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Über Sport in die Erlebnispädagogik

junger Mann beim Abseilen vom Baum
Übungen im Hochseilgarten werden beispielsweise als teambildende Maßnahme genutzt.
Foto: Rita Eggstein

Gesundheitsförderung und Therapie durch Sport

Über Sport in die Erlebnispädagogik

Der leidenschaftliche Sportkletterer Sebastian Schmidt studiert den Master „Gesundheitsförderung und Therapie durch Sport“ an der Universität Mainz. Der 28-Jährige träumt davon, sein Hobby zum Beruf zu machen und später als Erlebnispädagoge zu arbeiten.

Schon als Kind machte Sebastian Schmidt viel Sport – am liebsten draußen in der Natur. Lange Zeit waren Snowboard und Skateboard fahren, Sportklettern, Windsurfen und Judo für den jungen Mann aus dem thüringischen Gotha nur Hobbys. Doch dann entschied er sich, auch die beruflichen Weichen in Richtung Sport zu stellen. Deshalb studiert er an der Uni Mainz „Gesundheitsförderung und Therapie durch Sport“.

Leistungsdiagnostik mittels Laufband

Ein Porträt-Foto von Sebastian Schmidt

Sebastian Schmidt

Foto: Privat

Im Studium erfährt Sebastian Schmidt, wie man Sport präventiv gegen Krankheiten und Verletzungen einsetzen kann oder auch für die Rehabilitation von Körper, Psyche und Nervensystem. Im ersten Jahr des viersemestrigen Studiengangs stand die Vertiefung sportwissenschaftlicher Inhalte an. Sebastian Schmidt lernte zum Beispiel, wie man Leistungsdiagnostik auf einzelne Personen oder Gruppen anwendet, etwa bei den Mannschaftssportarten Fußball oder Handball. Hinzu kamen Seminare in Statistik und Evaluation sowie mit wirtschaftlichem Bezug, etwa Controlling und Management in Sportorganisationen. Das achtwöchige Pflichtpraktikum teilte der Student in zwei Bereiche auf: Er verbachte die Zeit in einer orthopädischen Rehaeinrichtung und in der Abteilung Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation an der Uni. Dort hat er die Theorie der Leistungsdiagnostik praktisch umgesetzt mittels Laufband und Fahrradergometer.

Gegen Ende des Studiums steht die Sportmedizin im Vordergrund. Die Studierenden lernen verschiedene Krankheitsbilder und geeignete sporttherapeutische Maßnahmen kennen. „In der Herzsportgruppe muss man zum Beispiel anders rangehen als bei Leuten mit orthopädischen Problemen“, erklärt Sebastian Schmidt. Im medizinischen Bereich kommt ihm dabei zugute, dass er vor seinem Studium eine Ausbildung zum Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten abgeschlossen hat.

Erfahrungen in Sachen Gruppendynamik

Zugangsvoraussetzung für den Master ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium mit Sportbezug und ein schriftlicher Eignungstest. Sebastian Schmidt hat – ebenfalls an der Uni Mainz – zunächst Sportwissenschaften studiert. Dann wollte er sich jedoch ein möglichst breites potenzielles Arbeitsfeld erschließen und tiefergehend mit der Abenteuer- und Erlebnispädagogik beschäftigen: „Leider hatte ich während des Bachelorstudiums nur eine Grundlagenvorlesung zu dem Thema“, berichtet er.

Dafür konnte er wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. „Wir waren eine Woche an einer Surfschule in den Niederlanden und haben einen Surfschein gemacht“, erzählt Sebastian Schmidt. Mit dem Schein in der Tasche konnte er in den folgenden drei Sommern als Surflehrer an der Schule arbeiten und erste Erfahrungen mit Gruppen sammeln, vor allem mit Schulklassen. „Dabei habe ich viel über Gruppendynamik und Ansätze für Problemlösungen in Gruppen gelernt“, schildert er.

Pädagogisches Klettern als Ziel

Zurzeit arbeitet Sebastian Schmidt als wissenschaftliche Hilfskraft in der Uni-Abteilung, in der er auch sein Praktikum gemacht hat, und schreibt dort seine Masterarbeit. Das Thema: DNA im Speichel unter körperlicher Belastung.

Nach dem geplanten Studienabschluss 2016 will er zunächst seine bisherigen Qualifikationen vertiefen. Konkret beabsichtigt er, einen Sportkletterschein zu erwerben. „Ich mache Sportklettern zwar bereits seit vielen Jahren, nehme an Wettkämpfen teil und habe auch schon mal einzelne Gruppen geleitet. Aber um das richtig professionell machen zu können, brauche ich einen Schein“, sagt er. Denn am liebsten würde er sein Hobby Sportklettern zum Beruf machen. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, als Erlebnispädagoge Projekte im Bereich des Sportkletterns zu leiten oder in einem Kletterpark zu arbeiten“, erklärt Sebastian Schmidt. „Das könnte mit Schulklassen sein, wie die Kletter-AG, die ich vor einiger Zeit mal betreut habe, oder auch mit Unternehmen als Teamtrainings.“ (Mehr zum Thema „Zugang zum Beruf Abenteuer- und Erlebnispädagoge/-pädagogin“ erfährst du im Hintergrund).

abi>> 09.12.2015