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Begeisterung für die deutsche Sprache wecken

Eine Grammatikübung in einem Deutsch-Lehrbuch
Konjugieren, groß- und kleinschreiben, den Wortschatz erweitern - im Studium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache lernen die Studierenden, wie sie später Deutsch an Nicht-Muttersprachler vermitteln können.
Foto: Martin Rehm

Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Begeisterung für die deutsche Sprache wecken

Stephan Schulz (30) studiert an der Universität Leipzig Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Er ist im ersten Semester seines Masterstudiums und träumt davon, im Anschluss Studierende an Hochschulen im Ausland zu unterrichten.

Nach einer Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement arbeitete Stephan Schulz zunächst mehrere Jahre in verschiedenen Unternehmen. Dabei wurde ihm aber mehr und mehr klar, dass eine Tätigkeit im Büro für ihn auf Dauer nicht infrage kommt. So entschied er sich, sein Abitur an einem Abendgymnasium nachzuholen, um studieren zu können.

„Ich wollte den Bachelor Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Uni Leipzig machen, weil ich dem Fach eine wichtige Bedeutung für die Zukunft der Integration beimesse. Und spätestens nach zwei Semestern wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte“, sagt der Student heute.

Wie lebt es sich in Deutschland?

Ein Porträtbild von Stephan Schulz

Stephan Schulz

Foto: privat

Ein Schlüsselerlebnis hatte er während seines Pflichtpraktikums, für das er an einer Universität in Finnland Sprachkurse organisierte und auch unterrichtete, alleine oder zusammen mit einem Lektor: „Für mich war es schön, die deutsche Kultur anhand von Beispielen zu vermitteln und zu zeigen, wie das Leben in Deutschland tatsächlich ist, abseits von landeskundlicher Literatur. Besonderen Spaß hat es mir gemacht, die Studierenden nicht nur für die Sprache, sondern auch für das Land zu begeistern. Mit Erfolg: Vier meiner Ehemaligen studieren mittlerweile in Leipzig“, erklärt Stephan Schulz.

Seither weiß er, was er will: „Nachdem ich viele Jahre meines Lebens beruflich eher orientierungslos war, habe ich im Rahmen dieses Studiengangs meine Berufung entdeckt: Ich möchte nach meinem Master an einer Universität arbeiten und als Sprachlehrer oder Dozent Studierende unterrichten.“ Ob dies im Ausland oder in Deutschland sein wird, als Lehrer für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, lässt er noch offen.

Schwerpunkt auf Didaktik und Kulturstudien

Das Handwerkszeug lernt er in seinem Studium. Voraussetzung für das Bachelorstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Leipzig ist, neben einer guten Abiturnote, mindestens eine Fremdsprache auf B2-Niveau zu sprechen. Um zum Masterstudiengang zugelassen zu werden, wird ein guter Bachelorabschluss benötigt. Bachelor- und Masterstudium gliedern sich in verschiedene Module, die unter anderem Kulturstudien, Didaktik sowie Sprachwissenschaften umfassen, zum Beispiel Grammatik oder Phonetik. „Aufgrund eines Schulwechsels in meiner Kindheit, hatte ich kaum grammatikalische Grundkenntnisse und dadurch im Voraus eine leichte Abneigung gegen diesen Teil des Studiums. Doch später fand ich Grammatik interessanter als gedacht“, sagt der 30-Jährige.

Die Modul-Vielfalt des Studiengangs und die Wahlmöglichkeiten, die einen Einblick in andere Studienrichtungen gestatten, überzeugen ihn besonders. Die Studierenden können während des Studiums, insbesondere im Master, ihren eigenen Schwerpunkt aufbauen. „Von Kultur bis Phonetik gibt es viel Interessantes zu lernen“, meint Stephan Schulz. Er selbst entschied sich für Didaktik und Kulturstudien. An der Universität Leipzig beinhalten einige Module zusätzlich Kooperationen mit verschiedenen Institutionen, wie Sprachschulen oder Einrichtungen und Vereine im kulturellen Bereich.

Viele Einsatzmöglichkeiten

Stephan Schulz würde sich immer wieder für sein Studienfach entscheiden. Auch die späteren beruflichen Möglichkeiten sieht er positiv: „Vom Sprachlehrer bis zu einer Tätigkeit in der Forschung ist mit diesem Studiengang alles möglich“, ist er sich sicher.

abi>> 29.11.2018