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An Lasern forschen

Detailaufnahme von verschiedenen Lasermodellen.
Laser haben in der Forschung und Entwickung sowie im alltäglichen Leben zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.
Foto: Christof Stache

Optische Technologien

An Lasern forschen

Moritz Hinkelmann verbrachte die vergangenen sieben Monate in den USA, genauer im Silicon Valley. Dort schrieb der 25-Jährige, der an der Universität Hannover „Optische Technologien“ studiert, seine Masterarbeit.

Silicon Valley ist einer der bedeutendsten Standorte der IT- und Hightech-Industrie weltweit – und für viele gleichbedeutend mit technischer Innovation und Unternehmergeist. Als für Moritz Hinkelmann die Masterarbeit anstand – er forschte über Laser und verfasste die Arbeit auf Englisch –, bot sich ein Aufenthalt in der San Francisco Bay Area an. Über einen ehemaligen Arbeitgeber, die Coherent LaserSystem GmbH, hatte er den Kontakt zum Hauptsitz des Unternehmens in den USA geknüpft.

Anfangs sei er skeptisch gewesen, erinnert er sich: Wie würde es werden? Würde es mit der Sprache klappen? Er musste viel organisieren: Unter anderem brauchte er ein Visum und eine Wohnung. Doch es hat sich gelohnt: Er lebte nur einen Kilometer vom Apple Headquarter entfernt und fuhr öfters durch die Straßen, wo sich Google, Intel und andere große Namen aneinanderreihen.

Interesse an Physik und Technik

Mit dem Thema Laser hatte sich Moritz Hinkelmann bereits während seines Bachelorstudiums „Physikalische Technologien“ an der Fachhochschule Lübeck beschäftigt. Nebenbei arbeitete er in dieser Zeit bei Coherent LaserSystem. Das Themengebiet gefiel ihm so gut, dass er den Master anschließen wollte. Aber wo studieren? Er verglich die Studienangebote vieler Hochschulen und überlegte genau. „Es gibt ähnliche Studiengänge, aber unter anderen Namen – oft auch auf Englisch.“ Schließlich entschied er sich für die Leibniz Universität Hannover. Für den zulassungsbeschränkten Studiengang „Optische Technologien“ können sich Absolventen eines fachlich eng verwandten Bachelorstudiums bewerben.

Wissen über Laser und Licht

Ein Porträt-Foto von Moritz Hinkelmann

Moritz Hinkelmann

Foto: Privat

Was ihm am Studium besonders gefällt? „Es gibt sehr viel Praxisbezug mit Anwendungsbeispielen aus Physik und Maschinenbau.“ Seine Vorlesungen stammten aus beiden Bereichen: Einerseits ging es um Physik und Theorie des Lichts, andererseits darum, wie Laser aufgebaut sind, wie sich Strahlung verhält und wie man Laser als Werkzeug einsetzen kann.

In etlichen Lehrveranstaltungen saß Moritz Hinkelmann neben Maschinenbau-Studierenden und lernte beispielsweise, wie Autoscheinwerfer funktionieren: Welche Spiegel kommen zum Einsatz? Wie richtet man sie aus, um Blendung durch den Lichtstrahl zu vermeiden? Auch Simulationsprogramme lernte er zu bedienen. Darüber hinaus absolvierte er mehrere Laborpraktika und arbeitete am Laser Zentrum Hannover; zwölf Wochen Praktikum in einem forschenden Betrieb sind im Studium verpflichtend. Weitere Erfahrungen sammelte er während seiner neunmonatigen Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut.

Ein Zukunftsthema

Während des Studiums stellte Moritz Hinkelmann fest, dass ihm das Forschen liegt. In seiner Masterarbeit geht es um regenerative Verstärker – also um komplexe Lasersysteme, die Lichtimpulse energetisch verstärken. Wie müssen Laser aufgebaut sein? Durch welche Kristalle wird der Lichtstrahl geführt? Wie richtet man Spiegel aus, um den gewünschten Effekt zu erzeugen? Mit solchen Fragen beschäftigte er sich während seines Aufenthalts im Silicon Valley. Das bedeutete – neben gründlicher Planung – oft auch Tüftelei beim Justieren. „An manchen Tagen funktioniert einfach nichts“, sagt Moritz Hinkelmann. Doch das Thema gefällt ihm gerade weil es so komplex ist, weil man Geduld braucht.

Die Masterarbeit schrieb er in Absprache mit seinem Professor und der Coherent LaserSystem GmbH. Er hätte gleich im Silicon Valley bleiben können, wie ihm die Kollegen dort zu verstehen gaben. Aber Moritz Hinkelmann hat andere Pläne: Sobald sein Masterstudium abgeschlossen ist, will er promovieren. Nun fehlt nur noch die Note seiner Masterarbeit.

abi>> 20.06.2016