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Zwischen Geografie, Botanik und Klimaforschung

Thomas Putzmann arbeitet am Computer.
Der forschungsorientierte Masterstudiengang „Physische Geografie“ beschäftigt sich unter anderem mit verschiedenen Landschaftsformen und den Einflüssen von Naturereignissen.
Foto: Christiane Specht

Physische Geografie

Zwischen Geografie, Botanik und Klimaforschung

In seinem Masterstudiengang „Physische Geografie“ wird Jannis Viola an den Schnittstellen mehrerer Geo-Disziplinen ausgebildet. Vor allem Umweltaspekte wie der Klimawandel interessieren den 24-Jährigen.

Die großen Zusammenhänge verstehen und Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammentragen – das ist das Ziel von Jannis Viola. Nach seinem Abitur in Nordrhein-Westfalen hatte er sich zunächst für ein Bachelorstudium in Geografie an der Universität Göttingen entschieden. Das ermöglichte ihm, einen Überblick über das Fachgebiet mit seinen unterschiedlichen Teildisziplinen zu gewinnen.

„Mich hat besonders die Landschaftsökologie interessiert“, erinnert sich der 24-Jährige. Als Thema seiner Bachelorarbeit wählte er daher die Geschichte von Landnutzungen, also wie Menschen im Laufe der Generationen verschiedene Böden und Landflächen für sich nutzbar machten.

Studieren auf Englisch

Ein Porträt-Foto von Jannis Viola

Jannis Viola

Foto: privat

Mit seinem Masterstudium möchte Jannis Viola nun seinen Blickwinkel deutlich erweitern: „Ich habe einen Studiengang gesucht, der möglichst interdisziplinär angelegt ist.“ Bei seiner Recherche im Internet stieß er auf das Angebot der Universität Bayreuth mit dem Titel „Environmental Geography/Physische Geografie“. Für die Bewerbung musste er lediglich das Zeugnis seines Bachelorstudiums und ein kurzes Motivationsschreiben einreichen sowie Englischkenntnisse der Stufe C1 nachweisen – schließlich wird dieser Studiengang auf Englisch absolviert. „Ich wollte auf Englisch studieren, deswegen passte das perfekt“, sagt Jannis Viola.

In den ersten beiden Semestern stehen für den Masterstudenten vor allem Seminare mit Grundlagenmodulen auf dem Programm, die aber meist den interdisziplinären Ansatz verfolgen – so wie Biogeografie. „Dort behandeln wir die Schnittstellen zwischen Geografie, Botanik, Geologie und Klimatologie“, erklärt Jannis Viola. Warum wachsen bestimmte Pflanzen nur in bestimmten Gebieten? Wie beeinflussen Tiere und Menschen ihren Lebensraum?

Fokus auf der Forschung

In der Geomorphologie wiederum geht es um die Entstehung verschiedener Landschaftsformen, welche physischen Kräfte dabei eine Rolle spielen und wie zum Beispiel Hangrutsche entstehen. Ein weiterer Schwerpunkt seines Studiums ist die Klimatologie, in der das Wetter und weltweite Klimaphänomene thematisiert werden. „Wir betrachten dabei auch den Einfluss, den Trockenheit und extreme Niederschläge auf das Leben von Menschen haben oder wie Klima und Vegetation zusammenhängen.“

Frontale Vorlesungen gibt es im Masterstudium „Physische Geografie“ selten, meist werden die Veranstaltungen in Seminarform angeboten. Im dritten Semester ist ein Forschungsmodul eingeplant, in dem die Studierenden in einer Forschungsgruppe am Institut der Uni oder einer externen Einrichtung mitarbeiten können. „Das verdeutlicht, wie forschungsorientiert der Studiengang ist“, sagt Jannis Viola – und hofft, dass ihn sein Forschungssemester auch zum Thema seiner Masterarbeit führen wird.

Hochschule, Verwaltung oder Immobilienbüro?

Für seinen beruflichen Werdegang hat sich der 24-Jährige bereits zwei Optionen überlegt: „Ich könnte weiter meiner reinen Neugier folgen und mich auf den Klimawandel und dessen Folgen spezialisieren – zum Beispiel in der wissenschaftlichen Forschung oder bei großen Forschungsräten“, sagt er. Allerdings sei es in diesem Bereich schwierig, einen Job zu finden.

„Realistischer und ähnlich spannend wäre für mich als Geograf deswegen die Arbeit mit kontaminierten Flächen.“ Wenn etwa das Gebiet einer Deponie neu genutzt werden soll oder das Grundwasser bei einem geplanten Neubaugebiet geprüft werden muss, sind Experten gefragt. „Ich könnte zum Beispiel im Planungsbüro einer Kommune arbeiten oder aber in einem Immobilienbüro, das sich auf die Erschließung großer Grundstücke spezialisiert.“

 

abi>> 22.05.2017