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Vom Groben zum Winzigen

Detail: Chemikerin in der Besprechung mit Kollegen über die Entwicklung eines Kunststoffes.
Im Masterstudiengang Nanotechnologie an der Hochschule Zwickau herrscht eine gute Mischung aus Theorie und Praxis vor.
Foto: Axel Jusseit

Masterstudium Nanotechnologie

Vom Groben zum Winzigen

Ingenieurin zählte schon früh zu Viviane Leuschkes (22) Wunschberufen. Nach Leistungskursen in Mathematik und Chemie sowie einem entsprechenden Bachelorstudiengang befindet sie sich derzeit im ersten Semester des Masterstudiums Nanotechnologie.

Ich knüpfe direkt an mein Bachelorstudium der Mikrotechnologie an“, sagt die 22-Jährige. „Das war eine gute Vorbereitung. Jetzt geht es vom Mikro- in den Nanobereich, in die Vertiefung und Spezialisierung.“ Im ersten Semester ihres Masters an der Westsächsischen Hochschule Zwickau beschäftigt Vivane Leuschke sich mit optischen Technologien und optischer Messtechnik, zum Beispiel zur Messung von Schichtdicken von Materialien. Was das bedeutet, erklärt sie am Beispiel von Wafern, den dünnen Siliziumscheiben, aus denen Chips für Anwendungen in der Elektronik hergestellt werden: „Die Dicke der Beschichtungen bewegt sich im Nanometerbereich und muss innerhalb der Toleranzen liegen, um die Qualität und damit Funktion zu sichern. Messen kann man dies mit Laserverfahren.“ Dünnschichten spielen unter anderem in der Energietechnik, der Biotechnologie und der Medizintechnik eine Rolle.

Ein anderes Thema ihres Studiums sind Verfahren der Strukturübertragung, vergleichbar mit der Vervielfältigung einer Vorlage. Im sogeannnten Nanoimprint-Verfahren etwa werden kleinste Nanostrukturen vereinfacht gesagt mit einem Stempel-Prozess übertragen. „Mit der Anfertigung eines solchen Stempels und der Übertragung des Strukturbildes in ein Substrat-Material beschäftige ich mich zurzeit intensiv“, berichtet Viviane Leuschke. „Im Rahmen eines Praktikums habe ich die Möglichkeit, in einem gut ausgestatteten Reinraum einen solchen Stempel herzustellen und das Verfahren zu erproben.“

Theorie und Praxis vereint

Ein Porträt-Foto von Viviane Leuschke

Viviane Leuschke

Foto: privat

An der Hochschule Zwickau schätzt sie die gute Mischung von Theorie in Vorlesungen und der praktischen Umsetzung in Laborversuchen. „Das hilft sehr für das Verständnis“, sagt Viviane Leuschke, „und abwechslungsreich ist das Studium so auch.“ Um den Anschluss an die Praxis sicherzustellen, verlässt sich die Studentin aber nicht nur auf die Hochschule. Ihren Bachelor hat sie im Rahmen eines dualen Studiums absolviert. Den Kontakt zum Ausbildungsunternehmen, einem Hersteller von Leiterplatten, die in Computern, Fernbedienungen oder Sensoren zum Einsatz kommen, hat sie schon in der Schulzeit zielstrebig aufgebaut und steht mit der Firma weiter in engem Kontakt. Auf diesem Weg bekommt sie nicht nur ständig fachliche Unterstützung, sie hat sich auch schon eine gute Berufsperspektive erarbeitet.

Disziplin ist gefragt

An dem Studiengang an der Hochschule Zwickau schätzt Viviane Leuschke vor allem die Arbeit in kleinen Gruppen. „Der Kontakt zu den Lehrenden ist sehr eng, wir haben jederzeit die Möglichkeit, nachzufragen und Themen zu diskutieren.“ Das sei ein guter Rahmen, aber dennoch betont die Masterstudentin: „Man muss Engagement zeigen und die Disziplin zum Selbststudium mitbringen.“ Arbeiten will sie später als Verfahrensingenieurin. Zu ihren Aufgaben gehört es dann, die Qualität von Produkten und die Effizienz von Prozessen zu sichern, die Einführung neuer Materialien zu organisieren und den Aufbau neuer Anlagen zu begleiten. Der Weg bis dahin ist nicht mehr weit, denn insgesamt dauert der Master Nanotechnologie an ihrer Hochschule nur drei Semester.

abi>> 08.07.2019