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Kein trockenes Sprachenstudium

Arabische Bücher auf einem Stapel
Hinter Wirtschaftsarabistik verbirgt sich kein reines Sprachenstudium. Auch betriebswirtschaftliche und kulturelle Kenntnisse gehören zu den Studieninhalten.
Foto: Sonja Trabandt

Wirtschaftsarabistik

Kein trockenes Sprachenstudium

Als angehende Wirtschaftsarabistin weiß Lucy Schulze (24) nicht nur, wie Unternehmen ticken, sondern sie spricht auch fließend Arabisch und kennt die Besonderheiten der arabischen Welt. In ihrem achtsemestrigen Bachelorstudium an der Hochschule Bremen erwirbt sie wirtschaftliche und interkulturelle Kenntnisse zugleich.

Lucy Schulze war schon als Schülerin von der arabischen Sprache fasziniert. Da viele ihrer Freunde aus arabischen Ländern kommen, wollte sie auch deren Sprache können. „Ich wusste, wenn ich das wirklich lernen möchte, geht das nur über ein Studium. Denn Arabisch ist sehr schwer. Das lernt man nicht mal eben so, wie zum Beispiel Französisch oder Spanisch“, erinnert sie sich.

Ein reines Sprachenstudium wäre ihr aber zu trocken gewesen, sodass sie sich für den Studiengang Angewandte Wirtschaftssprachen und Internationale Unternehmensführung (AWS) an der Hochschule Bremen entschied. „Mir war es wichtig, praxisnah und mit dem Fokus auf Wirtschaft zu studieren. Denn ich glaube, man kann mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und interkulturellem Gespür viel bewegen“, erklärt die Studentin.

China, Japan oder die arabische Welt

Ein Porträt-Foto von Lucy Schulze

Lucy Schulze

Foto: Privat

Den interdisziplinären Studiengang AWS hat die Hochschule Bremen bereits vor über 25 Jahren ins Leben gerufen. Er kombiniert betriebs- und volkswirtschaftliche Fächer mit Regionalstudien und Sprachkenntnissen der drei Weltregionen arabischer Raum, China oder Japan. Für die Region entscheiden sich die Studierenden bereits bei der Bewerbung um den Studienplatz.

Alle Module wie zum Beispiel Grundlagen der BWL, Internationales Management und Internationales Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsenglisch sind eigens für die AWS-Studierenden konzipiert. „Wir lernen aber nicht nur, die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen, sondern auch speziell den arabischen Raum mit seiner Geschichte, Religion und Kultur und natürlich auch mit seinen Konflikten“, fasst Lucy Schulze die Besonderheit des Studiengangs zusammen. Arabisch zu lernen sei dabei die größte Herausforderung, meint sie. „Da muss man konsequent dran bleiben, um nicht den Anschluss zu verlieren.“

Ein Jahr in Jordanien

Ein einjähriger Auslandsaufenthalt in Jordanien ist für Lucy Schulze bis heute das Highlight ihres Studiums. Sie belegte Sprachkurse an der German Jordanian University in der Hauptstadt Amman und hatte ansonsten alle Hände voll zu tun, ihren Alltag im benachbarten Madaba zu organisieren. Die letzten fünf Monate absolvierte sie ein Praktikum bei der UNRWA, der UN-Organisation für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten. Hier unterstützte sie die Verwaltung für ein Stipendienprogramm sowie das Budgetierungsverfahren von Beraterkosten.

Eine gute Schule für interkulturelles Verständnis biete auch der Studienalltag selbst, findet Lucy Schulze, denn viele Lehrkräfte und Austauschstudierende seien asiatischer oder arabischer Abstammung. „Diskussionen über gesellschaftliche Themen sind natürlich nicht immer ganz einfach, weil die Religionen und die damit verbundenen Ansichten sehr unterschiedlich sind. Dann ist es sehr wichtig, sich davon nicht abschrecken zu lassen, sondern weiter in die Tiefe zu gehen“, meint die Wahl-Bremerin.

In ihrer Bachelorarbeit möchte sie sich mit nachhaltiger Wirtschaft im arabischen Raum auseinandersetzen und im Bereich Nachhaltiges Management einen Master draufsatteln. Für die Zukunft kann sie sich durchaus vorstellen, wieder für die UNRWA in Jordanien zu arbeiten.

abi>> 28.03.2016