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Naturwissenschaftlicher Allrounder

See, umgeben von Natur
Geoökologen treffen beispielsweise Maßnahmen, um die Belastung von Gewässern zu reduzieren.
Foto: Ria Kipfmüller

Geoökologie

Naturwissenschaftlicher Allrounder

Der menschliche Einfluss verändert die Umwelt tiefgreifend. Welche Auswirkungen das auf Böden, Wasser, Luft und die dort lebenden Pflanzen und Tiere hat, untersuchen Geoökologen wie Marcel Rülke (26). Da das Masterstudium sehr breit angelegt ist, findet er eine Spezialisierung wichtig.

Nach seinem Bachelorstudium in Geografie wollte sich Marcel Rülke stärker mit ökologischen Themen beschäftigen und wählte deshalb den Masterstudiengang Geoökologie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Dafür musste er ein Chemie-Modul aus dem dazugehörigen Bachelorstudiengang nachholen.

Mit der Bewerbung entschied sich der gebürtige Dresdner, der während des Studiums in seiner Heimatstadt wohnen blieb, für den Schwerpunkt „Ökosystem- und Landschaftsmanagement“, eine der fünf Vertiefungsrichtungen. „Schwerpunkt sind hier Feldeinsätze, bei denen wir die Vegetation eines Gebietes untersuchen. Je nachdem, welche Pflanzen dort wachsen, lassen sich Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit und die biologischen Prozesse ziehen. So können wir auch Prognosen treffen, wie sich ein Landschaftsgebiet weiterentwickeln wird“, beschreibt der 26-Jährige.

Sich eine Nische suchen

Ein Porträt-Foto von Marcel Rülke

Marcel Rülke

Foto: Privat

Im Masterstudium greifen die Studierenden auf das Grundlagenwissen aus dem Geoökologie-Bachelor zurück, etwa in den Disziplinen Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Geowissenschaften. Neben den Lehrveranstaltungen für das Schwerpunktthema hat Marcel Rülke auch Zusatzmodule belegt und sich zum Beispiel mit Abfallwirtschaft oder Naturschutzrecht beschäftigt.

„In den meisten Vorlesungen und Seminaren sitze ich zusammen mit den Studierenden der anderen Vertiefungsrichtungen, aber auch mit Chemikern, Juristen oder Ingenieuren“, sagt er. Gerade weil man überall einen Einblick bekomme, sei es umso wichtiger, nicht nur an der Oberfläche zu bleiben. „Die Einzeldisziplinen haben in ihren Fächern natürlich mehr Kenntnisse. Deshalb ist es für uns Geoökologen wichtig, eine Nische zu suchen, dort mehr zu lernen und berufsqualifizierend zu denken“, erläutert der Student. Allerdings hätten er und seine Kommilitonen auch den Vorteil, sich in verschiedene Bereiche reindenken und damit vielseitigere Fragestellungen bearbeiten zu können.

Experten für ökologische Zusammenhänge

Momentan schreibt Marcel Rülke seine Masterarbeit in Zusammenarbeit mit einem Landesumweltamt. Dafür wertet er Daten von Landwirten aus, die angeben, was in einer bestimmten Region angebaut und wann und wie viel Dünger verwendet wird. „Der Dünger gelangt über die Böden ins Grundwasser, das auch als Trinkwasser genutzt wird. Ziel der Arbeit ist ein Maßnahmenplan für die Landwirte, um die Gewässerbelastung deutlich zu reduzieren“, fasst er zusammen.

Nicht zuletzt ist das Thema ein gutes Beispiel für das vielseitige Know-how, das Geoökologen mitbringen: Damit geschädigte Landschaften umweltverträglicher bewirtschaftet werden können, sind viele unterschiedliche Einflüsse zu berücksichtigen und ihr Zusammenwirken zu verstehen. „Wir sprechen die Sprache verschiedener Experten, um wirklich nachhaltige Entscheidungen treffen zu können“, bringt es der 26-Jährige auf den Punkt.

abi>> 28.03.2016