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Faszination autonomes Fahren

Modellauto steht in einem speziellen Luftstrom-Simulator.
Was vor einigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, könnte schon bald Realität werden: Autos, die ganz ohne menschlichen Einfluss fahren.
Foto: André Braun

Mechanical and Process Engineering

Faszination autonomes Fahren

Maschinenbaustudentin Zahra Zaman (23) beschäftigt sich nicht nur an der Technischen Universität Darmstadt mit automatisiertem Fahren, sondern schaut in einem Praktikum hinter die Kulissen eines Automobilzulieferers, der Fahrerassistenzsysteme entwickelt.

Ein Auto, das von alleine fährt? Vor ihrem Bachelorabschluss stand Zahra Zaman dem autonomen Fahren skeptisch gegenüber. „Ich fand die Vorstellung eher beängstigend, der Maschine die Macht zu überlassen“, erzählt die 23-Jährige, die im ersten Mastersemester „Mechanical and Process Engineering“ an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Als sie sich jedoch für ihre Bachelorarbeit am Institut für Fahrzeugtechnik der TU Darmstadt näher mit dem Thema beschäftigte, wandelten sich die Vorbehalte in Faszination. „Ich hatte ein innovatives Thema gesucht und bin schließlich bei einem Dozenten gelandet, der sich mit Testmethoden für automatisierte Fahrzeuge beschäftigt.“

In ihrer Abschlussarbeit hat sie einen Algorithmus programmiert, der den Vergleich zwischen von Menschen durchgeführten und automatisierten Fahrten vereinfachen soll. „Bevor ein Testfahrzeug freigegeben wird, werden die Fahrten mit denen von menschlichen Fahrern verglichen, um das Sicherheitspotenzial bewerten zu können. Anhand von Sensordaten kann man analysieren, wo es Unterschiede gibt. In meiner Abschlussarbeit habe ich eine Methode entwickelt, die das automatisch macht“, erklärt die Studentin.

Große Modulauswahl

Ein Porträt-Foto von Zahra Zaman

Zahra Zaman

Foto: Privat

Um sich nicht auf einen Bereich festzulegen, sondern die Auswahl zwischen mehreren Maschinenbaudisziplinen zu haben, hat sich Zahra Zaman nach ihrem Bachelorabschluss in „Mechanical and Process Engineering“ entschieden, auch den entsprechenden Master zu absolvieren. „Die meisten Module sind Wahlpflichtfächer und die Auswahl allein in Fahrzeugtechnik ist riesig.“

Vier Semester dauert das Masterstudium insgesamt, im letzten Semester steht die Masterarbeit an. Während des Studiums schreiben die Studierenden in Gruppen mehrere Projektarbeiten. „Die Themenbereiche können wir frei wählen. Alle sind nah an der Ingenieurpraxis dran.“ Das einzige Pflichtmodul ist das Fach „Höhere Maschinendynamik“. Die Wahlpflichtfächer reichen von „Vernetzte Produktentstehungsprozesse“ über „Energiesysteme“ bis hin zu „Numerischer Strömungssimulation“.

Unterwegs im Testfahrzeug

Um zu entscheiden, ob sie sich im Master weiter dem automatisierten Fahren widmen und entsprechende Fächer wählen will, entschloss sich die 23-Jährige, vorab ein halbes Jahr Praktikum zu machen. Bei dem Automobilzulieferer Continental Engineering Services GmbH in Frankfurt arbeitet sie im Bereich Fahrerassistenzsysteme an einem Projekt mit, in dem der Parkassistent eines Autoherstellers optimiert wird. Mit Hilfe von Sensoren ist der Parkassistent in der Lage, eine freie Parklücke zu finden und beim Einparken das Lenken zu übernehmen. Der Fahrer muss nur noch Bremse und Gas betätigen. „Die meiste Arbeit findet am PC statt, aber ich habe auch schon im Testfahrzeug gesessen. An der Uni habe ich mich bisher ausschließlich mit Simulationen beschäftigt – deshalb war es mein persönliches Highlight zu sehen, wie die einzelnen Programme und Quellcodes im Auto die Arbeit übernehmen.“

Zwar sind nur drei Monate Praktikum im Rahmen des Masters verpflichtend, Zahra Zaman will die Zeit jedoch nutzen, um möglichst tief in die Arbeit der Ingenieure einzutauchen. „Ich fand es sinnvoll, das Praktikum noch vor den ersten Vorlesungen zu machen, denn aus dem Bachelorstudium weiß ich, dass die Semesterferien meist voll mit Klausuren sind.“ Im Laufe des Masters plant die Studentin außerdem ein Auslandssemester in den USA. „Es gibt viele Möglichkeiten, im Bereich Fahrzeugtechnik im Ausland zu arbeiten, das würde ich mir gerne mal anschauen.“

abi>> 17.05.2016