Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mit grünem Daumen

Nahaufnahme von Gräsern
Pflanzenforschungsmanagement richtet sich an Interessierte mit fundierten botanischen Kenntnissen.
Foto: Andre Deco

Pflanzenforschungsmanagement

Mit grünem Daumen

Sebastian Rappold studiert Pflanzenforschungsmanagement an der FH Erfurt. Mit dem Master in der Tasche kann der 27-Jährige später Projekte in der Pflanzenforschung betreuen – vom Verfassen eines Forschungsauftrags bis zum Auftreiben von Projektgeldern.

Master oder kein Master? Vor dieser Frage stand Sebastian Rappold im Frühjahr 2015, nachdem er erfolgreich seinen Bachelor im Fach „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“ an der FH Erfurt absolviert hatte. „Der größte Teil meiner Kommilitonen entschied sich für den direkten Berufseinstieg, ich aber wollte mich gerne weiterbilden.“ Auf der Homepage der FH Erfurt stieß er auf den neuen Masterstudiengang Pflanzenforschungsmanagement, der im Sommersemester 2015 eingeführt wurde. „Die Modulbeschreibungen sprachen mich sehr an, zum Beispiel die Fächer ‚Grüne Biotechnologie‘ oder ‚Recherchemethoden und Bewertung‘“, erinnert sich der Student.

Vorbereitung auf die Arbeit in der Forschung

Ein Porträt-Foto von Sebastian Rappold

Sebastian Rappold

Foto: Privat

Pflanzenforschungsmanagement richtet sich an Interessierte mit fundierten botanischen Kenntnissen und einem Bachelor in Gartenbau, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Umweltwissenschaft, Biologie oder angrenzenden Fächern. Die Studierenden werden auf eine Tätigkeit in Forschung, Entwicklung und Organisation von Projekten in der Pflanzenforschung vorbereitet. Während ihres Studiums beschäftigen sich Sebastian Rappold und seine Kommilitonen deswegen unter anderem mit folgenden Fragen: Welche Gelder zur Förderung von Forschungsprojekten stehen zur Verfügung? Bei welchen Projektträgern kann man sich mit seiner Idee bewerben? Wie verfasst man Forschungsaufträge? Wie setzt man
Forschungsprojekte um?

Im ersten von insgesamt drei Semestern erfahren die Studierenden etwas über Ziele und Methoden der Pflanzenforschung und wie man empirische und experimentelle Arbeiten vorbereitet. Im zweiten Semester wird erfolgreiches Projektmanagement gelernt, wozu etwa Projekteinwerbung und Personalführung gehören. Im letzten Semester stehen unter anderem Evaluation und Kommunikation auf dem Stundenplan. Im Verlauf des Studiums können über Wahlpflichtmodule außerdem eigene Schwerpunkte gesetzt werden: Sebastian Rappold hat sich für Beratungsmethoden und „Grüne Biotechnologie“ entschieden.

Masterarbeit startet mit dem Studienbeginn

Sebastian Rappold ist begeistert: "Spannend ist vor allem, dass all diese theoretischen Fragen auch anhand von Praxisbeispielen erläutert werden. So werden beispielsweise reale Forschungsanträge erstellt und eingereicht sowie Praktika in Laboren durchgeführt." Diese finden im Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt statt, wo die Studierenden unter Echtbedingungen forschen.

Zu der engen Verzahnung von Theorie und Praxis trägt auch bei, dass gleich zu Beginn des Studiums die Themen für die empirischen oder experimentellen Masterarbeiten vergeben werden. Während des Studiums wird kontinuierlich daran gearbeitet – immer unter Betreuung durch die Professoren. „Mit dieser Abschlussarbeit werden erste Schritte in der Welt der Wissenschaft getätigt. Man leistet seinen eigenen Forschungsbeitrag“, sagt Sebastian Rappold. In seiner empirisch angelegten Arbeit vergleicht er verschiedene Sorten von Hortensien miteinander.

Englische Fachliteratur lesen

Die angehenden Forschungsmanager müssen stets über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden sein. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die sie zu diesem Zweck lesen, sind in der Regel auf
Englisch. Insgesamt sind die Studierenden gut gefordert. „Nicht nur das Lesen in der fremden Sprache, sondern auch die Tatsache, dass das Studium straff organisiert ist und in relativ kurzer Zeit viel Stoff vermittelt wird, erfordert Ehrgeiz und Durchhaltevermögen“, schildert Sebastian Rappold.

Nach dem Abschluss hat er Jobmöglichkeiten in Forschungseinrichtungen, Planungsbüros, bei Verbänden oder an Hochschulen. „Einen konkreten Berufswunsch habe ich zwar noch nicht, aber ich schätze meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit diesem Abschluss als gut ein. Auch die Möglichkeit zur Promotion ist gegeben“, erklärt er.

abi>> 30.03.2016