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Forscher mit Spieltrieb

Zwei junge Männer spielen an Tablet-Computern.
Was macht ein Computerspiel erfolgreich? Im Masterstudiengang Computerspielwissenschaften betrachten Studierende Games aus medienwissenschaftlicher Sicht, lernen aber zudem, selbst welche zu entwickeln und zu designen. Auch andere Studiengänge wie Gamedesign, Games Engineering oder Medieninformatik führen in die Branche.
Foto: Brüggemann

Computerspielwissenschaften

Forscher mit Spieltrieb

Die Universität Bayreuth bietet deutschlandweit als einzige Hochschule den Studiengang „Computerspielwissenschaften“ an. Die Studierenden werden dort auf die professionelle Entwicklung und Vermarktung digitaler Spiele vorbereitet. Auch andere Studiengänge eröffnen den Weg in die Branche.

Als der Studiengang Computerspielwissenschaften zum Wintersemester 2015/16 an den Start ging, war das nicht nur in Bayreuth eine kleine Sensation: Deutschlandweit berichteten die Medien augenzwinkernd darüber, dass „daddeln jetzt endlich auch Hochschulstoff sei“.

Doch im neugeschaffenen Studiengang geht es nicht in erster Linie darum, Computerspiele zu testen – obwohl das durchaus vorkommen kann. Vielmehr sollen die Studierenden das Kulturgut Computerspiele durch die wissenschaftliche Brille betrachten, ähnlich wie es die Literaturwissenschaft mit Büchern tut und die Theaterwissenschaft mit Bühnenprojekten. Es geht um Fragen wie: Welche kreativen und technischen Prozesse braucht es, damit ein Computerspiel entsteht? Was macht ein Spiel erfolgreich? Und warum scheitern manche Games?

Forscher, Entwickler, Journalist und Co.

Ein Porträtbild von Jochen Koubek

Jochen Koubek

Foto: privat

Nach dem Abschluss können sich Computerspielwissenschaftler zum Beispiel ganz der Forschung an der Hochschule verschreiben, als Programmierer arbeiten, als Berater in Sachen „Gamification“ und „Game-based learning“ tätig sein oder als Fachjournalisten über die Computerspielewelt berichten. Auch als Spieleentwickler sind die Absolventen dank ihrer theoretischen und praktischen Ausbildung gefragt. „Wir ermuntern die Studierenden etwa dazu, sich mit einem Start-up selbstständig zu machen“, erklärt Jochen Koubek, der den Studiengang in Bayreuth koordiniert. „Gerade in Bayern gibt es eine gute finanzielle Förderung für Gründer in diesem Bereich.“

Doch nicht nur der Bayreuther Studiengang führt beruflich in die Computerspielbranche. Annette Linzbach, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, zählt Alternativen auf: „Darunter fallen Studienangebote wie Gamedesign, Games Engineering oder auch Digitale Medienproduktion. Zudem können breiter angelegte Studiengänge wie Medientechnik, Medieninformatik oder Mediendesign auf eine Tätigkeit in der Branche vorbereiten.“

Porträtbild von Dr. Annette Linzbach

Dr. Annette Linzbach

Foto: privat

Allen Studiengängen gemein ist ein hoher Anteil an ingenieurwissenschaftlichen und informationstechnischen Inhalten, berichtet die Expertin: „Denn dass etwa virtuelle Realitäten auf komplexen mathematischen Berechnungen basieren, macht sich nicht jeder Computerspiel-Fan bewusst.“ Darüber hinaus sei eine ausgeprägte Leidenschaft notwendig, denn „wer als Spieleentwickler arbeitet, sollte beachten, dass das kein Nine-to-five-Job mit festen Arbeitszeiten ist. Die Arbeitgeber erwarten vollen Einsatz.“

Gute Berufsaussichten

Dafür winken gute Berufsaussichten, versichert Jochen Koubek von der Uni Bayreuth: „Im Vergleich zu anderen Medienberufen sehe ich für eine Tätigkeit in der Spielebranche großes Potenzial. Der Bereich boomt und immer mehr Studierende werden bereits während ihres Studiums abgeworben, wenn sie beispielsweise bei einem Praktikum positiv aufgefallen sind.“

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: z.B. Gamedesigner/in, Game Artist)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchworte: z.B. Computerspielwissenschaften, Gamedesign, Digital Games)

www.studienwahl.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit mit einem Überblick und Reportagen zu verschiedenen Berufswelten. (Berufsbereiche z.B. Design und Gestaltung, Informatikberufe mit besonderen Schwerpunkten, Hard- und Softwareentwicklung)

www.berufsfeld-info.de

Computerspielwissenschaften Uni Bayreuth

www.uni-bayreuth.de/de/studium/masterstudium/computerspielwissenschaften/index.php

game – Verband der deutschen Games-Branche

Verband für Entwickler, Publisher, eSports-Veranstalter, Hochschulen und Dienstleister

www.game.de

abi>> 20.04.2018