Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Praxiserfahrung inklusive

Detailaufnahme von biologischen Proben.
In seinem Masterstudium verbringt Thomas Naake viel Zeit in Forschungslaboren.
Foto: Philipp Guelland

Molekulare Biotechnologie

Praxiserfahrung inklusive

Forschung schon im Studium hautnah miterleben: Thomas Naake (25) studiert Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft am Centre for Organismal Studies in der Abteilung „Stoffwechsel der pflanzlichen Pathogenabwehr“.

Die Forschungsgruppe, in der Thomas Naake tätig ist, will herausfinden, wie evolutionäre Ereignisse jene Stoffe verändert haben, die Pflanzen produzieren. „Das ist wichtige Grundlagenforschung, deren Ergebnisse später beispielsweise auch für die Pflanzenzucht von Bedeutung sein können“, sagt der 25-Jährige. Während seine Kollegen aus der Gruppe experimentell an die Fragestellung herangehen, ist es die Aufgabe des Masterstudenten, deren Forschungsresultate sichtbar zu machen.

Maßgeschneiderte Tools entwickeln

Ein Porträtfoto von Thomas Naake

Thomas Naake

Foto: privat

Dazu entwickelte er ein auf die Forschungsfrage maßgeschneidertes Tool, mit dem er das, was die Wissenschaftler entdeckt haben, grafisch visualisieren kann. „Somit können wir die sehr großen Datensätze auf Tagungen oder in schriftlichen Veröffentlichungen anschaulich präsentieren, ohne dass der Zuhörer oder der Leser sich von den unübersichtlichen Zahlenkolonnen erschlagen fühlt“, erläutert Thomas Naake. „Die grafische Darstellung sorgt außerdem dafür, dass wir die Datensätze leichter analysieren und neue Fragestellungen entwickeln können.“
Erfahrung mit dieser Methode hatte er zuvor schon während eines mehrwöchigen Forschungspraktikums an der University of Cambridge sammeln können. „Als wissenschaftliche Hilfskraft bekam ich in Heidelberg die Möglichkeit, dieses umfangreiche Projekt fast komplett eigenständig zu bearbeiten. Das war eine Herausforderung, bei der mir meine Kenntnisse aus dem Praktikum sehr geholfen haben“, beteuert der 25-Jährige.

Studium und Forschung unter einen Hut bringen

Neben der Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft schreibt Thomas Naake an seiner Masterarbeit. Zuvor musste er dafür einen Projektantrag verfassen – inklusive einer Zusammenfassung der bisherigen Forschung auf diesem Gebiet, einer Begründung des Projekts, der erwarteten Ergebnissen sowie einer Berechnung der Kosten. „Dadurch sollen Studierende einen Einblick in die spätere Forschungskarriere bekommen, wo man auch seine Projekte finanzieren muss“, erklärt er.

Auch in seinem Studium ist die Forschung ein zentraler Bestandteil. Der Master Molekulare Biotechnologie ist auf vier Semester angelegt und findet in Vollzeit statt. Die Studierenden vertiefen ihre Kenntnisse in Bioinformatik, Biophysikalischer Chemie und Wirkstoffforschung. Viel Zeit verbringen sie in den Forschungslaboratorien, wo sie das Wissen praktisch anwenden.

Begeisterung für die Forschung

Prozesse zu entschlüsseln und Neues herauszufinden, davon war Thomas Naake schon als Kind begeistert. Daher wusste er bereits früh, in welche berufliche Richtung es für ihn gehen sollte. „Für jemanden wie mich, der Spaß am Lösen kniffliger Fragestellungen hat, ist die Forschung wohl das schönste Feld, in dem man arbeiten kann“, sagt er.

Nach dem Abitur schrieb er sich für das Bachelorstudium der Umweltnaturwissenschaften an der Universität Freiburg ein, verbrachte zwei längere Forschungsaufenthalte im Ausland und absolvierte diverse Praktika in anderen Städten – immer mit dem Ziel, neue Herangehensweisen zu erlernen und über den Tellerrand der eigenen Universität zu schauen.

Nach dem Bachelorabschluss erhielt Thomas Naake einen Studienplatz für den Master der Molekularen Biotechnologie an der Universität Heidelberg. Der Leiter des Teams, das an der Erforschung sekundärer Pflanzenstoffe arbeitet, fragte ihn nach einiger Zeit, ob er ihn als wissenschaftliche Hilfskraft – im Hochschuljargon oft mit „Hiwi“ abgekürzt – unterstützen möchte. Ohne zu zögern, sagte Thomas Naake zu. „Mich hat vor allem das Thema interessiert – und die Tatsache, dass man schon als Student die Gelegenheit bekommt, über einen längeren Zeitraum hinweg in die aktuelle Forschung eingebunden zu werden.“

Im November wird der 25-Jährige sein Studium abschließen. Der Forschungswelt bleibt er weiterhin treu, als Doktorand am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam.

abi>> 19.07.2016