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In sechs Semestern zum Coach

Ein Mann sitzt mit Jugendlichen in einem Zimmer und unterhält sich.
Im sozialen Bereich sind häufig Berater gefragt - sowohl für die Jugendlichen als auch für die Sozialpädagogen.
Foto: Philipp Guelland

Beratung in der Arbeitswelt

In sechs Semestern zum Coach

Menschen, die in der Sozialarbeit tätig sind, bei beruflich bedingten Problemen beraten – das ist Markus Eulers Ziel. Dafür macht der 39-Jährige berufsbegleitend einen Master in „Beratung in der Arbeitswelt – Coaching, Supervision und Organisationsberatung“ an der Fachhochschule Frankfurt.

Sein Faible für beratende Tätigkeiten entdeckte Markus Euler schon während des Diplomstudiums in Sozialpädagogik. „Für mich ist die Beratung die Methode der Wahl, wenn es darum geht, Menschen in ihrer Entwicklung zu stärken oder zu stützen“, erläutert er.

Ein Porträt-Foto von Markus Euler

Markus Euler

Foto: Andreas Malkmus

Der 39-Jährige hat auch einen Master in Beratung- und Sozialrecht in der Tasche und ist in der niedrigschwelligen Drogenhilfe im Frankfurter Bahnhofsviertel tätig. Allerdings sei die Beratung in der Sozialarbeit auf Personen beschränkt, die aus einer sozialen Not heraus zu ihm kommen, wie er ergänzt. Um sich neue berufliche Felder zu erschließen, entschied sich der Sozialpädagoge nach dreijähriger Berufstätigkeit dazu, einen zweiten Master in „Beratung in der Arbeitswelt – Coaching, Supervision und Organisationsberatung“ an der Fachhochschule Frankfurt in Angriff zu nehmen.

Ohne Berufserfahrung kein Studienplatz

Um für den Studiengang, der pro Semester mit 1.625 Euro zu Buche schlägt, zugelassen zu werden, müssen Bewerber einige Voraussetzungen erfüllen: Sie brauchen ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit mindestens sechs Semestern oder 180 Leistungspunkten – alternativ kann man einen Antrag auf eine Eignungsprüfung stellen –, drei Jahre Berufserfahrung und den Nachweis über zehn Beratungssitzungen, die man selbst in Anspruch genommen hat. „Ich empfehle darüber hinaus, vorab möglichst viel Erfahrung in beratender Tätigkeit zu sammeln und entsprechende Fortbildungen zu machen“, sagt Markus Euler. Praktische Erfahrungen können gegebenenfalls von der Fachhochschule im Rahmen eines Punktesystems angerechnet werden und somit die Chancen auf einen der rund 30 Studienplätze pro Semester erhöhen.

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester, das Studium erfolgt berufsbegleitend. Die Studierenden müssen also nur alle drei bis vier Wochen ganztätig von Donnerstag bis Samstag die Hochschulbank drücken. Die restliche Zeit gehen sie ihrem Beruf nach. Da ihm sein Arbeitgeber eine Reduzierung der Arbeitszeit um zehn Prozent bewilligte, kommt Markus Euler mit der Doppelbelastung aus Studium und Beruf sehr gut zurecht.

Studium und Job unter einen Hut bringen

An den sogenannten Präsenztagen an der Hochschule lernen die Studierenden alles rund um das Thema Beratung. In den ersten drei Semestern beschäftigen sie sich mit den Grundlagen der Beratung, der Gestaltung von Einzel- und Gruppenberatungen sowie mit Supervision – der Beratung für Mitarbeiter in medizinischen, sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufen. In den höheren Semestern geht es vorwiegend um Organisationsberatung und Teamentwicklung. „Begleitend zu den Präsenzveranstaltungen gibt es eine bestimmte Anzahl an Beratungssitzungen, die wir selbst, etwa im Berufsalltag, durchführen und dokumentieren“, erzählt Markus Euler. Des Weiteren sieht das Studium einen Rollentausch vor: Die Studierenden nehmen als „Coachee“ oder „Supervisand“ selbst sogenannte Lehrberatungen in Anspruch. Das sechste Semester dient der Anfertigung der Masterarbeit, Präsenztage gibt es dann keine mehr.

Markus Euler hat noch drei Semester vor sich. Für die Zeit nach dem Studium hat er schon Pläne: „Als festes Standbein werde ich weiter in meinem Beruf arbeiten. Zusätzlich möchte ich selbstständig als Berater tätig werden, insbesondere im Bereich Einzel- oder Team-Supervision für Menschen, die selbst aus der sozialen Arbeit kommen. Das Berufsfeld und die typischen Probleme, die hier im Arbeitsalltag auftauchen können, kenne ich nun mal sehr gut.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort z.B.: Supervisor/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du nach Studiengängen und schulischen Ausbildungen suchen.
(Suchwort z.B.: Beratung Arbeitswelt)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Deutsche Gesellschaft für Supervision e. V.

Auf der Seite findest du einen Überblick über zertifizierte Weiterbildungen und anerkannte Studiengänge.
www.dgsv.de/weiterbildungen

Deutscher Bundesverband Coaching

www.dbvc.de

Deutsche Gesellschaft für Coaching e. V.

www.coaching-dgfc.de

Deutscher Fachverband Coaching e. V.

www.dfc-verband.de

European Coaching Association

www.european-coaching-association.de

abi>> 22.06.2016