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Grammatik, Germanistik und die Brüder Grimm

Lehrerin unterrichtet am Smartboard Deutsch.
In den Lehrveranstaltungen werden Grammatikregeln vermittelt, bei denen selbst Muttersprachler oft Probleme haben.
Foto: Axel Jusseit

Deutsch als Fremdsprache

Grammatik, Germanistik und die Brüder Grimm

Sein Sprachtalent erkannte Nick Meister bereits in der Schule. Im Bachelorstudium an der Universität Jena wählte er das Nebenfach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Heute absolviert der 25-Jährige den Master „Deutsch als Fremdsprache und Germanistik“ an der Universität Bielefeld.

Nach dem Abitur entschied sich Nick Meister zunächst für ein Studium der Slawistik im Haupt- und der Interkulturellen Wirtschaftskommunikation im Nebenfach. Doch bald merkte er, dass sein Nebenfach nicht zu ihm passte. „Ich wollte etwas Neues ausprobieren und stieß auf den noch relativ jungen Studiengang ‚Deutsch als Fremd- und Zweitsprache‘“, erinnert er sich. „Diese Alternative war der perfekte Treffer“, sagt er heute. Wer in Jena Deutsch als Fremd- und Zweitsprache studieren möchte, sollte Englisch und mindestens eine weitere moderne Fremdsprache beherrschen. Da er in der Schule auch Russisch und Französisch gelernt hatte, erfüllte Nick Meister die Anforderungen.

Ein Porträt-Foto von Nick Meister

Nick Meister

Foto: Privat

Im Anschluss an seinen Bachelorabschluss im Jahr 2014 wollte er seine Kompetenzen in puncto deutsche Sprache und Kultur vertiefen und beides besser vermitteln lernen. Darum belegte er im Master den Studiengang „Deutsch als Fremdsprache und Germanistik“ an der Universität Bielefeld. Bewerber müssen einen ersten Studienabschluss in Germanistik oder einem anderen, insbesondere sprachwissenschaftlichen Studiengang nachweisen können, außerdem Kenntnisse in zwei Fremdsprachen. „Einige meiner Kommilitonen haben zuvor aber auch Politik, Wirtschaftswissenschaften oder Philosophie studiert“, schildert Nick Meister. „Eine sprachwissenschaftliche Vorbildung ermöglicht meiner Meinung nach jedoch ein besseres Verständnis für die eigene Muttersprache.“

Als grundsätzliche Voraussetzung nennt er Offenheit gegenüber anderen Kulturen: „Toleranz, Akzeptanz und eine gewisse Empathiefähigkeit sind ebenso wichtig. Und man sollte den Wunsch mitbringen, zu unterrichten“, erklärt er.

Sprache, Literatur, Kultur und Didaktik

Nick Meisters Bachelorstudium in Jena war in die Bereiche Sprachwissenschaften, Literatur, Kultur und Didaktik unterteilt. Im Bereich Literatur belegte er etwa ein Modul zu den Märchen der Brüder Grimm. „Zur Grundausbildung gehört vor allem ein großer Praxisbezug“, berichtet der Student. Er selbst absolvierte unter anderem eine Ausspracheschulung, bei der die Teilnehmer lernten, eigene Sprachgewohnheiten wahrzunehmen – zum Beispiel Dialekt. „In den Lehrveranstaltungen wurde außerdem vermittelt, welche Grammatikregeln selbst Muttersprachlern Probleme bereiten.“ Demnach sollten angehende Sprachlehrer etwa erklären können, inwiefern sich das grammatikalische Geschlecht eines Substantivs nach bestimmten Regeln ableiten lässt. Substantive mit der Endung „-ung“ zum Beispiel sind üblicherweise weiblich.

„Generell ist das Bachelorstudium sehr praktisch ausgerichtet, damit Studierende später auf verschiedene Unterrichtssituationen gut vorbereitet sind“, schildert er. Auch ein Pflichtpraktikum gehörte dazu. „Mein Praktikum als Sprachassistent an einer Fachoberschule in Prag war für mich die Bestätigung, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe“, sagt der Student. Derzeit sei es leicht, eine Praktikumsstelle zu finden, da viele Bildungseinrichtungen für Flüchtlingskurse Verstärkung suchten. Er selbst hilft aktuell ehrenamtlich Flüchtlingskindern im Schulalltag.

In den akademischen Austauschdienst

Demnächst möchte Nick Meister nach Südamerika oder noch einmal nach Osteuropa – beispielsweise im Rahmen eines Lektorenprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) oder über die Robert Bosch Stiftung. Für den DAAD zu arbeiten, könnte er sich auch nach dem Masterabschluss gut vorstellen.

abi>> 03.02.2016

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