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Studieren in zwei Kulturen

Die Pyramide von Gizeh und die Sphinx
Mit einem Masterstudium im Ausland – etwa in der ägyptischen Hauptstadt Kairo – können sich Studierende fachlich und persönlich weiterentwickeln.
Foto: Ann-Kathrin Blaser

Master – ja oder nein? Doppelabschluss

Studieren in zwei Kulturen

Djalila Ben-Bouchta (24) lebt in zwei Welten: Sie studiert für einen Doppelabschluss Master of Science an der Universität Kassel und der University of Cairo.

Gerade absolviert Djalila Ben-Bouchta ihr erstes Semester des internationalen Masterstudiengangs „Renewable Energy and Energy Efficiency for the Middle East and North Africa Region”. Dieser wird komplett auf Englisch gelehrt und dreht sich um erneuerbare Energien und Energieeffizienz für den Mittleren Osten und Nordafrika.

Derzeit studiert die 24-Jährige für ein halbes Jahr in Kairo. Die Stadt kennt sie bereits aus ihrem Bachelorstudium in Orientwissenschaft mit den Schwerpunkten Arabistik sowie Politik des Nahen und Mittleren Ostens und Nordafrikas an der Universität Marburg. Während diesem hatte sie bei einer Nichtstaatlichen Organisation in Kairo gearbeitet, die sich für nachhaltige Entwicklung in Ägypten einsetzt. „An zwei Orten zu studieren, die sich kulturell, sprachlich, politisch und sozial so sehr voneinander unterscheiden, ist natürlich eine große Herausforderung“, findet sie. Doch: „Durch das Leben in Ägypten intensiviere ich nun weiter meine Sprachkenntnisse. Außerdem ist es eine große Chance, neue Länder kennenzulernen und zu entdecken.“

Eine solche Chance hatte Djalila Ben-Bouchta bereits direkt nach dem Abitur ergriffen, als sie in Marokko einen Freiwilligendienst in einem Waisenhaus geleistet hat. „Solche Aufenthalte sind eine Bereicherung, da man sehr viel über Menschen aus verschiedenen Kulturräumen lernt“, erzählt die heutige Masterstudentin.

Praxisorientiertes Studium

Ein Porträt-Foto von Djalila Ben-Bouchta

Djalila Ben-Bouchta

Foto: privat

Ihr Masterstudium wird voraussichtlich eineinhalb Jahre dauern. Es kann entweder an der Universität in Kairo begonnen und darauf folgend ein Semester in Kassel studiert werden oder anders herum. Im dritten Semester können sich die Studierenden aussuchen, wo sie ihre Masterarbeit verfassen. Da es sich um einen weiterbildenden Masterstudiengang handelt, musste Djalila Ben-Bouchta ein Jahr Berufserfahrung nachweisen – hier genügten ihre halbjährige Tätigkeit bei der nichtstaatlichen Organisation in Kairo sowie weitere Praktika. Wer sich für das Studienfach einschreiben möchte, braucht außerdem einen mindestens mit „gut“ absolvierten Bachelorabschluss und sehr gute Englischkenntnisse.

Dieser interdisziplinäre Master „ist sowohl theoretisch als auch sehr praxisorientiert“, erklärt Djalila Ben-Bouchta. Vermittelt wird technisches Grundlagenwissen in Thermodynamik, Wärmeleitung, Materialwissenschaften und Fluidmechanik. Ein weiterer Schwerpunkt sind gesellschaftliche Themen wie der Klimawandel, wirtschaftliche Faktoren oder interkulturelle Kompetenzen, die die erneuerbaren Energien im politischen und sozialen Zusammenhang beleuchten. Auch Management oder Präsentationstechniken stehen auf dem Lehrplan.

Außerdem werden technische und soziale Exkursionen angeboten: „Wir haben Kraftwerke besichtigt, die erneuerbare Energien nutzen, sowie verschiedene Sehenswürdigkeiten und Städte Ägyptens wie Alexandria, Faiyum, Zafarana oder Kuraymat“, erzählt die 24-Jährige.

Leben vor Ort verbessern

Die Studentin hat sich für ihren Masterstudiengang entschieden, weil er ihr nach dem Abschluss viele Möglichkeiten offenlässt: „Dadurch, dass der Master relativ breit aufgestellt ist und sowohl technische, politische als auch soziale Themen aufgreift, stehen mir viele Branchen offen, ebenso die Forschung“, betont sie.

Ihr Berufsziel ist eine Tätigkeit in einer Botschaft oder im Auswärtigen Amt. Dafür hat Djalila Ben-Bouchta während ihres Bachelorstudiengangs schon ein Praktikum in einer Botschaft in Berlin absolviert: „Ich würde gerne auf politischer Ebene arbeiten. Daher ist es mir wichtig, dass ich grundlegendes Wissen in einem sehr relevanten Gebiet wie erneuerbare Energien und Energieeffizienz habe. Nur so kann ich der Gesellschaft auf nationaler Ebene effektiv helfen und einen Beitrag zur Verbesserung bisheriger Bedingungen leisten.“

 

abi>> 25.04.2017