Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Das Leben in der Stadt erforschen

Studierende beim gemeinsamen Lernen.
Im Masterstudiengang Advanced Urbanism beschäftigen sich die Studierenden mit Themen wie Städtebau sowie Stadt- und Raumplanung.
Foto: Burkhardt Hellwig

Advanced Urbanism

Das Leben in der Stadt erforschen

Bald hat Björn-Oliver Bloss (30) einen doppelten Masterabschluss in der Tasche: Beim Studiengang „Advanced Urbanism“ kooperieren die Bauhaus-Universität Weimar und die Tongji-University Shanghai miteinander.

Björn-Oliver Bloss ist ein Exot unter den Exoten, im bundesweit einzigartigen Masterstudiengang „Advanced Urbanism“ an der Bauhaus-Universität Weimar: „Die meisten haben zuvor Architektur oder Stadtplanung studiert, viele haben Berufserfahrung“, erklärt der 30-Jährige. Er selbst absolvierte dagegen seinen Diplom-Abschluss in Sozialer Arbeit an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig.

Dort hat er an der neu gegründeten Fakultät „Architektur und Sozialwissenschaften“ gearbeitet, nun ist er parallel zum Masterstudium als Sozialpädagoge in einer Kinder- und Jugendeinrichtung tätig und wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert. Erfahrungen mit Stadtpolitik, Stadtplanung und Architektur hat er außerdem durch seinen Einsatz in der Kommunalpolitik gesammelt.

Internationale Ausrichtung

Ein Porträt-Foto von Björn-Oliver Bloss

Björn-Oliver Bloss

Foto: privat

Für das Masterstudium „Advanced Urbanism“, kurz „AdUrb“ hat sich Björn-Oliver Bloss entschieden, weil er sich so gezielter aufstellen kann, ohne noch einmal ein komplettes Bachelorstudium absolvieren zu müssen. „Dadurch erhoffe ich mir einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt im Bereich Stadtentwicklung, Stadtforschung, Stadtteilarbeit oder Stadtpolitik“, erklärt der Masterstudent.

Und er ergänzt: „Der Charme des englischsprachigen Studiengangs liegt außerdem in seiner internationalen Ausrichtung. Die ersten zwei Semester verbringen wir Studierenden in Weimar, das dritte und vierte in Shanghai an der Tongji-Universität.“ Zuerst kommen die chinesischen Studierenden nach Deutschland, dann gehen alle zusammen nach China. Ziel ist ein Doppelabschluss beider Universitäten. International sind im Übrigen auch seine Kommilitonen: Mehr als zehn Nationen studieren gemeinsam.

Hoher Praxisbezug

Schwerpunkte des viersemestrigen, interdisziplinären Studiengangs sind Städtebau und Stadtplanung, Stadtsoziologie, Projektentwicklung und Raumplanung. Es gibt beispielsweise Module zum sozialen Wohnungsbau, zu nachhaltigen Städten aber auch zum Bauplanungsrecht. Das dritte Semester sieht eine praxisorientierte Arbeit vor, im vierten steht die Masterarbeit an.

Sehr genossen hat Björn-Oliver Bloss die zwei Semester in China. Vier Monate lang arbeitete er dort im Büro seines chinesischen Architekturprofessors an einem Projekt für eine alte Wasserstadt mit. Er durfte mit zu verschiedenen Treffen reisen, etwa zu Planungsgesprächen mit Vertretern der kommunistischen Partei vor Ort.

Internationale Kooperation hat hohe Priorität

„Für das Studium sollte man interkulturelles Denken mitbringen, denn Projektarbeit in internationalen Teams ist Studienalltag. Und man sollte sich gut auf Neues einstellen können“, rät Björn-Oliver Bloss. Zwar hat er im Studium auch das Entwerfen gelernt, man werde aber vor allem im analytischen Denken geschult. Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen finden sich seiner Einschätzung nach in Architekturbüros, in der Forschung, aber auch in Unternehmen oder Stiftungen, die international aufgestellt sind.

Björn-Oliver Bloss arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit. Er beschäftigt sich damit, wie Leipzig innerstädtisch weiter wachsen kann. Hat er sein Studium abgeschlossen, kann er sich verschiedene Wege vorstellen: Zum einen versucht er, im Bereich Stadtentwicklung oder Stadtplanung Fuß zu fassen – etwa im Planungsamt oder an der Hochschule. „Zum anderen gründe ich gerade mit Freunden zusammen das Unternehmen ‚Polisource‘. Die Idee hierzu hatte ich in China: Wir entwickeln eine App, die es Parteien ermöglicht, Debatten auch digital zu führen – die Parteistrukturen mit Ortsvereinen hierzulande sind nicht mehr zeitgemäß.“ Erste Gespräche mit interessierten Organisationen laufen bereits.

abi>> 27.03.2017