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Lohnt das Masterstudium?

Junger Mann sitzt mit einem Psychologiebuch am Tisch
Ob sich ein Masterstudium lohnt, ist stark von Berufswunsch und Branche abhängig.
Foto: Christoph Stache

Masterstudium

Lohnt das Masterstudium?

Den Bachelor in der Tasche, ab ins Berufsleben und endlich Geld verdienen! Diese Marschrichtung gilt nicht für alle Hochschulabsolventen. Denn je nach Berufswunsch und Studienfach ist es sinnvoll oder sogar nötig, ein Masterstudium anzuhängen.

Ein gutes Beispiel ist Christina Göttelmann (24). Für die Studentin an der Philipps-Universität Marburg stand schnell fest, dass sie nach Abschluss ihres achtsemestrigen Bachelorstudiums in Psychologie direkt einen Master anschließt – aus zwei Gründen: „Zum einen dauert das Masterstudium hier nur zwei Semester, zum anderen möchte ich gerne als Psychotherapeutin im klinischen Bereich arbeiten. Für die postgraduale Ausbildung ist ein Master in Klinischer Psychologie Voraussetzung, weshalb ich diesen Vertiefungsschwerpunkt gewählt habe.“

Den kleinen „Umweg“ nimmt die 24-Jährige gerne in Kauf: „Im Master kann ich das Wissen in dem Bereich vertiefen, der mich am meisten interessiert. Und Praktika haben mir bewiesen, dass der Beruf Psychotherapeutin, die Arbeit mit erwachsenen Menschen, ihnen zu helfen und sie zu unterstützen, genau das Richtige für mich ist.“

Diverse Beweggründe

Ein Porträt-Foto von Christina Marie Göttelmann

Christina Marie Göttelmann

Foto: Aleksandra Stefcheva

Christina Göttelmann ist eine von vielen Studierenden, die sich für einen Master entscheiden. Nach einer Absolventenstudie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) vom Abschlussjahrgang 2013 entscheiden sich rund 44 Prozent aller Bachelorabsolventen von Fachhochschulen und über 82 Prozent der Absolventen einer Universität für den weiterführenden Studienabschnitt. In Lehrämtern und Naturwissenschaften sind es sogar 80 bis 90 Prozent – weil der Master hier in der Regel verpflichtend für den Berufseinstieg ist. Und: Wer eine Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule oder im Bereich Forschung und Entwicklung anstrebt, sollte den Master ebenso auf seine To-do-Liste setzen.

Arne Schmidt, Berater für Akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Greifswald, ergänzt: „Ein Masterabschluss kann auch sinnvoll sein, wenn man bei seinem bisherigen Bewerbungsverfahren aus dem Bachelorstudiengang heraus nicht erfolgreich gewesen ist. Daher gilt: Frühzeitig nach Stellenangeboten auf Bachelorniveau suchen und sich bewerben, um genug Zeit für eine alternative Orientierung zu haben.“

Dass man mit dem Masterabschluss oft bessere Aussichten auf einen Job, eine Führungsposition oder mehr Gehalt hat, ist zwar kein Trugschluss. Jedoch ist dies stark vom Beruf und von der Branche abhängig. Manche Arbeitgeber bevorzugen Bachelorabsolventen mit Praxiserfahrung. „Wer die vorlesungsfreien Zeiten nutzt, um in Unternehmen praktische Erfahrungen zu sammeln, erhält nicht nur einen besseren Einblick ins zukünftige Berufsfeld, sondern hat zudem oft einen Vorteil im Bewerbungsverfahren gegenüber Masterabsolventen ohne Praxiserfahrung. Das gilt insbesondere für die MINT-Berufe“, weiß der Berater.

Zugangsvoraussetzungen variieren

Masterstudiengänge lassen sich nicht über einen Kamm scheren: Zum einen gibt es in Deutschland eine immense Auswahl von rund 9.000. Zum anderen gibt es konsekutive, also auf das Bachelorstudium aufbauende, und weiterbildende Masterstudiengänge. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, für den Master ins Ausland zu gehen. Es gibt Masterstudiengänge, die eher forschungsorientiert sind und solche, die in Kooperation mit Unternehmen ablaufen. Und letztlich besteht die Möglichkeit, einen Master berufsbegleitend zu absolvieren.

Wer sich für ein Masterstudium entscheidet, sollte sich gut über den Studiengang und die Zugangsvoraussetzungen der jeweiligen Hochschule informieren – am besten bei der (Fach-)Studienberatung oder der Berufsberatung vor Ort. Welche Inhalte werden vermittelt? Welche Schwerpunkte gesetzt? Auf wie viele Semester ist der Studiengang angelegt? Einen typischen Zugang zum Master gewährt ein vorangegangener berufsqualifizierender Hochschulabschluss. „An einigen Universitäten kann man mit einem Meisterabschluss und Berufserfahrung die Zulassung bekommen“, erklärt Arne Schmidt. Wichtig: Jede Hochschule kann zusätzlich eigene Zugangskriterien festlegen, etwa bestimmte Fachrichtungen des vorangegangenen Studiengangs oder die Abschlussnote. Ein Wechsel zwischen Fachhochschule und Uni ist meist problemlos möglich, sofern die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind.

(K)eine Frage der Finanzierung

Und wie steht es um die Finanzierung? „Wer bereits während des Bachelorstudiengangs BAföG bezogen hat, hat gute Chancen, während des Masters BAföG zu bekommen“, erklärt der Berufsberater. Sein Tipp: „Falls die Studienfinanzierung ein Entscheidungskriterium für oder gegen das Masterstudium sein sollte, besteht die Möglichkeit, beim Amt für Ausbildungsförderung des zuständigen Studentenwerks einen Antrag auf Vorabentscheidung zu stellen. So weiß man, womit man im nächsten Bewilligungszeitraum rechnen kann.“ Und letztlich gibt es die klassischen Wege wie Nebenjob oder Studienkredite sowie Stipendien.

Weitere Informationen

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. In der erweiterten Suche kannst du speziell nach Masterstudiengängen suchen.
studienwahl.de

 

Hochschulkompass
Das Hochschul- und Studiengangsinformationssystem der Hochschulrektorenkonferenz bietet Informationen über deutsche Hochschulen und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

 

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit. In der "Berufswelt Studium" kannst du dich über die für dich passenden Berufe und Studienrichtungen informieren.
berufsfeld-info.de/abi

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

 

Kultusministerkonferenz (KMK)
Zusammenschluss der Minister und Senatoren für Bildung und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten der einzelnen Bundesländer.
www.kmk.org/wissenschaft-hochschule/internationale-

hochschulangelegenheiten/bologna-prozess.html

 

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Hier findest du unter anderem Informationen über den Bologna-Prozess.
www.bmbf.de/de/3336.php

 

Akkreditierungsrat
der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland
www.akkreditierungsrat.de

abi>> 02.09.2019