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Die Schüler anspornen

Junge Lehrerin unterstützt Schüler bei einer Gruppenarbeit in einem Klassenzimmer.
Praxis wird großgeschrieben: Die Zahl der Pflichtpraktika in Lehramtsstudiengängen nimmt zu.
Foto: Martin Rehm

Lehramt an Werkreal-, Haupt- und Realschulen

Die Schüler anspornen

An der Pädagogischen Hochschule Weingarten studiert Sarah Schaaf (20) die Fächer Deutsch, Biologie und Kunst auf Lehramt an Werkreal-, Haupt- und Realschulen. Die Entscheidung für diese Schulform lag für die Studentin nahe.

Als Sarah Schaaf sich für ihr Lehramtsstudium einschrieb, musste sie nicht lange überlegen, wo sie später unterrichten will. Sie entschied sich für das Lehramt an Werkreal-, Haupt- und Realschulen, wo die Schüler in der Regel zwischen 10 und 17 Jahre alt sind: „Ich finde es besonders spannend, mit dieser Altersgruppe zu arbeiten. Das sind die Schüler, die mich interessieren; in dem Alter kann ich noch etwas bewegen. Ich möchte meine Schüler später gerne anspornen und ihnen zum Beispiel dabei helfen, nach der Realschule weiter zu machen“, sagt die 20-Jährige, die als Schülerin häufig als Ferienbetreuerin gearbeitet hat. „Ich wusste früh, dass mir der Umgang mit Kindern Spaß macht. Außerdem habe ich mich immer sehr für die Fächer Deutsch, Biologie und Kunst interessiert. Das Lehramt ist für mich die beste Möglichkeit, alles miteinander zu kombinieren“, schildert sie.

Das erste Mal vor einer Klasse stehen

Nachdem sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in einem Schullandheim absolviert hatte, begann Sarah Schaaf 2014 mit ihrem Studium an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Das ist eine von sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg, die ausschließlich Studiengänge für Bildungsberufe anbieten. Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, in dem es diese Hochschulform noch gibt.

Ein Porträt-Foto von Sarah Schaaf

Sarah Schaaf

Foto: Privat

„Mir gefällt besonders gut, dass das Studium so praxisorientiert ist“, sagt die Studentin, die sich derzeit im dritten Semester befindet. Für sie beginnt bald ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum, in dem sie auch selbst zwei Stunden Unterricht halten wird. „Ich habe zwar bereits mit Kindern gearbeitet, aber noch nie vor einer Klasse gestanden. Das ist schon ein bisschen aufregend, aber ich bin zuversichtlich.“ In der Mitte beziehungsweise am Ende des Studiums folgen dann das sogenannte integrierte Semesterpraktikum und das Professionalisierungspraktikum, das nicht zwingend an einer Schule, sondern auch an jeder pädagogischen Institution durchgeführt werden kann, auch im Ausland.

Fach- und Bildungswissenschaften

Sarah Schaaf ist eine der letzten, die ihr Studium an der PH Weingarten mit Staatsexamen abschließen wird. Zum Wintersemester 2015/16 werden alle Lehramtsstudiengänge in Baden-Württemberg auf Bachelor/Master umgestellt. Die Regelstudienzeit bis zum ersten Staatsexamen beträgt acht Semester, danach wechselt die angehende Lehrerin ins Referendariat.

Auf ihrem Stundenplan finden sich nicht nur Module in Deutsch, Biologie und Kunst, sondern auch Seminare und Vorlesungen aus dem Bereich Bildungswissenschaften. Dazu gehören Fächer wie Erziehungswissenschaft, Psychologie oder Soziologie. „Im zweiten Semester habe ich ein Kommunikationsseminar belegt, in dem wir in verschiedenen Übungen zum Sprechverhalten analysiert haben, wie man kommunizieren sollte, damit das Gesagte auch beim Gegenüber ankommt. Das ist für einen Lehrer natürlich extrem wichtig“, findet sie.

Vielfalt wertschätzen

Auch das Thema Inklusion wird im Studium behandelt, um die angehenden Lehrer auf die neuen Herausforderungen durch die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in das allgemeine Bildungssystem und die zunehmende Verschiedenheit der Schüler vorzubereiten. Zuletzt hat Sarah Schaaf ein Seminar zur Heterogenität von Lerngruppen besucht.

„Als Lehrer werden wir zukünftig die Aufgabe haben, alle Kinder zusammen zu unterrichten. Ich finde es wichtig, dass alle Schüler den inklusiven Unterricht als Normalität kennenlernen. Gleichzeitig stelle ich es mir nicht ganz leicht vor, als Lehrerin von einer Klasse mit 25 Kindern auf jeden gleich intensiv einzugehen. Ich hoffe, dass wir das im Studium noch lernen“, sagt sie.

abi>> 03.11.2015