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Werkstoffe und Geräte für die Gesundheit entwickeln

Ein hochmoderner Linearbeschleuniger Elktra - Axesse in einer Radiologie.
Alina Labitzke wählte in ihrem Masterstudium den Schwerpunkt Medizinische Gerätetechnik, Produktionstechnik und Prothetik.
Foto: Axel Jusseit

Medizintechnik

Werkstoffe und Geräte für die Gesundheit entwickeln

Körperzellen mit technischen Hilfsmitteln als „Helfer“ aktivieren oder an der Verbesserung von Tomographen tüfteln: Mit Themen wie diesen beschäftigt sich Alina Labitzke (24) im Masterstudium Medizintechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Schon beim Bachelorstudium hatte sich Alina Labitzke für Medizintechnik an der FAU entschieden. Anschließend blieb sie an der Uni, um sich mit dem Masterabschluss zu spezialisieren. „Im Bachelorstudium ging es vor allem um allgemeine ingenieurwissenschaftliche Grundlagen wie Elektrotechnik, Technische Thermodynamik oder Werkstoffe und ihre Struktur“, erklärt sie. „Nun im Masterstudium stehen die konkrete Entwicklung von Geräten und die physikalischen Hintergründe wie etwa Röntgenstrahlung im Vordergrund.“ Während sie zuvor viele der Vorlesungen mit Studierenden aus anderen Ingenieurwissenschaften besuchte, sind die Medizintechniker nun unter sich und die Gruppen oftmals kleiner.

Fortschritte für die Medizin

Das viersemestrige Masterstudium kann in drei Fachrichtungen belegt werden. Alina Labitzke, die jetzt das dritte Semester erreicht hat, entschied sich für Medizinische Gerätetechnik, Produktionstechnik und Prothetik. „Alternativ wären noch Medizinelektronik oder Medizinische Bild- und Datenverarbeitung möglich gewesen“, ergänzt die 24-Jährige.

Ein Porträt-Foto von Alina Labitzke

Alina Labitzke

Foto: Franziska Sponsel

In der gewählten Studienrichtung konzentriert sie sich nun auf die Entwicklung und Fertigung medizintechnischer Produkte – unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit der besonderen biologischen Umgebung am oder im menschlichen Körper. Ein Forschungsbereich ist dabei Tissue Engineering, die künstliche Anzucht und Weiterverwendung von Gewebe (siehe auch den Beitrag „Künstliche Gewebezüchtung: Hoffnung aus der Petrischale“). „Dazu gehört es zum Beispiel, Werkstoffe zu entwickeln, die der Organismus nicht abstößt“, erklärt die Studentin. „Oder Werkstoffe, die in den Körper eingebracht und dann von Zellen besiedelt werden, also sogenannte Polymere.“ Weitere Bereiche sind die Prothetik und die Dentaltechnik mit Verfahren wie dem Einbringen von Implantaten in den Kiefer.

Zwischen Medizin und Technik, IT und Ethik

„Wir haben weiterhin ingenieurwissenschaftliche Fächer zu Themen wie Regelungstechnik, Produktentwicklung, Nanomesstechnik, Antriebstechnik oder Technische Dynamik“, zählt Alina Labitzke auf. „Hinzu kommen medizinische Fächer wie Anatomie, Grundlagen der Krankheitserkennung, Augenheilkunde, Orthopädie in der Medizintechnik oder kognitive Neurowissenschaften.“ Auch sind Module möglich wie „IT-unterstützte Bildgebung in diagnostischen Prozessen“ und solche zu ethischen Fragestellungen. Bei einem hochschulinternen Laborpraktikum und einem zweimonatigen Forschungspraktikum am Lehrstuhl für Polymerwerkstoffe wird das wissenschaftliche Arbeiten vertieft.

Interdisziplinäres Denken ist gefragt

Insgesamt ist es vor allem ein technischer Studiengang, vergleichbar mit Elektrotechnik oder Maschinenbau, findet die 24-Jährige. „Durch die Bezüge zur Medizin ist er jedoch sehr vielseitig, denn man muss viel beachten, wenn etwa medizinische Geräte wie Computertomographen verbessert werden sollen.“ Eine Rolle spielen dabei auch die finanziellen Möglichkeiten des Gesundheitswesens sowie der interdisziplinäre Austausch mit Ärzten oder Informatikern.

Einen Bereich, der ihr gefallen könnte, hat Alina Labitzke auch schon im Visier. „Spannend finde ich die transdermale Wundversorgung. Dabei werden Materialien wie Pflaster entwickelt, die Wunden sozusagen von selbst versorgen, sodass Kosten in den Kliniken gespart werden können.“ Noch ist sie offen und nennt weitere Möglichkeiten wie den globalen Vertrieb von medizintechnischen Geräten. „Auch eine Promotion und Aufgaben in der Forschung könnte ich mir gut vorstellen“, erzählt sie.

abi>> 22.02.2016