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„Der Master ist immer eine individuelle Entscheidung“

Junger Mann in einem Hörsaal
Lohnt sich die zusätzliche Zeit im Hörsaal? abi» gibt Antwort auf häufige Fragen zum Thema "Master - ja oder nein?"
Foto: Michael Uhmeyer

Masterstudium – FAQ

„Der Master ist immer eine individuelle Entscheidung“

Beate Lipps ist Leiterin der Zentralen Studienberatung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Für abi» hat sie die wichtigsten Fragen zum Masterstudium beantwortet.

Was spricht für oder gegen einen Master?

Die Frage ist: Brauche ich für den gewünschten Beruf zwingend einen Master? Das ist für eine wissenschaftliche Karriere der nächste Schritt. Aber auch für das Lehramt ist nach dem Bachelor grundsätzlich ein Master gefordert, in den Naturwissenschaften benötigt man für viele verantwortungsvolle Jobs neben dem Master in der Regel sogar die Promotion. In vielen Berufen sind dagegen wissenschaftliche Qualifikationen weniger wichtig als praktische Erfahrungen. So ist beispielsweise im privatwirtschaftlichen Bereich der Einstieg durchaus bereits mit einem Bachelorabschluss möglich. Das hängt unter anderem mit der aktuell guten Arbeitsmarktlage zusammen.

Kann ich den Master später nachholen?

Das geht. Auch wenn zunächst die Entscheidung gegen ein unmittelbar an den Bachelor anschließendes Masterstudium fällt, kann dieses nach einer Phase der Berufstätigkeit aufgenommen werden, gegebenenfalls auch berufsbegleitend.

Wie finde ich die passende Hochschule und den richtigen Masterstudiengang?

Ein Porträt-Foto von Beate Lipps

Beate Lipps

Foto: Angelika Stehle

Ein bundesweiter Überblick findet sich im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz und unter studienwahl.de. Dort kann man gezielt nach einzelnen Schwerpunkten suchen und erhält viele nützliche Informationen unter anderem über die Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen. Neben der Recherche von Informationen ist es meines Erachtens aber immer hilfreich, persönliche Erfahrungen in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen, also die infrage kommende Hochschule einmal zu besuchen, mit Lehrenden und Studierenden zu sprechen und sich ein möglichst realistisches Bild vom späteren Studienalltag zu verschaffen.

Verdient man mit einem Master in der Tasche später automatisch mehr?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Im öffentlichen Dienst ist ein Master zwar Voraussetzung für die Eingruppierung in bestimmte Gehaltsgruppen. In der freien Wirtschaft nivellieren sich jedoch anfangs bestehende Gehaltsunterschiede meist innerhalb von drei bis fünf Jahren.

Sehen die Jobaussichten beziehungsweise Chancen auf eine Führungsposition mit einem Master besser aus?

Auch dies ist abhängig von der konkreten Stelle und vom betreffenden Arbeitgeber. Berufserfahrung ist hier sicher ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt. Des Weiteren können sich entsprechende berufsbezogene Weiterbildungen beim Gehalt bemerkbar machen.

Ist der spätere Berufseinstieg ein Nachteil?

Wenn es gelingt, sowohl im Bachelor als auch im Master die praktischen Erfahrungen neben dem Studium weiter zu vertiefen, ist ein Masterstudium aus Sicht eines potenziellen Arbeitgebers sicherlich kein Zeitverlust. Manche Firmen stellen aber durchaus sehr gerne Bachelorabsolventinnen und -absolventen für Trainee-Programme ein, um diese passgenau für die Unternehmensbedürfnisse zu qualifizieren.

abi>> 05.09.2019