Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Die Tiefen des Kosmos ergründen

Detailaufnahme von einem Schriftzug.
Physik bildet für viele Bereiche der Naturwissenschaften – zum Beispiel für die Astronomie – eine wichtige Grundlage.
Foto: Winfried Rothermel

Astronomie und Astrophysik

Die Tiefen des Kosmos ergründen

Seminare und Vorlesungen zu „galaktischen“ Themen und Praktika mit dem Radioteleskop gehören zu Nicolas Lachs Stundenplan. Der 26-Jährige absolviert einen Lehramtsstudiengang in Astronomie und Astrophysik an der Universität Tübingen.

Sein auf Gymnasiallehramt ausgerichtetes Studium hatte Nicolas Lach mit den Hauptfächern Mathe und Sport begonnen. Dann ergriff er eine eher seltene Gelegenheit – an der Universität Tübingen ist es möglich, Astronomie als Erweiterungsfach zu belegen: „Das fand ich interessant, daher habe ich im sechsten Semester Astronomie hinzugewählt und mich ergänzend für Physik als drittes Hauptfach mit Ergänzungsprüfung entschieden. Die Kombination ist toll, nicht zuletzt, weil Physik Voraussetzung für das Verständnis der Astronomie ist.“

Gaswolken in der Milchstraße vermessen

Ein Porträt-Foto von Nicolas Lachs

Nicolas Lach

Foto: privat

Inzwischen ist Nicolas Lach im zwölften Semester des Studiums, das er in den beiden Hauptfächern mit Staatsexamen abschließen wird. „Aber auch das Fach Astronomie ist ziemlich zeitaufwendig. Es beinhaltet viele Vorträge und viel höhere Mathematik.“ In Tübingen folgte auf ein Grundstudium der Physik ein Basismodul Astronomie und Kosmologie, „bevor es immer tiefer in die Materie ging“, berichtet der angehende Lehrer. „Die Astronomie unterteilt sich in Astronomie mit Photonen, Teilchen oder Gravitationswellen – entsprechende Module stehen zur Wahl.“ So beinhaltet der Lehrplan Module wie Bau und Entwicklung der Sterne, Physik der Gasnebel oder Beobachtungstechniken der Astrophysik und Module auf Englisch wie zum Beispiel Observational Cosmology, High Energy Astrophysics oder Computational Physics.

Am zur Universität Tübingen gehörenden Institut für Astronomie und Astrophysik (IAAC) tauchte der Student in die Arbeit der Astronomen ein. Im Rahmen des Studiums absolvierte er dort zwei Praktika: ein Einführungspraktikum, das mit drei Wochenstunden über das ganze Semester lief, sowie ein Fortgeschrittenen-Praktikum mit sechs ganztägigen Versuchen. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Nicolas Lach. „Wir haben zum Beispiel mit dem Radioteleskop Gaswolken in der Milchstraße vermessen und deren relative Geschwindigkeit zur Erde ermittelt. So konnten wir uns ein Bild vom Aufbau der Milchstraße machen.“

Astronomie im Schulunterricht

Freude am Rechnen und den Phänomenen der Astronomie sollte man mitbringen, um das Studium zu meistern. Es ist diese Begeisterung, die auch Nicolas Lach antreibt. „Mich fasziniert es zu ergründen, wie die Milchstraße und das Universum entstanden sind und wie sie sich in Zukunft entwickeln.“

Wie er die Inhalte später in seinen Unterricht an einem Gymnasium unterbringt, steht noch weitestgehend in den Sternen: Als Pflichtfach gehört Astronomie derzeit nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Schulunterricht. „In meiner Heimat Baden-Württemberg ist Astronomie kein eigenes Schulfach, doch bestimmt kann ich einige Inhalte in meinen Physikunterricht einbauen und auch als Wahlfach könnte ich es unterrichten.“ Praxis im Unterrichten sammelt er bereits parallel zum Studium: „Ich begleite zum Beispiel die U17-Junioren der DFB-Nationalmannschaft zu den Länderspielen und gebe Unterricht in Naturwissenschaften. Dabei habe ich schon Themen wie das Sonnensystem und die Keplerschen Gesetze zu den Umlaufbahnen behandelt.“

abi>> 09.08.2016