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Spaß am Formulieren vermitteln

Drei junge Frauen und ein junger Man lehnen an eine Glaswand.
In geisteswissenschaftlichen Studiengängen sind hauptsächlich Frauen eingeschrieben. Kein Grund für Männer mit entsprechenden Interessen, einen Bogen um diese Fächer zu machen.
Foto: Katharina Kemme

Germanistik

Spaß am Formulieren vermitteln

Julian Martin (22) studiert Deutsch und Geschichte auf Realschullehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ein guter Lehrer ist für ihn einer, den die Schüler sympathisch finden – und bei dem man etwas lernt. Für abi» berichtet er von seinen Erfahrungen in einem Studiengang mit Frauenüberschuss.

Der Umgang mit der deutschen Sprache hat mir schon immer großen Spaß gemacht. Naturwissenschaften langweilen mich eher. Ich hatte Deutsch und Pädagogik als Leistungskurse und wusste bald, dass ich Lehrer werden wollte.

Allerdings hatte ich erst den Plan, Sonderschullehrer zu werden und habe nach dem Abi ein Jahr lang als Schulbegleiter gearbeitet. Dort habe ich Kinder mit sozial-emotionalen Handicaps in der Schule betreut und so einen guten Einblick in den Lehrerberuf bekommen. Am Numerus clausus für das Studium der Sonderpädagogik bin ich dann allerdings haarscharf gescheitert und habe mich für das Realschullehramt entschieden – auch weil ich dann theoretisch später noch auf Sonderschulpädagogik umschwenken kann.

Lesen und Formulieren

Ein Porträt-Foto von Julian Martin

Julian Martin

Foto: Jeremias König

Deutsch als Unterrichtsfach stand für mich sofort fest. Und da ich schon als Kind viel Musik gemacht habe, fand ich, Musik sei als Zweitfach die richtige Wahl. Ich habe mich dann bei der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für das Studium Realschullehramt mit den Fächern Deutsch und Musik beworben. Die Aufnahmeprüfung für Musik war aber doch zu theoretisch und so habe ich mich für meinen Zweitwunsch Geschichte eingeschrieben.

Jetzt studiere ich im ersten Semester und bin mit meiner Fächer-Kombination sehr zufrieden. Besonders der Germanistikanteil gefällt mir: Wir analysieren beispielsweise Sonette und schreiben Essays. Das Formulieren und Schreiben fällt mir leicht. Ich verfasse auch selbst Kurzgeschichten und Songtexte – der spielerische Umgang mit Sprache macht mir einfach Spaß!

Mehr Frauen als Männer

In meinem Studium ist der Frauenanteil ziemlich hoch. In einigen Veranstaltungen sind weniger als 20 Prozent Männer. Aber mich stört das nicht. Und auch für meinen späteren Beruf finde ich, dass es keine Rolle spielt, ob ich mit Männern oder mit Frauen zusammenarbeite. Ich glaube aber, dass man als Mann im Lehrerberuf ganz gute Chancen hat, da es gerade in Grund- und Realschulen so wenig männliche Lehrer gibt.

Neben meinem Studium unterrichte ich zweimal pro Woche Mittelschüler im Fach Deutsch und helfe ihnen so bei der Vorbereitung auf den Qualifizierten Mittelschulabschluss. Auch bei dieser Praxiserfahrung achte ich darauf, dass ich den Schülern möglichst korrektes und gutes Deutsch vermittele. Jugendsprache und Slang setze ich nur gezielt ein, um die Schüler darauf aufmerksam zu machen. Ich finde es toll, wenn ich meine eigene Freude am Formulieren und an einem immer größer werdenden Wortschatz auch bei den Schülern wecken kann.

Nach meinem Bachelorabschluss werde ich noch das Staatsexamen machen und würde dann gern einen Master mit der Spezialisierung Medienpädagogik wählen. Ich will später unterrichten und ein guter Lehrer werden, einer den die Schüler schätzen, weil er ihnen etwas beibringt, das Sinn macht. 

abi>> 01.03.2018