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Vorliebe für Zahlen und Statistik

Blick auf eine betriebswirtschaftliche Software.
Der Masterstudiengang "Finanzen, Rechnungswesen und Steuern" ist stark forschungsorientiert.
Foto: Thomas Lohnes

Finanzen, Rechnungswesen und Steuern

Vorliebe für Zahlen und Statistik

„Studier‘ nicht BWL, das macht jeder“ – diese Warnung hat Marcel Rothenberger häufig zu hören bekommen. Doch der heute 25-Jährige wählte trotzdem das Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre. Inzwischen ist er im vierten Semester des Masterstudiengangs „Finanzen, Rechnungswesen, Steuern“ und plant, zu promovieren.

„BWL deckt genau die Inhalte ab, die mich interessieren – deshalb entschied ich mich für diesen Studiengang, auch wenn die Zahl der Kommilitonen sehr hoch ist“, erinnert sich Marcel Rothenberger. Vor seinem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann, doch der Beruf war nicht ganz das Richtige für ihn. „Während der Ausbildung erhielt ich viele Einblicke in die Praxis. Aber leider musste ich mich ausschließlich auf den Betrieb und dessen vorgefertigte Produkte konzentrieren, dabei hätte ich mir mehr Bezug zu den Finanzmärkten gewünscht“, schildert der Student.

„Deshalb wollte ich studieren und mich auf diese Art fachlich weiterentwickeln.“ 2015 machte er an der Georg-August-Universität Göttingen seinen Bachelorabschluss in BWL. Bereits in diesem Studium legte er seine Schwerpunkte auf Finanzen, Rechnungswesen und Statistik.

Wissen an jüngere Kommilitonen weitergeben

Ein Porträt-Foto von Marcel Rothenberger

Marcel Rothenberger

Foto: privat

Um sein bislang erlangtes Wissen zu vertiefen, wählte er anschließend den Masterstudiengang „Finanzen, Rechnungswesen und Steuern“, den ebenfalls die Universität Göttingen anbietet. „Meine Vorliebe für Zahlen und Statistik hat mich zu dieser Entscheidung bewogen. Außerdem passen diese Teildisziplinen auf dem Arbeitsmarkt gut zusammen.“ Schon als Werkstudent konnte er 2013 Praxiserfahrungen in diesem Bereich sammeln.

Ein weiterer Grund, weshalb er diesen Studiengang wählte, war dessen forschungsorientierte Ausrichtung. So wollte er die Möglichkeit haben, eigene Forschungsthemen zu vertiefen und sich mit grundlegenden Theorien und Bewertungsmodellen vertraut zu machen. „Ich möchte auf jeden Fall in die Forschung und Lehre gehen – bereits im Bachelorstudium habe ich zum Beispiel gerne Tutorien gegeben“, berichtet Marcel Rothenberger. Das macht er nun auch im Masterstudium, als studentische Hilfskraft an der Professur für Finanzwirtschaft der Uni Göttingen.

Kenntnisse vertiefen

In den ersten beiden Semestern des zwei Jahre dauernden Masterstudiengangs stehen die vier Basismodule Finanzwirtschaft, Controlling, Rechnungslegung und Unternehmensbesteuerung auf dem Lehrplan, „hier werden Grundlagen und vertiefende Kenntnisse vermittelt“, erklärt der 25-Jährige. Außerdem muss er im Wahlpflichtbereich mindestens ein Methodenmodul wie „Fortgeschrittene Mathematik“ oder Ökonometrie sowie ein Projektseminar absolvieren.

„Dieses Projektseminar wurde im Bereich Finanzwirtschaft angeboten, was mein Lieblingsmodul ist, weil es viel Anwendungsbezug hatte und nicht nur Inhalte aus einem Lehrbuch vermittelt wurden“, sagt der Student. „Vielmehr konnten wir selber in einer kleinen Gruppe tätig werden und ein strukturiertes Finanzprodukt vom Marketingkonzept bis zum Risikomanagement konzipieren.“ Unter anderem arbeitete er mit einer Statistiksoftware, mit der er beispielsweise Risiken für Banken ermittelte, die dieses Produkt anbieten wollen.

Zum weiteren Studienverlauf gehören auch Module aus einem Spezialisierungsbereich, die Studierende sich individuell zusammenstellen können. Hinzu kommen Wahlmodule, welche die Studierenden frei aus dem gesamten Angebot aller wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudiengänge der Uni belegen können. Auch ein paar Module aus den Rechtswissenschaften, der Wirtschafts- und Sozialpsychologie und dem Sprachbereich können gewählt werden, ebenso wie Seminare, in denen man seine rhetorischen Fähigkeiten und andere Schlüsselkompetenzen verbessern kann.

Wissenschaft vor Berufseinstieg

„Praktika sind nicht verpflichtend, aber wer eines absolviert, kann es sich als Modul anrechnen lassen“, erläutert Marcel Rothenberger. Er selbst habe insgesamt vier Praktika durchlaufen – das jüngste, bei einem international bekannten Saatgutproduzenten, habe ihm besonders gut gefallen. „Ich habe unter anderem die Kosten der Derivategeschäfte analysiert und Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungswerte auf Konzernebene erhoben. Ich könnte mir vorstellen, zukünftig für dieses Unternehmen zu arbeiten“, erzählt er.

Doch noch nicht direkt nach seinem Masterabschluss: „Jetzt habe ich erst einmal das Ziel, im Bereich Finanzwirtschaft zu promovieren. In der Forschung kann ich freier und kreativer arbeiten – das reizt mich sehr.“

abi>> 27.06.2017