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Auf dem Weg nach Brüssel

Deutsche und Europaflagge wehen vor altem Gebäude
Politikwissenschaftler befassen sich mit internationale Beziehungen, Regierungssystemen sowie Konflikt- und Friedensforschung.
Foto: Christiane Specht

Politik in Europa

Auf dem Weg nach Brüssel

Julian Schopp studiert „Politik in Europa“ an der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Mit dem Masterstudiengang fühlt sich der 27-Jährige für einen Job bei einer EU-Institution bestens qualifiziert.

Es war ein einziger Satz, der für Julian Schopp zum Schlüsselerlebnis wurde: „Jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet“, hörte er einen Soziologen im Radio sagen. Julian Schopp studierte damals an der Universität Stuttgart Sozialwissenschaften auf Bachelor, mit den Hauptfächern Soziologie und Politikwissenschaften. „Soll ich später als Soziologe Statistiken erstellen und Ergebnisse mitteilen oder will ich auch politisch etwas bewirken können?“, fragte er sich damals. Er entschied sich für die zweite Variante – und schrieb sich nach dem Abschluss für das Masterstudium „Politik in Europa“ an der TU Chemnitz ein. Vier Semester dauert der Studiengang regulär.

Fokus Europa

Ein Porträt-Foto von Julian Schopp

Julian Schopp

Foto: Privat

„Der Studiengang ist in dieser Form einzigartig, denn hier bekomme ich das nötige Rüstzeug für später“, sagt Julian Schopp. In diesem Jahr will er seine Masterarbeit zum Thema „Europäische Integration“ abschließen und danach das Uni-Leben hinter sich lassen. Nach Brüssel soll es gehen, wo er Lobbyarbeit auf EU-Ebene betreiben will. Dass er in der belgischen Hauptstadt einen Job finden wird, davon ist er überzeugt. Schließlich hat er dort, an der Université libre de Bruxelles, über das Förderprogramm Erasmus+ schon ein Auslandssemester verbracht, parallel seine Französischkenntnisse verbessert und erste Kontakte zu Lobbyisten und Parlamentsabgeordneten geknüpft. Bewerben möchte er sich unter anderem bei einer europäischen Lobbyagentur und bei der Brüsseler Vertretung eines deutschen Branchenverbands.

Vier Pflichtmodule und Wahlmöglichkeiten

Der spezialisierte Master, der seit dem Wintersemester 2015/2016 „Politikwissenschaften“ heißt, könnte ihm die Jobsuche erleichtern. Das Studium beinhaltet vier Basismodule: politische Theorie und Ideengeschichte, politische Systeme, internationale Politik sowie europäische Regierungssysteme im Vergleich. Aus jedem Modul muss er eine Vorlesung und ein Seminar pro Semester besuchen – ansonsten kann er die Themen ganz nach seinen Interessen auswählen, sofern sie im Semester angeboten werden. „Ich habe das Zusatzmodul europäisches Recht belegt, wo wir zum Beispiel geprüft haben, welche umweltpolitischen Verträge auf nationaler und europäischer Ebene greifen und wie man sie anwenden muss“, erzählt Julian Schopp.

Auf seinem Stundenplan stand außerdem Humangeografie – die Disziplin geht der Frage nach, wie der Mensch Räume und Landschaften verändert – mit Schwerpunkt osteuropäische Länder. Und nicht zuletzt sollen die Studierenden auch europaspezifisches Wissen aus den Bereichen europäische Integration sowie Sozial- und Wirtschaftsgeografie erwerben. Diese befasst sich mit den ökonomischen Strukturen in den Wirtschaftsräumen der Erde und mit dem Verhältnis zwischen Gesellschaft und Raum.

Masterstudium als Sprungbrett

„Ob in Chemnitz oder an einer anderen Uni, ich kann jedem ein Politik-Masterstudium mit Schwerpunkt nur empfehlen – nicht nur in Hinblick auf den Berufseinstieg“, sagt Julian Schopp. „Das gilt auch für Auslandserfahrungen. Die Kombination ist ein gutes Sprungbrett“, findet er.

abi>> 03.05.2016