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Der Weg in den Wunschberuf

Zu sehen ist Schulkreide, die auf einer Tafel liegt.
In den meisten Bundesländern wurde das Lehramtsstudium mittlerweile auf die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt.
Foto: Martin Rehm

Lehramt an Gymnasien

Der Weg in den Wunschberuf

Carina Mersmann (24) wird Gymnasiallehrerin für Deutsch und Mathe. In ihrem Masterstudium an der Universität Oldenburg beschäftigt sie sich nicht nur mit ihren beiden Fächern, sondern auch mit den pädagogischen und didaktischen Aspekten des Berufs.

„B ist du verrückt, wieso nimmst du zwei Hauptfächer?“ Diesen Satz hat Carina Mersmann zu Beginn ihres Lehramtsstudiums häufiger gehört. Natürlich ist der Korrekturaufwand in zwei Hauptfächern höher als in Nebenfächern. „Ich habe mich bei der Fächerwahl daran orientiert, was mir in der Schule selbst am meisten Spaß gemacht hat. Und ich finde, dass sich die beiden Fächer super ergänzen“, erklärt sie. Die 24-Jährige studiert Lehramt an Gymnasien an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und befindet sich derzeit im vierten und letzten Semesters des Masters of Education.

Mehr wissen als die Schüler

Ein Porträt-Foto von Carina Mersmann

Carina Mersmann

Foto: Mascha Dinter

In Deutsch und Mathe absolviert die Lehramtsstudentin teilweise die gleichen Seminare wie ihre Kommilitonen in den Fachstudiengängen, vor allem im Master sind die Module jedoch viel didaktischer angelegt. Die Didaktikkurse sollen auf das Unterrichten und den Umgang mit den Schülern vorbereiten. „Hier wird uns viel Praktisches an die Hand gegeben, das wir später im Unterricht anwenden können. Wir lernen, wie wir den Schülern den Stoff am besten vermitteln und welche Unterrichtsmethoden es gibt.“

In Mathe werden unter anderem Kenntnisse in Algebra, Analysis und Stochastik vermittelt, die Masterstudentin hat außerdem die Vertiefungsrichtungen Zahlentheorie und Geometrie gewählt. „Das Mathestudium ist anspruchsvoll, aber wichtig, um einen guten Überblick zu haben. Man sollte schließlich mehr wissen als die Schüler“, sagt sie. In Deutsch stehen Seminare und Vorlesungen in Sprach- und Literaturwissenschaft auf dem Plan.

Fach- und Forschungspraktikum

Einen Einblick in die berufliche Praxis eröffnet auch das siebenwöchige Fach- und Forschungspraktikum, das Teil des Masterstudiums ist. „Fünf Wochen davon habe ich an einem Gymnasium verbracht und einige Stunden unterrichtet, außerdem habe ich eine Unterrichtsreihe entworfen“, berichtet die 24-Jährige.

Im anschließenden zweiwöchigen Forschungspraktikum, für das Carina Mersmann eine wissenschaftliche Fragestellung entwickeln musste, beschäftigte sie sich mit dem Textverständnis bei mathematischen Aufgaben und führte dazu auch ein Projekt mit den Schülern durch. „Am liebsten hätte ich während des Studiums noch mehr Praxiserfahrung gesammelt, gerade der Bachelor war sehr fachlastig. Ich finde, das Lehramtsstudium würde sich eigentlich gut als duales Studium eignen. So macht man zwar mehrere Praktika, aber der Übergang vom Studium ins Referendariat mit eigener Klasse ist dann doch ein Sprung ins kalte Wasser.“

Arbeitsaufwand nicht unterschätzen

Gerade hat Carina Mersmann ihre Masterarbeit abgegeben, in der sie sich mit Märchen im Deutschunterricht beschäftigt hat. Nun bewirbt sie sich fürs Referendariat. Der Vorbereitungsdienst in Niedersachsen dauert 18 Monate. Ob fünfte Klasse oder Oberstufe – Carina Mersmann kann allen Altersgruppen etwas abgewinnen. „Die Arbeit mit jüngeren Schülern macht mir besonders viel Spaß, weil man mehr ausprobieren kann. An der Arbeit mit Älteren wiederum gefällt mir, dass man anspruchsvollere Themen behandelt“, schildert sie.

Die Studentin ist gespannt, was im Referendariat auf sie zukommt. Aus ihren Praktika weiß sie: „Den Arbeitsaufwand für die Unterrichtsvorbereitungen unterschätzt man zu Beginn. Für 45 Minuten Unterricht braucht man am Anfang schon mal zwei Stunden Vorbereitungszeit. Je besser man die Klasse kennt, desto routinierter wird man natürlich. Gespannt bin ich auch auf die Elternarbeit, die kenne ich aus meinen Praktika noch gar nicht.“

abi>> 09.11.2015