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„Nicht jeder ist für den Fast-Track geeignet“

Studentin läuft eine Treppe in einer Universitätsbibliothek herunter.
Mit Ehrgeiz bei der Sache - Fast-Track-Studiengänge erfordern ein hohes Tempo.
Thomas Lohnes

Interview

„Nicht jeder ist für den Fast-Track geeignet“

Dr. Andrea Ruf ist Studiendekanin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Mit abi» spricht sie über die Turbo-Studiengänge, für wen diese geeignet sind und wie sie zu bewerten sind.

abi>> Warum wurden Fast-Track-Studiengänge ins Leben gerufen?

Dr. Andrea Ruf: Sie wurden nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2000 eingeführt, um Studierenden direkt nach dem Bachelor einen kürzeren Weg zur Promotion zu ermöglichen – sofern sie ein Eignungsfeststellungsverfahren an der jeweiligen Universität bestehen.

abi>> Wer ist die Zielgruppe dieser Programme?

Ein Porträt-Foto von Andrea Ruf

Andrea Ruf

Foto: Privat

Dr. Andrea Ruf: Grundsätzlich richtet sich der Fast-Track an besonders motivierte und talentierte Studierende. Hier an der Universität Oldenburg wollten wir durch Fast-Tracks unser Angebot attraktiver gestalten – vor allem auch für internationale Studierende aus dem angloamerikanischen Raum, für die die Reihenfolge Bachelor und dann Promotionsstudium nicht so ungewöhnlich ist wie für uns. Übrigens können sich auch Fachhochschul-Bachelor bewerben, sofern sie ein zu unserem Angebot passendes Fach studiert haben.

abi>> Wie wichtig sind neben fachlichen Voraussetzungen bestimmte Soft Skills?

Dr. Andrea Ruf: Durchaus wichtig. Vor allem Durchhaltevermögen und ein gutes Zeitmanagement sind gefragt. Wir bieten in der Promotionsphase spezielle Kurse im Bereich Soft Skills an, etwa Vortragstechnik oder Scientific Writing, also wissenschaftliches Schreiben und Publizieren.

abi>> Wie bewerten Sie Fast-Track-Studiengänge im Vergleich zum „herkömmlichen Weg“ zu promovieren?

Dr. Andrea Ruf: Sie sind für geeignete Kandidaten eine tolle Option. Und zwar nicht nur, was die Zeitersparnis anbelangt. Der Fast-Track ermöglicht es den Studierenden, frühzeitig in eigene Forschungsprojekte für die Promotion einzusteigen. Zudem bietet er Promotionsstudierenden klare Strukturen, an denen sie sich orientieren können, ein inspirierendes Umfeld und vielseitige Unterstützung.

abi>> Bedeutet das gleichzeitige Absolvieren von Master und Promotion nicht sehr viel mehr Stress für die Studierenden?

Dr. Andrea Ruf: Fakt ist, dass dies schon ein anderes Tempo erfordert und Leistungen auf den Punkt abgeliefert werden müssen. Allerdings wollen Studierende, die sich für den Fast-Track entscheiden, explizit gefordert werden und sehen den Mehraufwand meiner Erfahrung nach vielmehr als eine lohnende Herausforderung.

abi>> 13.07.2015