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Allen Kindern einen guten Schulstart ermöglichen

Eine Lehrerin schreibt etwas an die Tafel.
Um für die inklusive Arbeit eines Grundschullehrers gewappnet zu sein, wird das Thema immer stärker bereits im Studium gelehrt – in einigen Fällen sogar in speziellen Vertiefungsfächern.
Foto: Axel Jusseit

Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Inklusion

Allen Kindern einen guten Schulstart ermöglichen

Für ihr Grundschullehramtsstudium an der Uni Bremen hat Svenja Wichmann (25) den Schwerpunkt „Inklusive Pädagogik“ ausgewählt – und dadurch später die Möglichkeit, als Grundschullehrerin oder Sonderpädagogin zu arbeiten.

Bereits zu ihrer eigenen Schulzeit war Svenja Wichmann klar, dass sie später einmal mit Kindern arbeiten will. „Ich habe einfach einen guten Zugang zu Kindern“, erzählt die heute 25-Jährige. Nach ihrer Fachhochschulreife machte sie zunächst eine Ausbildung zur Sozialassistentin, später zur Erzieherin. Doch in der Kita, in der sie arbeitete, war Svenja Wichmann nicht glücklich.

Ein Porträtbild von Svenja Wichmann

Svenja Wichmann

Foto: Alexandra Thies

Und so reifte in ihr der Wunsch,  Grundschullehramt zu studieren.
Sie entschied sich für ein Studium an der Universität Bremen mit den Hauptfächern „Inklusive Pädagogik“ und Mathematik sowie dem Nebenfach Sachunterricht. „Mich hat daran vor allem überzeugt, dass ich mit dem Studium eine Doppelqualifikation erwerbe und später als Grundschullehrerin oder als Sonderpädagogin arbeiten kann“, begründet sie ihre Wahl.

Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen

Ihren Bachelor of Education hat Svenja Wichmann bereits in der Tasche, derzeit studiert sie im zweiten Mastersemester. „Im Bachelor ging es vor allem um die Grundlagen“, erklärt sie. Auch der Bereich Erziehungswissenschaften stand auf ihrem Lehrplan. Dabei lernte sie etwa, wie sie als Lehrerin mit den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Schüler umgehen kann. „Das bezog sich nicht nur auf Menschen mit Behinderung, sondern viel allgemeiner auf Unterschiede wie Migrationshintergrund, Gender oder Religion“, sagt Svenja Wichmann und ergänzt: „Inklusion wird ja oft viel zu kurz gefasst.“

Für ihren Schwerpunkt „Inklusive Pädagogik“ besuchte sie Seminare wie „Inklusive Didaktik“, in dem es etwa darum ging, auf das unterschiedliche Lerntempo der Schüler individuell einzugehen. „Man kann über verschiedene Faktoren differenzieren: etwa über die Zeit, die Motivation oder unterschiedliches Material“, erklärt sie.

Praxissemester an der Schule

Im Masterstudiengang sind die Studierenden gefordert, das Erlernte in die Praxis umzusetzen, denn an der Universität Bremen ist ein Praxissemester Pflicht. „Ich bin derzeit immer vormittags an einer Grundschule“, sagt Svenja Wichmann. Sie begleitet Lehrer und Sonderpädagogen durch den Schulalltag und unterrichtet auch selbst. In regelmäßigen Abständen finden an der Uni Seminare statt, in denen sie Unterstützung bei der Unterrichtsplanung erhält. Als Teil des Praxissemesters muss die 25-Jährige zudem ein sonderpädagogisches Fallgutachten erstellen: „Dabei geht es darum, den Förderbedarf des Kindes festzustellen.“

Im Referendariat können die angehenden Lehrer mit Schwerpunkt Inklusion ein Praktikum im Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrum, kurz Rebuz, absolvieren. „Dort arbeiten Sonder- oder Sozialpädagogen, an die man sich wenden kann, wenn man etwa mit einem Schüler nicht weiterkommt“, erläutert die Studentin die Aufgaben.

Studium eröffnet zwei Optionen

Bisher weiß Svenja Wichmann noch nicht, in welche Richtung sie nach dem Studium beruflich gehen will – Sonderpädagogik oder Grundschule: „Ich finde die Sonderpädagogik sehr spannend. Die Arbeit mit Menschen, die besondere Bedürfnisse haben, ist eine große Herausforderung.“ Allerdings unterrichtet sie ausgesprochen gerne: „Im Studium fand ich die Fachdidaktik, also wie ich den Kindern das Wissen vermitteln kann, immer am spannendsten.“

Fest steht, dass sie direkt mit Kindern und nicht in einem Amt oder einem Zentrum arbeiten will. „Ich will etwas bewegen und den Kindern einen möglichst guten Start ins Schulleben geben“, betont die 25-Jährige.

abi>> 28.06.2017