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Der Meister des Unterrichtens

Lehrer führt vor einer Gruppe von Schüler einen Versuch vor.
Lehramtsstudierende lernen im Studium, komplexe Inhalte aus ihrem Fachbereich zu vermitteln.
Foto: André Braun

Master of Education

Der Meister des Unterrichtens

Wer das Berufsziel hat, Lehrer zu werden, kommt in den meisten Bundesländern an einem Masterstudium nicht vorbei. Dieses absolviert zurzeit Dennis Gefke (29).

Den nächsten Schritt hat Dennis Gefke fast geschafft: Der Lehramtsstudent für berufsbildende Schulen an der Universität Hannover schreibt gerade seine Masterarbeit. Dabei schlug er erst nach einer Ausbildung zum Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik den Weg an die Hochschule ein. „Meine Lehrer an der Berufsschule, die mich für die Ausbildung unterrichteten, haben mich ermutigt, Lehrer zu werden“, berichtet er.

Auf diesen Rat zu hören, stellte sich für ihn als goldrichtig heraus: „Für mich ist die größte Herausforderung in dem Beruf, die Schüler mit einem interessanten Unterricht zu begeistern“, verrät er und ergänzt: „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man einen Unterricht plant, dieses Konzept umsetzt und dafür von den Schülern positives Feedback bekommt.“

Chancen ohne Master of Education gering

Ein Porträt-Foto von Dennis Gefke

Dennis Gefke

Foto: privat

Die meisten Bundesländer haben mittlerweile ihre Lehramtsausbildung auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt (eine Übersicht, welche Länder welche Abschlüsse anbieten, gibt es unter http://studienwahl.de/de/chstudieren/chstudienfelder/lehraemter/lehraemter0222.htm, mehr Infos unter http://abi.de/studium/studiengaenge/lehramt.htm?zg=schueler). Die Unterteilung in Bachelor und Master lässt jedoch wenige Alternativen offen. Für ein Referendariat ist der Master Voraussetzung und die beruflichen Chancen mit einem Lehramt-Bachelorabschluss sind gering.

Dennis Gefke hat zunächst seinen Bachelorabschluss in Hannover absolviert. „Man studiert für das Lehramt an beruflichen Schulen drei Fächer“, erklärt er: „Bei mir sind das Elektrotechnik und Politik mit der jeweiligen Fachdidaktik und für alle kommt Berufs- und Wirtschaftspädagogik hinzu.“ Während im Bachelor der Schwerpunkt auf den Fächern liegt, erhöht sich im Masterstudium der pädagogische Anteil der Lerninhalte.

Die Mischung macht‘s

Die Kombination seiner Fächer ist dabei für den Masterstudenten besonders reizvoll. Deutlich wurde ihm dies zum Beispiel in den Praxisphasen, die er in seinem Bachelor- und Masterstudium für jeweils vier Wochen an verschiedenen Schulen verbrachte: „In Politik lernt man die Schüler auch mal anders kennen. Da kommen welche, die in mathelastigen Fächern eher ruhig sind, oftmals ganz anders zur Geltung“, berichtet der angehende Lehrer.

Auch im Studium fesseln ihn die Themen: „Man studiert Elektrotechnik mit den Ingenieuren und Politik mit den Politikwissenschaftlern zusammen. Dadurch bekommt man auch fachlich eine hochwertige Ausbildung.“ In seinem Erstfach hat er sich auf Energietechnik, in Politik auf Politische Soziologie spezialisiert.

In den Pädagogikveranstaltungen geht es um aktuelle Themen wie Digitalisierung oder Inklusion und ihre Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Praktische Kenntnisse wie zur Unterrichtskonzeption werden in der jeweiligen Fachdidaktik und in Begleitveranstaltungen zu den praktischen Phasen vermittelt. Für diese hatte er unter anderem einen Unterrichtsbesuch mit Bewertung zu absolvieren.

Im Fach Elektrotechnik kamen im Masterstudium ein Unterrichtsprojekt mit eigenem Konzept und dessen Umsetzung hinzu. „Der Kontakt mit den Schülern macht mir sehr viel Spaß“, berichtet er. „Es ist auf jeden Fall der richtige Job für mich.“

Elektrotechniklehrer sind gefragt

In seinem vierten Mastersemester schreibt Dennis Gefke nun seine Abschlussarbeit in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik über das Aufzeichnen von Unterricht per Video und den Nutzen für Lehrkräfte und Studierende. Im Anschluss daran beginnt er das eineinhalb Jahre andauernde Referendariat.

Seine beruflichen Perspektiven sind sehr gut: Er kann später nicht nur betrieblich auszubildende Berufsschüler unterrichten, sondern auch an beruflichen Gymnasien, Technikerschulen oder Berufsfachschulen. Dazu kommt: „Elektrotechnik ist ein absolutes Mangelfach. Nach der Ausbildung kann man sich deshalb fast aussuchen, wo man hingeht“, betont der 29-Jährige.

 

abi>> 01.05.2017