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Campusleben auf Französisch

Europäische Flaggen auf einem Schreibtisch.
Im Studiengang Deutsch-Französische Studien dreht sich alles um interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit.
Schubert Fotografie

Deutsch-Französischer Doppelabschluss

Campusleben auf Französisch

Roxane Kilchling (21) absolviert den Bachelorstudiengang „Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“ in Saarbrücken und Metz. Nach sechs Semestern wird sie zwei Abschlusszeugnisse erhalten.

„Wenn ich schon ein deutsch-französisches Abitur habe, will ich das auch nutzen.“ Das war Roxane Kilchlings Ausgangsüberlegung, als sie sich nach ihrem Schulabschluss in Breisach am Rhein nach einem passenden Studiengang umsah. Fündig wurde sie an der Universität des Saarlandes, die seit Jahren das sechssemestrige Bachelorprogramm „Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“ anbietet, in dem Deutsche und Franzosen gemeinsam studieren.

Das erste Studienjahr verbringen deutsche und französische Studierende jeweils an ihren Heimatunis, das zweite Studienjahr gemeinsam an der Université de Lorraine in Metz und das dritte an der Universität des Saarlandes. Nach dem vierten Semester ist ein mindestens achtwöchiges Pflichtpraktikum vorgesehen, das Roxane Kilchling in Straßburg bei einem deutsch-französischen Online-Radiosender absolvierte.

Kulturwissenschaftlicher Studiengang

Ein Porträt-Foto von Roxane Kilchling

Roxane Kilchling

Foto: Privat

Inhaltlich geht es in dem Studiengang um Kultur, Gesellschaft, Politik und auch Wirtschaft: Die Lehrveranstaltungen drehen sich um die deutsch-französischen Beziehungen und die europäische Integration, interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit, außerdem um Kommunikationswissenschaft. „Ich beschäftige mich zum Beispiel mit Kultur an sich und lerne, worin kulturelle Unterschiede bestehen. Ich befasse mich mit Stereotypen, Vorurteilen und Kommunikationsproblemen und bekomme vermittelt, wie Kulturgüter übernommen werden. Es gibt auch praktische Anteile, so habe ich zum Beispiel ein Seminar zu interkulturellem Management absolviert“, gibt Roxane Kilchling einen Überblick.

Nach sechs Semestern wird sie zwei Abschlüsse erhalten: aus Deutschland den Bachelor of Arts und aus Frankreich die Licence. Deutsche Abiturienten, die sich für den Studiengang interessieren, bewerben sich an der Uni des Saarlandes. Auf die schriftliche Bewerbung inklusive Motivationsschreiben folgt ein rund 15-minütiges Auswahlgespräch zu den persönlichen Beweggründen.

Auf anderes Hochschulsystem einstellen

Das Studium inhaltlich zu meistern ist das eine – ein Zimmer in Metz zu suchen, Koffer ein- und auszupacken, herauszufinden, wie und wo man einen Handyvertrag abschließen kann, ist das andere: „Durch die Ortswechsel muss viel organisiert werden, und man muss sich immer wieder auf etwas Neues einlassen wollen“, betont Roxane Kilchling. Unterstützung erfährt sie zum Glück von den Betreuern beider Unis. „Es gibt zudem WG-Zimmer, die unter den Studierenden weitergegeben werden.“

Auch das französische Hochschulsystem funktioniert in vielen Bereichen anders. Module werden nicht gewählt, die Studienpläne sind strikter vorgegeben, die Zeiteinheiten länger. „Es gibt häufig Blockveranstaltungen, die drei Stunden am Stück dauern können. Überhaupt verbringt man viel Zeit auf dem Campus und an der Universität, dafür muss man weniger nacharbeiten, etwa in Form von Lektüre.“ Den Aufwand ist es wert, findet die 21-Jährige. Was sie an Frankreich schätzt, ist die lockere Atmosphäre. „Metz ist eine schöne, wenn auch touristisch geprägte Stadt. Aber abgesehen davon, finde ich das Alltagsleben in Frankreich entspannter als bei uns.“

Mobilitätsbeihilfe und Wohngeld

Finanziert werden will das Studium auch. Vor allem für die Studienzeiten im Ausland gibt es Unterstützung: Von der Deutsch-Französischen Hochschule, die für die Kooperation mit französischen Hochschulen zuständig ist, erhält sie eine monatliche Mobilitätsbeihilfe in Höhe von 270 Euro. Hinzu kommt das Wohngeld, das Studierende in Frankreich beantragen können (CAF = Caisse d’allocations familiales). Roxane Kilchling kann darüber hinaus auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern bauen. „Andere erhalten Auslands-BAföG oder nutzen das Erasmus+ Programm“, weiß sie.

Da sie bereits im sechsten Semester studiert, stehen die Pläne für die Zeit danach bereits fest: „Ich habe im Laufe des Studiums festgestellt, dass mich vor allem das Thema Politik interessiert“, sagt sie. Ein Master in Politikwissenschaft ist daher ihr nächstes Ziel.

abi>> 25.08.2015