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Schnittstelle zwischen BWL und Jura

Ein junger Mann sitzt mit einem Gesetzbuch und Lernunterlagen in einem Hörsaal.
Der Masterstudiengang Wirtschaftsrecht verknüpft Inhalte aus Betriebswirtschaftslehre und (Wirtschafts-)Recht.
Foto: Axel Jusseit

Wirtschaftsrecht

Schnittstelle zwischen BWL und Jura

In führenden Positionen arbeiten sie für große Unternehmen dort, wo rechtssichere Entscheidungen getroffen werden müssen: Wirtschaftsjuristen. Ausgebildet werden sie im Studiengang Wirtschaftsrecht – wie auch Stefanie Stark.

Die 27-Jährige studiert im dritten Semester im Masterstudiengang Wirtschaftsrecht an der Technischen Hochschule Nürnberg und hat nur noch ihre Masterarbeit vor sich. Die gelernte Industriekauffrau hatte zunächst drei Jahre in ihrem Beruf gearbeitet, bevor sie über die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt zum Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg kam.
„Während der Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt habe ich meine Leidenschaft für das Recht entdeckt“, erzählt die Studentin. „Da ich nicht sicher war, ob es tatsächlich etwas für mich ist, habe ich mich für die Kombination Wirtschaft und Jura entschieden. Fälle anhand der Gesetze zu bearbeiten, macht mir aber tatsächlich am meisten Spaß.“

Recht in der Wirtschaft

Ein Porträt-Foto von Stefanie Stark

Stefanie Stark

Foto: privat

Für den Masterstudiengang an der TH Nürnberg können alle Studierenden mit einem Bachelor in Jura, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsrecht mit einem entsprechenden NC oder mit einem gleichwertigen Berufsabschluss zugelassen werden. „Deshalb müssen in der ersten Studienphase die Betriebswirtschaftler auch Kenntnisse in juristischer Arbeitsweise und die Juristen wirtschaftliches Grundwissen nachholen. In den Pflichtmodulen im Masterstudiengang geht es dann um die Spezialisierung in Bereichen des nationalen und internationalen Wirtschafts- und Unternehmensrechts mit europäischen Bezügen, also beispielsweise Arbeitsrecht, Vertiefung gewerblicher Rechtschutz sowie deutsches, europäisches und internationales Kapitalgesellschaftsrecht“, erklärt sie.

Die Pflichtmodule werden durch ein Wahlpflichtfach ergänzt. Stefanie Stark hat sich für „English Law“ entschieden. An der TH Nürnberg gibt es aber auch die Möglichkeit, technische Fächer als Ergänzung zu wählen. „Ich habe mich für das Studium in Nürnberg entschieden, weil der Studiengang thematisch sehr breit gefächert ist“, erzählt die angehende Wirtschaftsjuristin. „Man spezialisiert sich nicht sehr stark, sondern bekommt Kenntnisse in vielen Bereichen des Wirtschafts- und Unternehmensrechts vermittelt.“

Praxis sammeln im Studium

Ein weiterer Vorteil der Hochschule ist für die Studentin die praxisbezogene Lehrweise: „Wir werden von vielen Lehrbeauftragten unterrichtet, die hauptberuflich beispielsweise als Anwalt arbeiten. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in die Praxis“, sagt Stefanie Stark und ergänzt: „Da der Studiengang sehr klein ist, sind das Lernklima und die Atmosphäre sehr persönlich. Dadurch hat man gute Möglichkeiten, viel zu diskutieren und nachzufragen.“

Praktika werden in ihrem Masterstudium nicht mehr verlangt. Wer allerdings im Bachelor kein Praktikum gemacht hatte, musste es dann im Master nachholen. „Mir wurde meine dreijährige Berufstätigkeit als Praktikum angerechnet“, erzählt die Masterstudentin. „Trotzdem habe ich noch ein Auslandspraktikum im Personalmanagement eines Unternehmens in China absolviert.“

Zwei Fachbereiche beruflich kombinieren

Wenn Stefanie Stark in einem halben Jahr ihre Abschlussarbeit fertiggestellt hat, wird sie den Abschluss Master of Laws erlangen. Danach möchte sie gerne an der Schnittstelle von Wirtschaft und Recht tätig sein, für die sie im Studium ausgebildet wurde: „Ich kann mir gut vorstellen, in einem großen, international ausgerichteten Unternehmen zu arbeiten“, sagt sie.

Derzeit ist sie als Werkstudentin bei Siemens im Bereich Steuern für Global Mobility tätig. „Dies ist auch eine Richtung, die mir gefällt. Grundsätzlich suchen große Unternehmen immer Mitarbeiter, die sich nicht nur mit Betriebswirtschaft, sondern auch in mit den dazugehörigen Rechtssystemen auskennen. Da hat man mit dem Abschluss in Wirtschaftsrecht gute Chancen“, erklärt die Masterstudentin.

abi>> 08.08.2017