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Arbeiten in Häfen organisieren

Radargerät und Seekartennavigation
Ohne Technik läuft nichts: Der Studiengang "Operation and Management of Maritime Systems" vermittelt unter anderem auch, wie Navigationssysteme funktionieren.
Foto: Jan Rathke

Operation and Management of Maritime Systems

Arbeiten in Häfen organisieren

Fest verankert in der Schifffahrt: Malin Carstensen (23) studiert in Wismar „Operation and Management of Maritime Systems“ im zweiten Semester. Nach dem Masterabschluss würde sie gerne in einem Hafen oder bei einer Reederei arbeiten.

Die Schifffahrt faszinierte Malin Carstensen schon als Kind. Immerhin arbeiteten ihr Vater und Großvater bei der Marine und fuhren zur See. Dauerhaft auf dem Meer unterwegs sein will die gebürtige Niedersächsin zwar nicht; ein Beruf in der maritimen Wirtschaft ist dennoch ihr Ziel. Deshalb studiert die 23-Jährige den Masterstudiengang „Operation and Management of Maritime Systems“ an der Hochschule Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Das ingenieurwissenschaftliche Angebot vermittelt je nach gewähltem Schwerpunkt Kenntnisse auf nautischen, technischen oder wirtschaftlichen Gebieten.

„Ich mag bei der Schifffahrt das Internationale, also dass die Transportwege häufig über viele Ländergrenzen gehen und dass Reedereien oft einen oder mehrere Stützpunkte im Ausland haben“, sagt Malin Carstensen. Im vergangenen Jahr schloss sie zunächst ihr Bachelorstudium „Shipping and Chartering“ an der Hochschule Bremen ab und begann im Oktober ihren Master. „Im Bachelorstudium wurde ein breites Themenspektrum abgedeckt, nun möchte ich mich spezialisieren“, erklärt sie ihre Entscheidung. Da sie in die technische Richtung gehen wollte, fiel die Wahl auf den Studiengang in Wismar.

Vorbereitung auf leitende Positionen

Ein Porträt-Foto von Malin Carstensen

Malin Carstensen

Foto: privat

Tatsächlich stehen dort nun einige Vorlesungen und Seminare mit technischem Bezug auf dem Programm: In praktischen Simulator-Übungen lernen die 23-Jährige und ihre Kommilitonen etwa, wie sie sich auf einer Schiffsbrücke verhalten und wie sie mit einer Störung im Maschinenraum umgehen müssen. In anderen Kursen beschäftigt sich Malin Carstensen mit Programmier-Grundlagen sowie maritimen Antriebssystemen. „Da ging es zum Beispiel darum, wie Navigationssysteme von Schiffen funktionieren.“

Weil das Masterstudium aber auch auf leitende Positionen im Management vorbereiten soll, stehen zusätzlich Themen wie Personalführung auf dem Studienplan. In einem Wirtschaftsplanspiel mussten die Studierenden darüber hinaus in Kleingruppen ein Projekt bearbeiten und dabei unter anderem ihre Führungsqualitäten testen. Hinzu kommen Vorlesungen zu „Business Communication“ und zu Sicherheitsaspekten, zu Umweltrichtlinien, Zulassungspapieren für Schiffe und Regularien für die Menschen an Bord.

Eine von wenigen Frauen

In dem auf drei Semester angelegten Studiengang gibt es 25 Studierende, darunter fünf Frauen. Eine von ihnen ist Malin Carstensen: „Ich habe im Bereich Schifffahrt noch keine negativen Erfahrungen gemacht, nur weil ich eine Frau bin“, sagt sie. Sie sei zwar nie zur See gefahren, habe aber Praktika bei einer Firma für Landtransporte in Bremen und bei Hapag Lloyd im kanadischen Montreal gemacht. „Frauen sind gleichberechtigt“, lautet ihre Erfahrung. „Man zeichnet sich durch Fachwissen aus und nicht durch sein Geschlecht.“

Ihr letztes Semester wird im Zeichen der Masterarbeit stehen. Wie es danach beruflich weitergeht, ist noch nicht ganz sicher. „Ich würde sehr gerne in einem Hafen arbeiten und operative Prozesse steuern“, sagt die 23-Jährige. Damit würde sie beim Management des Tagesgeschäfts mithelfen und unter anderem für die Be- und Entladung von Containern sorgen. Sie kann sich aber auch gut vorstellen, bei einer Reederei an Land zu arbeiten und dort die Abläufe zu organisieren. „Vielleicht starte ich erst einmal in Deutschland, würde später aber auch gerne eine Zeitlang ins Ausland gehen.“

abi>> 19.09.2016