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Von Fischorganen und Meer

Karpfen
Im Master Fish Biology, Fisheries and Aquaculture beschäftigen sich die Studierenden damit, wie man Fische züchtet und Fischkulturen bewirtschaftet.
Foto: Felix Somieski

Master Fish Biology, Fisheries and Aquaculture

Von Fischorganen und Meer

Die Unterwasserwelt interessiert Maurice Paul (24) schon seit seiner frühen Kindheit. Nach dem Abi war ihm deshalb schnell klar, dass er sein gesamtes Studium in Richtung Aquakultur ausrichten möchte. Nun studiert er den Masterstudiengang in Fish Biology, Fisheries and Aquaculture an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Bereits im Alter von sechs Jahren begann ich mit dem Angeln. Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich zudem Mitglied im Deutschen Angelfischerverband“, erzählt Maurice Paul. Auch die Naturwissenschaften haben den heute 24-Jährigen stets interessiert. „Ein besonderer Schwerpunkt lag immer schon auf der Biologie – und im Speziellen auf der Vielfalt in Meeren, Seen und Flüssen“, erzählt der Student.

Bachelor in Agrarwissenschaften

Ein Porträt-Foto von Maurice Paul

Maurice Paul

Foto: privat

Nach dem Abitur hat er sich deshalb recht schnell für einen Bachelorstudiengang entschieden, der ihn für seinen Wunsch-Master im Bereich Aquakultur qualifizieren würde. Die Aquakultur beschäftigt sich damit, wie man Wasserorganismen züchten kann. „Ich entschied mich für den Bachelor in Agrarwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin und richtete mich in meinen Wahlmodulen soweit wie möglich in Richtung Aquakultur aus. Durch ein Pflichtpraktikum am Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei konnte ich erste praktische Erfahrungen zur Arbeit in einer Aquakulturanlage sammeln“, erläutert er. Auch für das Erarbeiten seiner Bachelorarbeit blieb ihm dort genug Zeit und Raum.

Obwohl Überfischung und der weltweite Nahrungsmangel drängende Themen sind, ist der Studiengang Aquakultur in Deutschland immer noch eine Nische. Maurice Paul ließ sich davon nicht beirren und ergatterte dank seines Bachelorabschlusses in Agrarwissenschaften einen der wenigen Master-Studienplätze. In Berlin werden allerdings auch Absolventen verwandter Fächer wie beispielsweise Umweltwissenschaften, Biologie oder Gartenbau zum Studium zugelassen.

Lehrveranstaltungen in Englisch

Mit seiner Studienwahl ist er voll zufrieden. „Besonders interessant ist die internationale Ausrichtung, denn die Seminare werden auch in Englisch abgehalten. Sehr ansprechend fand ich beispielsweise einen Kurs über den Aufbau von Organen und ihrer Funktionen im Fisch“, sagt er und ergänzt: „Vorlesungen vermittelten zunächst die theoretische Grundlage. Dann ging es ans Sezieren und Präparieren. Das anschließende Zeichnen der Teile vervollständigte dann meine anatomischen Kenntnisse.“

Ein Einstieg in das viersemestrige Masterstudium ist sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester möglich. Die Module wiederholen sich alle vier Semester. Außerdem nimmt die praktische Forschung einen großen Stellenwert ein: Für das obligatorische Studienprojekt gehen Maurice Paul und seine Kommilitonen auf spannende Exkursion und beobachten, zählen und dokumentieren beispielsweise Buckelwale vor der Küste Islands oder sie sezieren verendete Meerestiere im Mittelmeer. „Besonders das Feld der Fischkrankheiten fasziniert mich. Das hört sich erst einmal seltsam an, aber auch die können sowohl ökologisch als auch ökonomisch bedeutsam sein“, erklärt er und fügt an: „Ein Seminar drehte sich nur darum. Auch hier konnten wir wieder sezieren und unser neu erlerntes Wissen auf der Suche nach Parasiten anwenden.“

Die Zukunft an der Angel

Das Studium schließt mit einer Masterarbeit ab. Diese steht Maurice Paul noch bevor. Seine berufliche Zukunft danach hat er aber schon klar vor Augen. „Der Masterstudiengang eröffnet verschiedene Perspektiven. Es gibt die Möglichkeit, in Landesumweltämtern zu forschen. Natürlich bietet auch die Industrie ein weites Spektrum, als Betriebsleiter oder in der Entwicklung beziehungsweise Optimierung neuer Zuchtmethoden oder in der Parasitenbekämpfung. Ich persönlich könnte mir vorstellen, später in einer Aquakulturanlage tätig zu werden.“ Möglicherweise wird er dann in einem privaten Fischzuchtbetrieb oder in einer Forschungsanstalt für Fischerei und Gewässerökologie arbeiten.

abi>> 05.10.2016