschland: Das bisherige Highlight seines Romanistikstudiums im Fach Hispanistik war für Felix Bielefeld ein Blockseminar eines kubanischen Gastdozenten, der die Studierenden für zwei lange Wochenenden in die Welt des Revolutionärs und Politikers Fidel Castros oder des Musikers Compay Segundos einführte. Dort lernte der heute 29-Jährige mehr über kubanische Sitten und Gebräuche als je zuvor – von nützlichen Redewendungen über Geschichte bis hin zur Musik und den weltberühmten Zigarren. „Passenderweise war es gerade Sommer und wir sind abends mit dem Dozenten tanzen gegangen. Es hat sich angefühlt wie in Kuba“, schwärmt er.

Ein Porträtbild von Felix Bielefeld

Felix Bielefeld

Foto: Luisa Ederle

Zunächst hatte sich Felix Bielefeld ein Studium der Romanistik aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht zugetraut und schrieb sich in die Fächer Politikwissenschaft und Soziologie an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg ein. Doch während eines privat organisierten sechsmonatigen Aufenthalts in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires polierte er sein Spanisch so weit auf, dass er nach seiner Rückkehr zum Zwei-Fach-Bachelor in den Fächern Hispanistik und Politikwissenschaft wechseln konnte. „Mein Ziel war es, in den Journalismus zu gehen – und ich gewann den Eindruck, dass ein Studium, bei dem der Schwerpunkt auf einer Sprache liegt, einen besseren Raum dafür öffnete als die eher allgemein gehaltene Soziologie“, erklärt er seine Beweggründe.

Keine Zulassungsbeschränkung

Sein Studium der Hispanistik teilt sich in drei Bereiche auf: Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaft. In jedem Bereich belegen die Studierenden mindestens zwei Schwerpunkte, gegebenenfalls auch mehr. Dazu kommen Sprachkurse in drei Niveaustufen. Der Bachelor in Romanistik an der Uni Halle ist nicht zulassungsbeschränkt und in Hispanistik sind Vorkenntnisse der Sprache nicht notwendig, aber nützlich: „Dank meines Aufenthalts in Argentinien konnte ich gleich in ein höheres Niveau einsteigen und mir so etwas Zeit sparen“, erzählt der gebürtige Trierer. Verschiedene Gastdozenten vermitteln den Studierenden regionales Spezialwissen.

Auslandssemester sind zwar keine Pflicht, aber für Felix Bielefeld absolut empfehlenswert: „Nicht nur wegen der Sprachpraxis – auch, weil man durch den direkten Kontakt zu Land und Leuten die Kultur intensiver erlebt und versteht. Und zwar nochmal auf viel tiefere Weise, als wenn man dorthin nur in den Urlaub fährt.“

Klare Ziele und Eigeninitiative vonnöten

Doch eine Affinität und Kenntnis von Sprache sowie politischen und kulturellen Bedingungen vor Ort sollte laut Felix Bielefeld unbedingt schon vorher gegeben sein. „Wie in allen Geisteswissenschaften braucht es klare Zielvorstellungen und jede Menge Eigeninitiative, damit man mit einem Studium der Romanistik später auch etwas anfangen kann“, findet er. Je mehr man ins Studium mitbringe, umso mehr könne man auch für sich und seine Zukunft herausziehen.

Sein Tipp für jeden, der sich für Romanistik interessiert: „Es lohnt sich, das Studium aktiv anzugehen: mit offenen Ohren und Augen Wissen und Erfahrungen suchen. Wer passiv bleibt, dem fehlt später eine wichtige Brücke in den Job.“

Studium öffnet Wege ins Ausland

Mittlerweile steht Felix Bielefeld kurz vor dem Ende seines Studiums. Einen Master möchte er später auf jeden Fall noch aufsatteln. Doch erst einmal will er Berufserfahrung sammeln, damit er eine klare Vorstellung bekommt, welches Aufbaustudium ihn konkret weiterbringen kann. Inzwischen kann er sich neben dem Journalismus auch andere berufliche Wege vorstellen, etwa die Arbeit bei internationalen Organisationen oder Instituten.

abi>> 19.04.2017